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Vorerst noch virtuell: Mariana Castillo Deball im MGK Siegen
Museen, Objekte, Geschichten

Mariana Castillo Deball in bzw. auf ihrer Arbeit "Nuremberg Map of Tenochtitlan" (2013). Die Karte der Azteken-Hauptstadt in Mexiko hat sie als begehbaren Holzschnitt gearbeitet.
  • Mariana Castillo Deball in bzw. auf ihrer Arbeit "Nuremberg Map of Tenochtitlan" (2013). Die Karte der Azteken-Hauptstadt in Mexiko hat sie als begehbaren Holzschnitt gearbeitet.
  • Foto: Museum/Philipp Ottendörfer
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

zel Siegen. Mariana Castillo Deball interessiert sich für das Museum als Ort der Erforschung und Präsentation von Kunstwerken und Fundstücken – und für die Museums-Objekte selbst: Sie erzählen Geschichten vom Anfertigen oder Auffinden (etwa von Fossilien), Besitzerwechsel und Transport bis zum heutigen Umgang mit ihnen. Aus ihren Überlegungen zu den politischen und kunst- und naturhistorischen Dimensionen der teils unbequemen Dinge (Stichwörter: Kolonialismus, Evolution) entwickelt die 1975 in Mexiko-Stadt geborene und in Berlin lebende Künstlerin und Professorin für Bildhauerei an der Kunsthochschule Münster ihre Arbeiten – hauptsächlich Installationen im Raum, die öfter mithilfe ungewöhnlicher Drucktechniken entstehen.

zel Siegen. Mariana Castillo Deball interessiert sich für das Museum als Ort der Erforschung und Präsentation von Kunstwerken und Fundstücken – und für die Museums-Objekte selbst: Sie erzählen Geschichten vom Anfertigen oder Auffinden (etwa von Fossilien), Besitzerwechsel und Transport bis zum heutigen Umgang mit ihnen. Aus ihren Überlegungen zu den politischen und kunst- und naturhistorischen Dimensionen der teils unbequemen Dinge (Stichwörter: Kolonialismus, Evolution) entwickelt die 1975 in Mexiko-Stadt geborene und in Berlin lebende Künstlerin und Professorin für Bildhauerei an der Kunsthochschule Münster ihre Arbeiten – hauptsächlich Installationen im Raum, die öfter mithilfe ungewöhnlicher Drucktechniken entstehen.

Online-Rundgang durch "Amarantus"

Im Museum für Gegenwartskunst (MGK) Siegen hat die Künstlerin eine Überblicksausstellung eingerichtet: „Amarantus“ wurde kuratiert von Museumsdirektor Thomas Thiel (bis 30. Mai). Das Museum ist coronabedingt geschlossen. Ein Online-Rundgang findet an diesem Samstag, 16 Uhr, für die Öffentlichkeit statt (Infos: www.mgksiegen.de). Zu sehen ist etwa ein begehbarer Holzschnitt der Nürnberger Karte der aztekischen Hauptstadt Tenochtitlan, die der spanische Eroberer Hernán Cortéz vor 1522 anfertigen ließ und die 1524 in Nürnberg erstmals gedruckt wurde.

Siegener Taufschale kommt ins Spiel

Beziehungsgeschichte(n) findet Castillo Deball auch in Siegen. So soll zum einen als Leihgabe aus dem Siegerlandmuseum die Radierung „Amazonenschlacht“ (1623) von Lucas Vorsterman I nach Peter Paul Rubens gezeigt werden (Thema Reproduktionen); zum anderen soll eine Arbeit zur silbernen Taufschale entstehen, die 1658 als Geschenk von Fürst Johann Moritz in der Nikolaikirche in seiner Geburtsstadt Siegen eintraf. Als Objekt, über das sich Kolonial- und Sklavereigeschichte erzählen lässt, ist die in Peru gefertigte Schale derzeit ins Amsterdamer Rijksmuseum ausgeliehen.

Kommentar

Appetit und Hunger

Und? Was macht die Kunst? Das wüsste man gerne. Was gestern in der Online-Pressekonferenz von Mariana Castillo Deballs Ausstellung im Museum für Gegenwartskunst zu sehen war, lässt mich glauben, dass das „Amarantus“ eine starke Schau ist – und das, obwohl mein Fenster ins Museum gerade mal die Größe eines kleinen Handydisplays hatte. Jetzt habe ich richtig Hunger.

Logisch ist der ganzen Unternehmung schwer beizukommen. Da wird eine Ausstellung aufwendig geplant, aufgebaut und eröffnet für – aktuell – kein Publikum. Thomas Thiel und sein Team ziehen es durch und fächern hinter den Museumsmauern in 14 Räumen eine Welt auf, die wir nicht betreten dürfen. Es schmerzt. Aber das Museum ist dann bereit, wenn es wieder öffnen darf.

Also, ziehen wir von der Zeitung es ebenso durch? Ich kann kaum über Kunst schreiben, die nicht für den virtuellen, sondern für den realen Raum entstanden ist und die ich nicht wirklich gesehen habe – und die Sie als Leserinnen und Leser sich nicht ansehen können. Deshalb habe ich mich gegen eine „richtige“ Besprechung entschieden – aus Solidarität und um nichts zu „faken“. Online ist nun mal alles, was wir im Moment haben. Wenn’s weitergeht im Museum, geht es auch hier weiter.

Deshalb: Probieren Sie den Appetithappen, den das Museum am Samstagnachmittag anbietet. Mariana Castillo Deball spricht Englisch und Deutsch und erklärt, was sie zu den Arbeiten bewogen hat. Es läuft einem das Wasser im Mund zusammen – vor Seh-Lust. Schöne „saludos“ nach Mexiko und Spanien, wohin „Amarantus“ später touren soll: Diese Ausstellung lassen wir in Siegen nicht gehen, bevor wir sie physisch, vor Ort, begangen und uns sattgesehen haben!
Autor:

Regine Wenzel (Redakteurin) aus Siegen

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