Performance der Uni-Fächer Architektur und Musik
„Nacht Raum Schatten Musik“ verzauberte

Mitten in der „Wildnis“, auf dem Erfahrungsfeld „Schön und gut“, boten Studierende der Fächer Architektur und Musik eine spektakuläre Performance.
  • Mitten in der „Wildnis“, auf dem Erfahrungsfeld „Schön und gut“, boten Studierende der Fächer Architektur und Musik eine spektakuläre Performance.
  • Foto: Isabel Lippitz
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

lip Siegen. Reichlich Regen und starker Sturm hatten während der Proben das Gelände auf dem Siegener Erfahrungsfeld „Schön und gut“ in eine Schlammwüste verwandelt: Keine gute Voraussetzung für eine unter freiem Himmel stattfindende Performance der Uni-Fächer Musik und Architektur. Wie Prof. Martin Herchenröder in seiner Begrüßung erklärte, war das zusammen mit seinem Kollegen Prof. Ulrich Exner (Architektur, Raumgestaltung) entworfene Projekt bereits am Ende des Sommersemesters als Ergebnis eines Musik-Seminars geplant gewesen, aber als noch nicht aufführungsreif auf den Oktober verschoben worden. Mit mehreren Fuhren Holzpellets wurde Abhilfe geschaffen, so dass das zahlreiche Publikum trockenen Fußes, aber frierend die von zehn Architektur- und 30 Musikstudierenden vorbereiteten Ereignisse erwartete.

Beleuchtung mit geradezu magischer Wirkung

Wegen des klaren, zunächst noch zu hellen Abendhimmels fing die Performance „Nacht Raum Schatten Musik“ erst kurz vor 20 Uhr an. Die graffitibemalten Betonwände des ehemaligen Militär-Schießstandes waren mit großen weißen Stoffbahnen behängt und so miteinander verbunden. Am Ende, kurz vor dem Wald, war eine flache Steinpyramide aufgebaut worden, die in hellblaues Licht getaucht wurde. Seitwärts auf einem Hügel war eine komplette, bedachte Bühne für die Live-Musik errichtet worden, die von der zentralen Steuerung der Licht- und Tonregie (Marco Hoffmann und Valerie Ludwig) „beleuchtet“ wurde. Die Beleuchtungsfirma Erco war bereit, umsonst ihre LED-Technik zur Verfügung zu stellen, ohne die das Gelände im Dunkeln geblieben wäre. Auch die Sparkasse Siegen unterstützte das ehrgeizige Projekt, das in der seit 2014 begonnenen Reihe der Zusammenarbeit von Musik und Architektur (man denke nur an das zauberhafte Open-Air-Projekt unter der HTS 2017!) eine besondere Herausforderung darstellt. Wie im ausführlichen Programmheft zu lesen war, hatten die Musikstudierenden sieben Strophen zu den Titeln „Natur und Mensch, Krieg und Frieden, Prometheus-was jetzt? Macht-Ohnmacht, … inmitten von noch und schon …, Massiv-Filigran, Licht und Dunkel“ für unterschiedliche Besetzungen komponiert, die von elektronischen Klängen (Marco Hoffmann) in Prolog, Epilog und Ritornellen eingefasst wurden. Zweimal wurden Videos, die Naturphänomene auf die einzige unbemalte Beton-Fläche zauberten, rhythmisch und klanglich begleitet. Geradezu magische Wirkung hatte die wechselnde Belichtung der weißen Stoffbahnen, die ausgeklügelten, mit der Musik korrespondierenden Plänen folgte.

So eindrucksvoll und komplex!

In „Krieg und Frieden“ waren Fragmente von Trompetenfanfaren und ein einsam schönes Saxophonsolo zu hören. Die Figur des Feuer stehlenden Prometheus erschien in von vier Sängern und Sängerinnen vorgetragenen Texten in stammelndem Gesang, von einer Glocke und immer lauter werdendem Instrumentarium begleitet. „Macht-Ohnmacht“ war mit den sich steigernden Blechbläser- und Schlagzeugeinsätzen zu wechselnder Stoffbahnbeleuchtung ein Höhepunkt. „Massiv und Filigran“: Sechs tanzende Taschenlampenträgerinnen tauchten nach und nach hinter der Pyramide auf; dazu erklang anrührend schöner, sanfter Cello- und Sologesang! „Licht und Dunkel“ bot noch einmal alle Instrumentalisten auf: so eindrucksvoll und komplex! Man darf gespannt sein auf weitere Projekte. Langer Applaus zeigte jedenfalls, dass alle Anwesenden restlos begeistert waren.

Autor:

Redaktion Kultur aus Siegen

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