Märchen ganz klassisch beim Kindertheater in den Ferien mit theater*wiese
Mutterliebe und Geißen-Mut

la Siegen. Kann man heute Märchen wie das der Brüder Grimm, „Der Wolf und die sieben Geißlein“, noch ganz klassisch erzählen und spielen, ohne jeglichen technischen Firlefanz? Man kann, wie am Samstagnachmittag Kerstin Wiese in der 29. Ausgabe der Reihe „Kindertheater in den Ferien“ im Siegener Schlosspark bewies. Die gebürtige Berlinerin, die Puppenkunst an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin studierte und jetzt ihr Ein-Frau-Unternehmen theater*wiese in Erfurt etabliert hat, erzählte den Kindern die Geschichte von der alten Geiß, die sieben junge Geißlein hat.
Nur können die nicht darauf hören, was ihnen die Mutter sagt. Nämlich nicht die Tür zu öffnen, wenn sie im Wald nach Futter sucht. Die alte Geiß ahnte vielleicht schon (deshalb die Warnung), dass der Wolf Appetit auf junge Zicklein hatte, seiner Stimme mit Kreide einen wohligen Klang gab, sich die eine Pfote weiß einpuderte und so die jungen Geißlein täuschte. Sechs an der Zahl verspeiste er ohne viel Federlesens.
Nur das siebte und kleinste Kind versteckte sich im Uhrkasten. Und mit wohlgefülltem Magen legte sich der Wolf draußen unter den Apfelbaum, schnarchte, bis ihn Mutter und Kind fanden. Und das Ende der Geschichte? Sie befreiten die Geißlein, nähten stattdessen Wackersteine in den Bauch, und als der Wolf endlich ausgeschlafen hatte, ging er zum Brunnen und trank. Dumm nur, dass die Steine verrutschten, der Wolf das Übergewicht bekam und in den Brunnen fiel. Und was riefen da die sieben Geißlein? „Der Wolf ist tot, der Wolf ist tot.“

Kerstin Wiese setzt auf die Faszination des Erzählens

Seit 2002 spielt Kerstin Wiese, die mit ihren Solostücken in deutscher und französischer Sprache unterwegs ist, die Geißen-Geschichte. In Schulen, in kleineren Theatersälen und auch im Rahmen der Kindertheater-Tage in NRW. Die Puppenspielerin, die am Samstag zu Beginn zwar mit dem starken Wind und der Technik zu kämpfen hatte, verzichtet ganz bewusst auf eine grelle Kulisse und farbenfrohe Kostüme. Sie möchte, sagt sie, die Kinder nicht ablenken, sie sollen sich durch ihre Fantasie ins Geschehen einbringen. „Ich bin“, so die Erfurterin, „eigentlich ein Dinosaurier in der Kinder-Unterhaltung, weil ich ganz auf das lebendige Erzählen setze.“
Beifall am Samstag Nachmittag im gut gefüllten Rund. Die Vorstellung bildete fast den Abschluss der, was die Resonanz betrifft, äußerst erfolgreichen 29. Ausgabe des „Kindertheaters in den Ferien“. Der Beifall bewies: Auch Märchen haben noch ihre Faszination.

Kindertheater in den Ferien: Abschluss der Reihe im Märchenzelt

Im September ist die Puppenspielerin im Rahmen der Reihe „Kindertheater des Monats“ in Schleswig-Holstein eingeladen. Dann wird sie 20 Tage die Geschichte von der alleinerziehenden Geißenmutter, von den Geschwisterkindern und dem gefräßigen Wolf mit ihren Handpuppen spielen. Die Geschichte, die von List und Tücke, von Mutterliebe und dem großen Mut kleiner Ziegenherzen erzählt. Der Abschluss der Siegener Reihe wird am kommenden Samstag, 24. August, im 18. Siegener Märchenzelt auf der Wiese unterhalb des Museums sein. Geschichtenerzählerin Gwendith öffnet dann ihr Märchenzelt auf der Museumswiese.

Autor:

Jörg Langendorf aus Siegen

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