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Wie Sisyphos sich aufmacht, wieder anzupacken …
Neue Banner am Apollo

Sisyphos als Vorbild: Er packt immer wieder neu an und rollt den Stein den Berg hinauf. Apollo-Intendant Magnus Reitschuster ist froh, dass das Theater mit den Bannern, die das Wort inszenieren, in der Stadt sichtbar ist, auch wenn die Theater derzeit geschlossen sind.
  • Sisyphos als Vorbild: Er packt immer wieder neu an und rollt den Stein den Berg hinauf. Apollo-Intendant Magnus Reitschuster ist froh, dass das Theater mit den Bannern, die das Wort inszenieren, in der Stadt sichtbar ist, auch wenn die Theater derzeit geschlossen sind.
  • Foto: Dr. Gunhild Müller-Zimmermann
  • hochgeladen von Redaktion Kultur

gmz Siegen. „Muss ja!“: Albert Camus‘ Aussage über Sisyphos („Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen“) prangt als neues Banner an der Apollo-Front in Siegen, flankiert von Ernst Blochs aufmunterndem Satz „Die Hoffnung ist ins Gelingen verliebt.“ Seit März begleitet das Bloch‘sche Diktum die Spaziergänger vor dem Theater als eine Inszenierung des Wortes in haptisch-stofflicher, Aufmerksamkeit-heischender Form.
Eine Botschaft in großen Lettern, die nicht brüllt, sondern zum Nachdenken, Mitdenken, Sinnieren anregt – über die (Corona-)Situation, sich selbst und andere, Gefahr, Zukunft oder Verantwortung.

gmz Siegen. „Muss ja!“: Albert Camus‘ Aussage über Sisyphos („Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen“) prangt als neues Banner an der Apollo-Front in Siegen, flankiert von Ernst Blochs aufmunterndem Satz „Die Hoffnung ist ins Gelingen verliebt.“ Seit März begleitet das Bloch‘sche Diktum die Spaziergänger vor dem Theater als eine Inszenierung des Wortes in haptisch-stofflicher, Aufmerksamkeit-heischender Form.
Eine Botschaft in großen Lettern, die nicht brüllt, sondern zum Nachdenken, Mitdenken, Sinnieren anregt – über die (Corona-)Situation, sich selbst und andere, Gefahr, Zukunft oder Verantwortung. Viele Menschen, so Apollo-Intendant Magnus Reitschuster, haben den Hölderlin-Spruch „Wo aber Gefahr ist, wächst das Rettende auch“ (den zweiten Teil der ersten Inszenierung im März) abgeschrieben, fotografiert oder sich für Selfies davor positioniert: So wirkte auch das geschlossene Theater in die Stadt und ihre Gesellschaft hinein, betont Reitschuster im Gespräch mit der SZ.

Banner als Chronologie der Corona-Zeit

Die Banner stellen auch eine Art Chronologie der Corona-Zeit dar: Von der elementaren Kraft der Hoffnung (ohne Geling-Garantie) und dem Vertrauen auf Rettung, die sich der ersten Schockstarre entgegenstellten, über die Rückkehr zum (selbstbestimmten) Handeln (beim „Festival der Abstände“: „Menschen spielen für Menschen“), zur Sommer-Aussicht auf Besserung „Neues Spiel – neue Zeit: Zuversicht abonnieren“) zum neuerlichen Lockdown, der viele bedrückt. Dem begegnet Reitschuster mit Camus und Sisyphos, dem – nachdem er den Stein hinaufgerollt hat – ja auch eine Zeit der Erholung beim Abstieg gegönnt ist, bevor er wieder beginnt. Camus sagt, er sei glücklich: Er kann etwas tun, er muss nicht resignieren. – Magnus Reitschuster sieht das ähnlich, hat angesichts der Impfstoff-Verheißungen die „begründete Hoffnung“, dass im April irgendwie wieder Theater gespielt werden kann. „Muss ja“: ganz positiv!

Autor:

Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin) aus Siegen

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