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Im Apollo-Theater Siegen hat die "Dschungel-Trilogie" Premiere
Mogli auf dem Weg zum Amtsleiter?!

Akela (Johannes Fast) braucht einen Nachfolger als Wolfsrudel-Leiter.
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Die "Dschungel-Trilogie" von Magnus Reitschuster feiert am Samstag, 18. Januar, um 19 Uhr ihre Uraufführung im Apollo-Theater.
ciu Siegen. „Das Dschungelbuch“ hat Konjunktur – zumal in der Region. Als „Weihnachtsmärchen“ sahen es im Apollo-Theater Siegen nach Angaben des Hauses schon über 21 000 (zumeist junge) Menschen; im Sommer wird es dann in Freudenberg in einer Inszenierung der Freilichtbühne zu erleben sein, und darüber hinaus touren Ensembles von hier und anderswo mit der Geschichte von Mogli, Balu, Kaa und Co. durchs Land. „Das Dschungelbuch“, 1894/95 vom britischen Autor Rudyard Kipling als Sammlung von Erzählungen und Gedichten („The Jungle Books“) angelegt, ist ein Dauerläufer, eine Geschichte voller Weisheit und Witz – und: mit einem Happy End.

Die "Dschungel-Trilogie" von Magnus Reitschuster feiert am Samstag, 18. Januar, um 19 Uhr ihre Uraufführung im Apollo-Theater.
ciu Siegen. „Das Dschungelbuch“ hat Konjunktur – zumal in der Region. Als „Weihnachtsmärchen“ sahen es im Apollo-Theater Siegen nach Angaben des Hauses schon über 21 000 (zumeist junge) Menschen; im Sommer wird es dann in Freudenberg in einer Inszenierung der Freilichtbühne zu erleben sein, und darüber hinaus touren Ensembles von hier und anderswo mit der Geschichte von Mogli, Balu, Kaa und Co. durchs Land. „Das Dschungelbuch“, 1894/95 vom britischen Autor Rudyard Kipling als Sammlung von Erzählungen und Gedichten („The Jungle Books“) angelegt, ist ein Dauerläufer, eine Geschichte voller Weisheit und Witz – und: mit einem Happy End. Das Findelkind schlägt sich durch einen Urwald an Abenteuern, landet aber dann doch wieder dort, wo es (scheinbar …) hingehört, bei den Menschen. Alles gut? Mitnichten.

Magnus Reitschuster erzählt "Dschungelbuch" weiter

Davon jedenfalls erzählt Apollo-Intendant Magnus Reitschuster in seiner Weiterentwicklung des „klassischen“ Stoffs. Er geht der Frage nach, was wäre, wenn Mogli, zum Menschenmann gereift, die – von Angst bestimmte – Menschenwelt mitgestalten könnte. Im Konflikt zwischen Wunsch und Wirklichkeit, Macht und Ohnmacht, Ökonomie und Ökologie – und damit mitten in der modernen Welt angekommen. Reitschusters „Dschungel-Trilogie“, die das bekannte Märchen mit zwei Teilen umrahmt, knüpft an die aktuelle Diskussion rund um die freitäglichen Zukunfts-Demos an und befeuert sie aus einer dramatischen Sichtweise.

Beim Dorflehrer lässt Gandhi grüßen

Die Geschichte spielt in Indien, in den 40er-Jahren des 20. Jahrhunderts und damit just zu der Zeit, in der sich die britischen Kolonialherren zurückziehen und geklärt werden muss, wer nun zum Bestimmer wird. Konkret wird der Chef des Amts für Dschungelschutz und Waldwirtschaft gesucht. Der Brite Sahib Schöngeist favorisiert, wie der Dorflehrer (Gandhi lässt grüßen!), den unter Wölfen aufgewachsenen Mogli. Die Delegierten der Bauern und der Holzfäller (für die der Wald auch die Lebensgrundlage bietet, jedenfalls für den Moment) wünschen sich den Großjäger Buldeo als Leiter …

Regisseur Jürg Schlachter zerreißt es ...

Wie die Verhandlung schließlich ausgeht, das wurde beim Pressegespräch am Dienstag noch nicht verraten – märchenhaft vermutlich nicht. Das wahre Leben jedenfalls lässt den Regie führenden Jürg Schlachter beinahe verzweifeln. Bei dem, was in der Welt an Ressourcen-Ausbeutung und Ignoranz geschehe, „zerreiße es ihn schier“, auch wenn er sehe, wie sehr der Mensch als Kind das Gute im Sinn habe, auch das Empathische, um solches mit zunehmenden Alter zu verlieren.

Mogli bleibt Mogli

Der aus der Schweiz stammende Regisseur arbeitet mit dem schon bekannten „Dschungelbuch“-Ensemble zusammen. Im August probte das Team beide Stücke, mit dem Effekt, dass Märchen und Drama einander durchaus befruchteten. In der Trilogie wird Moglis Geschichte im Mittelteil erzählt. Und die Protagonisten, das deutet manche Requisite schon an, wandeln sich. Der Jäger wird zum Tiger (oder war er das längst?), der Lehrer zum Bären, der Engländer zum gealterten Obersten der
Wölfe … Mogli bleibt Mogli – als einer,der die Haltung der Menschen und der Tiere kennt, ein Wanderer zwischen den Welten.
Am Samstag, 18. Januar, feiert die „Dschungel-Trilogie“ um 19 Uhr ihre Uraufführung im Siegener Theater, sieben weitere Vorstellungen sind bislang angesetzt. Es gibt noch Karten.

Saison-Auftakt mit Kinderstück
Autor:

Claudia Irle-Utsch (Redakteurin) aus Siegen

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