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Festliche Musik im Apollo-Theater
Mit frohem Takt ins Neue Jahr

Die feinprickelnde Sektlaune hält auch noch an Neujahr an: Olivier Tardy steht am Pult der Philharmonie Südwestfalen und begleitet Sopranistin Reuter kongenial
  • Die feinprickelnde Sektlaune hält auch noch an Neujahr an: Olivier Tardy steht am Pult der Philharmonie Südwestfalen und begleitet Sopranistin Reuter kongenial
  • Foto: Olaf n. Schwanke
  • hochgeladen von Redaktion Kultur

ne - Das Neujahrskonzert der Philharmonie Südwestfalen endet im Apollo  mit stehenden Ovationen.
ne Siegen/Betzdorf.  Keine Katerstimmung kam am Neujahrsnachmittag auf, als die Philharmonie Südwestfalen, das heimische Landesorchester, diesmal mit dem jungen Konzertmeister Sangmin Park im Apollo-Theater am Ufer der Sieg zum großen „Begrüßungskonzert für 2022“ aufspielte: Olivier Tardy stand am Pult. Tardy, geboren in der Michelin-Reifenstadt Clermont-Ferrand und bis vor Kurzem Chefdirigent der Brandenburger Symphoniker, dirigierte frech und pointiert, oft aus der Hocke und mit ostentativer Leidenschaft – das kommt beim Publikum des für Pandemie-Verhältnisse bestens besuchten Konzertes glänzend an und steigert die leuchtende Erwartungshaltung des Auditoriums.

ne - Das Neujahrskonzert der Philharmonie Südwestfalen endet im Apollo  mit stehenden Ovationen.
ne Siegen/Betzdorf.  Keine Katerstimmung kam am Neujahrsnachmittag auf, als die Philharmonie Südwestfalen, das heimische Landesorchester, diesmal mit dem jungen Konzertmeister Sangmin Park im Apollo-Theater am Ufer der Sieg zum großen „Begrüßungskonzert für 2022“ aufspielte: Olivier Tardy stand am Pult. Tardy, geboren in der Michelin-Reifenstadt Clermont-Ferrand und bis vor Kurzem Chefdirigent der Brandenburger Symphoniker, dirigierte frech und pointiert, oft aus der Hocke und mit ostentativer Leidenschaft – das kommt beim Publikum des für Pandemie-Verhältnisse bestens besuchten Konzertes glänzend an und steigert die leuchtende Erwartungshaltung des Auditoriums.

Spritzige Standards und mitreißende Gassenhauer

Spritzig gespielte Klassikstandards und Schlager erwarten die Zuhörer, vielleicht ist auch Mitklatschen angesagt, will, mal sehen … Mit Mozart fängt das Neujahrskonzert gut an, die Stimmung ist heiter, der sympathische Dirigent moderiert mit Charme, und wird darin nur noch von Sopranistin Sophie-Magdalena Reuter übertroffen, die im Wechsel mit Tardy die Programmpunkte vorstellt und ansonsten wunderschön singt, mit leicht zerbrechlich wirkendem Mezzosopran im Timbre von Orangenblüten.

Blumen- und Liebesgrüße

Nach der Ouvertüre zur „Hochzeit des Figaro“ von 1786 folgt die Blumenarie „Deh vieni non tardar“ (KV 492) aus derselben Mozartoper. Dann flüstert ein Liebesgruß, der „Salut d‘amour“ (1888) vom Briten Edward Elgar, Vielversprechendes, besonders in der Sologeige Sangmin Parks, der dafür Einzelapplaus erhält: Das Publikum ist aufgeweckt, interessiert am musikalischen Vortrag und spart nicht mit Zeichen der Begeisterung.

In der Wunderwelt ...

Carl Nielsens symphonische Spielereien, kleine, fantastische Stücke aus „Aladdin“ op. 34 von 1919 (Chinesischer Tanz, Hindu-Tanz, Aladdins Traum, Morgennebel, Orientalischer Festmarsch) leiten alle in Disney-bunte Welten, Bedrich Smetanas Aria für Sopran und Orchester, „Gern ja will ich dir vertrauen“, aus der „Verkauften Braut“ erntet großen Beifall.
Doch nicht genug der Gassenhauer mit Niveau: Die „Ruslan-und-Ludmila“-Ouvertüre Michail Iwanowitsch Glinkas zeigt, dass auch die Musikerinnen und Musiker der Philharmonie am ersten Tag des neuen, noch unbeschriebenen Jahres auf der Höhe ihrer Ausdruckskraft stehen: Spritzig und mit offensichtlicher Freude an der Atmosphäre folgen sie dem plastischen Dirigat, nur gelegentlich steht ihre Dynamik hinter der Intention Olivier Tardys, bleibt leiser, vorsichtiger.

Zum Miterleben: "Lied an den Mond"

Das passt aber zum Beispiel zur Begleitung der Star-Arie aus Antonín Dvoráks „Rusalka“-Komposition von 1901: Das „Lied an den Mond“ für Sopran und Orchester erzeugt Gänsehaut, so glaubwürdig ist die emphatische Interpretation von Reuter.

Strauß-Klassiker fehlen nicht!

Vincenzo Bellini und Giacomo Puccini stehen auf dem Programm, bis endlich auch die Neujahrskonzertklassiker der Strauß-Familie zur Aufführung kommen. „Unter Donner und Blitz“ (op.324, vom Sohn) etwa, oder  die „Schnellpolka unter drei Minuten“. „An der schönen blauen Donau“, op 314 von 1867, der Walzer zum „Drin-Versinken“, darf nicht fehlen. Langer Applaus, dann drei Zugaben, natürlich nicht ohne den „Radetzkymarsch“ zum Mitklatschen, was das Siegener Konzertpublikum gerne auch im Stehen vollzog. „Same procedure as every year“ zwar, aber verlässlich herzlich und fröhlich: Wenn das mal kein gutes Vorzeichen ist für 2022!
Die Philharmonie Südwestfalen kann wegen der Corona-Auflagen nicht alle geplanten Neujahrskonzerte in der Region spielen, am Sonntag sollte das Konzert allerdings in Betzdorf ebenfalls gespielt werden.  Informationen dazu auf www.philsw.de.

Autor:

Olaf Neopan Schwanke (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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