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Philharmonie Südwestfalen und Pianistin Bashkirova begeisterten mit Schumann
Mitreißend und beglückend

Die Philharmonie Südwestfalen, unter der Leitung von Nabil Shehata, gab zusammen mit der Pianistin Elena Bashkirova im Apollo ein fulminantes Schumann-Konzert.
  • Die Philharmonie Südwestfalen, unter der Leitung von Nabil Shehata, gab zusammen mit der Pianistin Elena Bashkirova im Apollo ein fulminantes Schumann-Konzert.
  • Foto: Isabell Lippitz
  • hochgeladen von Redaktion Kultur

lip - Die Pianistin Elena Bashkirova glänzte im Klavierkonzert a-Moll, die Philharmoniker in Schumanns 3. Sinfonie.
lip Siegen. Das letzte Konzert im Apollotheater am Freitagabend (es wurde am Donnerstag bereits gegeben) vor dem neuerlichen Lockdown war für Apollo-Intendant Magnus Reitschuster Anlass, in seiner Begrüßungsrede sowohl Unmut zu äußern angesichts der pauschalen Maßnahmen – trotz der Abstandsmaßnahmen und der Sicherheit garantierenden tollen Lüftungsanlage („das Apollo ist der sicherste Ort in der ganzen Stadt“), als auch Verständnis angesichts der dramatischen Situation zu zeigen. Die ca. hundert Zuhörer waren sich also bewusst, ein ganz besonderes Konzert zu erleben.

lip - Die Pianistin Elena Bashkirova glänzte im Klavierkonzert a-Moll, die Philharmoniker in Schumanns 3. Sinfonie.
lip Siegen. Das letzte Konzert im Apollotheater am Freitagabend (es wurde am Donnerstag bereits gegeben) vor dem neuerlichen Lockdown war für Apollo-Intendant Magnus Reitschuster Anlass, in seiner Begrüßungsrede sowohl Unmut zu äußern angesichts der pauschalen Maßnahmen – trotz der Abstandsmaßnahmen und der Sicherheit garantierenden tollen Lüftungsanlage („das Apollo ist der sicherste Ort in der ganzen Stadt“), als auch Verständnis angesichts der dramatischen Situation zu zeigen. Die ca. hundert Zuhörer waren sich also bewusst, ein ganz besonderes Konzert zu erleben.

Elena Bashkirova: eine der großen Interpretinnen

Die Solistin des Klavierkonzertes a-Moll von Robert Schumann, Elena Bashkirova, gehört zu den ganz großen russischen Interpretinnen. Sie schlug mit ihrer mitunter agogisch eigenwilligen, sensiblen und gefühlvollen Spielweise sofort die Hörer in den Bann. Das 1845 nach fünfjähriger Entstehungszeit von Roberts Virtuosen-Gattin Clara uraufgeführte Werk (ihr Name erscheint im Anfangsthema) wurde damals begeistert aufgenommen und ist bis heute sehr beliebt und bekannt.
Nach einem fulminanten Beginn von Klavier und Orchester singt die Oboe das Clara-Thema. Klavier und Orchester antworten. Reich an schönen Themen, entfesselten Temperamentsausbrüchen, rauschhaften Arpeggien und Trillern des Klaviers entfaltete sich das Klanggeschehen. Nabil Shehata gab der Solistin Freiraum und hielt die Zügel für das Orchester fest in der Hand. Dem melodiösen zweiten Satz mit herrlich romantischen Holzbläser- und Cellopassagen folgte „attacca“ der dritte Satz, der nach und nach im Wechsel von Orchester und Solopassagen des Klaviers immer mehr Fahrt aufnahm. Scharf akzentuiert, rhythmisch versetzt erschienen markante Themen, kleine Fugen, klangvolle Blechbläserchöre, durchsetzt von eleganten und rauschenden Klavierfantasien. Nach der wunderbaren Schluss-Kadenz der großartigen Solistin und der rasanten „Stretta“ des gesamten Orchesters gab es langen, riesigen Applaus!

Oboist Malcolm Mead nach 40 Jahren im Ruhestand

Die Umbaupause nutzte Orchester-Intendant Michael Nassauer, den Orchesterwarten sowie allen Mitarbeitern des Theaters zu danken. Orchestervorstand Thomas Kiess übergab dem nach 40 Jahren aus dem Orchester in den Ruhestand wechselnden Oboisten Malcolm Mead einen Präsentkorb und erinnerte an die zahllosen Male, die er als 1. Oboist das „a“ zum Einstimmen des Orchesters intonierte. Dankbarer Applaus!
Schumann komponierte 1850 seine dritte Sinfonie in einem Schaffensrausch, angesichts des ehrenvollen Empfangs in Düsseldorf, als er als Nachfolger von Ferdinand Hiller antrat. Da Schumann programmatische Erklärungen für seine Musik ablehnte, hätte er sicher den Titel „Die Rheinische“ eher nur als emotionale Verbundenheit (er war sehr beeindruckt vom Kölner Dom) akzeptiert. Titelmusiken in Rundfunk- und Fernsehen (Ältere erinnern sich an das Thema des 2.Satzes bei „Hier und Heute“) zeigen die Popularität, die diese fünfsätzige Sinfonie aber zweifellos wegen ihrer melodiösen Erfindungsfrische, der farbenreichen Instrumentierung und kompositorischen Raffinesse erlangte.

Nabil Shehata führte  zu Höchstleistungen

Die Musiker der Philharmonie Südwestfalen ließen sich von ihrem Chefdirigenten Nabil Shehata zu Höchstleistungen führen. Ob es die häufigen herrlichen Hornquartette und Blechbläserfanfaren samt Pauke waren, oder die zauberhaften Holzbläser-Elegien und die oft gegen den Strich gebürsteten, artikulatorisch perfekten Streicherchöre: Die virtuose Darbietung geschah mit offensichtlicher, großer Freude am gemeinsamen Musizieren, das zum ersten Mal wieder, mit eingehaltenem Abstand in etwas reduzierter Sinfonieorchestergröße, möglich war. Wer weiß, wann man sich wieder im Apollo sieht und hört?  - Isabell Lippitz

Autor:

Redaktion Kultur

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