Die Sopranistinnen Irene Carpentier und Maria de Moel gaben Konzert in St. Joseph
Mit Engelsstimmen durch die Jahrhunderte

Maria de Moel (l.) und Irene Carpentier bezauberten solistisch oder in engelsgleichen Duetten beim vorweihnachtlichen Konzert in St. Joseph in Weidenau.
  • Maria de Moel (l.) und Irene Carpentier bezauberten solistisch oder in engelsgleichen Duetten beim vorweihnachtlichen Konzert in St. Joseph in Weidenau.
  • Foto: Olaf Neopan Schwanke
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

ne Weidenau. In der Konzertreihe „Kirchenmusik in St. Joseph“ gastierten am vierten Advent in der hohen Hallenkirche zwei renommierte Chor- und Konzertsängerinnen des Kölner WDR-Chores, die von Dekanatskirchenmusikerin Helga Maria Lange an der Orgel begleitet wurden. Unter dem mächtigen Kranz aus duftendem Tannengrün in rotem Schmuck, auf dem endlich alle vier Kerzen leuchteten und vom nahenden Ende der Wartezeit auf Weihnachten kündeten, sangen Altistin Maria de Moel und Sopranistin Irene Carpentier Madrigale, Lieder und Motetten vom Frühbarock bis zur Gegenwart, stellten also geistliche Musik zu Advent und Weihnachten aus über vierhundert Jahren Musikgeschichte vor.

"Der Tag, der ist so freudenreich"

Das Programm entwickelte sich weitestgehend chronologisch und eröffnete mit der Kantate „Willkommen, süßer Bräutigam“ des 1654 bei Cuxhaven geborenen Vincent Lübeck, Vertreter der Norddeutschen Orgelschule und Vorbild Johann Sebastian Bachs, aus dessen Orgelbüchlein Helga Maria Lange im Anschluss drei feine, kurze Kompositionen vorspielte. Heinrich Grimms „Der Tag, der ist so freudenreich“ bezauberte durch barockes Schwelgen in flirrenden Koloraturen, die der 1593 in Holzminden geborene Praetorius-Schüler zum Teil als Echo, als Wechselgesang komponierte. Schön, wie beide Sängerinnen präzise auch in den schnellen Passagen harmonierten, ihre unterschiedlichen Timbres zu einem engelsgleichen Klang verschmolzen. Unterstrichen wurde dieser Eindruck durch ein glühendes „Laudamus te“ aus dem „Gloria“ von Antonio Vivaldi. 

„Cantique de Noël“ auf Französisch und Deutsch

Harmonierten die beiden Stimmen wundervoll, konnte jede einzelne auch solistisch überzeugen: So präsentierte die seit 2016 in Freudenberg lebende Belgierin Carpentier ein empfindsames „Virgo singularis“ vom seinerzeit 20-jährigen Samuel Wesley (1766–1837), ein frühklassisches Stück, das schon auf die aufziehende Romantik verweist. 
Die niederländische Mezzosopranistin/Altistin Maria de Moel verzauberte das Publikum mit einer packend interpretierten „Cantique de Noël“ vom Romantiker Adolphe Adam, das sie auf Französisch und Deutsch in bester Artikulation vortrug. Dazwischen zelebrierte Helga Lange ein festlich-bescheidendes, lichtes Präludium in G-Dur von Mendelssohn Bartholdy. Fauré, Franck, Reger und ein kinderliedhaftes „Jul, jul, stralande jul“ von Gustaf Nordquist vervollständigten die Programmauswahl der Romantik und Spätromantik, bevor Organistin Lange mit zwei interessanten Klanglandschaften über bekannte Kirchenlieder begeisterte: Franz Lehrndorfers (1928–2013) meditative Variation auf „Es ist ein Ros entsprungen“ geriet zu ganz silbriger Musik, und auch sein prächtig breit orchestriertes „Wie schön leuchtet der Morgenstern“ mit Cantus firmus in den Pedalen und glitzerndem großen Zimbelstern, der „Sonne“, waren Orgel-Highlights.

Zwei Lieder von John Rutter zum Abschluss

Den kleinen Zimbelstern, auch seit 1998 an der Kemper-/Mebold-Orgel angebracht, konnte das festlich eingestimmte Publikum denn auch in der Zugabe nach den beiden abschließenden, spontanen Applaus evozierenden Lieder von John Rutter (*1945) im Einsatz hören: Die beiden viel gebuchten und bundesweit gefragten Sängerinnen brachten eine heimatliche Komposition eines flämischen Traditionals mit eingewobenem „Stille-Nacht"-Motiv zu Gehör – und komplettierten ein hervorragendes Liedkonzert.

Autor:

Olaf Neopan Schwanke (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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