Satire am Fürst-Johann-Moritz-Gymnasium
Mit Alice ins Wunderland

Der verrückte Hutmacher (Emre Sahin) empfängt gerne Gäste an seinem Tisch. Doch etwas ist anders, denn neben dem Hasen (Lilly Schumacher) ist diesmal auch Alice (Jette Roesner) dabei, die allerdings nicht für immer Tee trinken möchte.
  • Der verrückte Hutmacher (Emre Sahin) empfängt gerne Gäste an seinem Tisch. Doch etwas ist anders, denn neben dem Hasen (Lilly Schumacher) ist diesmal auch Alice (Jette Roesner) dabei, die allerdings nicht für immer Tee trinken möchte.
  • Foto: Pauline Vollpert
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

pav Weidenau. Die Gymnastikhalle des Fürst-Johann-Moritz-Gymnasiums (FJM) verwandelte sich am Dienstagabend in eine durchgeknallte Traumwelt, als die Theater-AG dort erstmals den Klassiker „Alice im Wunderland“ von Lewis Caroll in neuer Aufmachung präsentierte. In der modernen und musikalischen Satireversion von Laura Wade, einer englischen Dramatikerin, kapselt sich Alice von der Realität ab, als ihr Bruder Joe bei einem Unfall stirbt.Zwei Wochen lang geht sie nicht mehr raus. Der oberflächlichen Routine, mit der Familie und Bekannte auf einen tragischen Todesfall reagieren, schließlich überdrüssig, flieht Alice durch einen schnellen Kulissenwechsel in ihr Unterbewusstsein; in ihr selbst konstruiertes Wunderland. Jetzt ist sie zwar auf eine gewisse Art „draußen“, doch auch dort lässt sie ihr emotionales Gepäck nicht los. Im Gegenteil. Ihre eigentliche Konfrontationstherapie und ihr Heilungsprozess setzen dort erst ein.

Begegnung mit der Grinsekatze

Zu Beginn sieht sie das Ganze noch als Computerspiel an, und jede neue Begegnung mit einer Figur aus Carrolls bekannter Geschichte, sei es mit dem weißen Kaninchen, der Grinsekatze, dem verrückten Hutmacher oder der Herzkönigin, stellt nur ein weiteres Level dar, das sie bewältigen muss, um wieder zurück in die Realität gelangen zu können. Doch auf ihrer Reise und der Suche nach ihrem eigenen Herzen verändert sie sich. Aus einer ziemlich launischen und aggressiven Alice, die ihrer Trauer stetig trotzen will, wird wieder eine lebensfrohe Person, die Emotion zulässt und erkennt, dass das Leben nicht immer fair sein kann.
Man muss es deshalb nehmen, wie es kommt. Wichtig ist, nicht aufzugeben. Und Alice gibt nicht auf, obwohl sie allen Grund dazu hätte. Denn in ihrem Wunderland laufen, laut ihrer eigenen Aussage, nur „Psychos“ rum, die keine Ernsthaftigkeit, Logik oder Normalität kennen und ihre ganz persönliche „Macke“ mitbringen. Das kann zwar anstrengend sein, aber auch sehr amüsant, wenn man sich – nicht nur als Alice, sondern auch als Zuschauerin oder Zuschauer – drauf einlässt.

"Alice im Wunderland" zwei weitere Male

Zum Vormerken: An diesem Donnerstag und am Montag, 8. Juli, wird das Stück erneut jeweils ab 19 Uhr in der Gymnastikhalle des FJM in Weidenau zu sehen sein.

Autor:

Pauline Vollpert (Freie Mitarbeiterin) aus Siegen

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