50 Jahre "Christopher Street Day"
"Neulich im Schrank" im Bruchwerk-Theater

Anna Hetzer, Kali Drische aus Berlin und Crauss aus Siegen (v. l.) feierten im Bruchwerk-Theater literarische Vielfalt.
  • Anna Hetzer, Kali Drische aus Berlin und Crauss aus Siegen (v. l.) feierten im Bruchwerk-Theater literarische Vielfalt.
  • Foto: Olaf Neopan Schwanke
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

ne Siegen. „Wir sind bunt und feiern rund“ heißt das Motto des diesjährigen Jubiläums-CSD, dem wieder Landrat Andreas Müller als Schirmherr vorsteht: Seit 20 Jahren wird unterm Krönchen regenbogenbunt die individuelle Vielfalt gefeiert und für Toleranz gegenüber queeren Lebensstilen geworben, seit zehn Jahren auch mit einem erfolgreich etablierten ökumenischen Gottesdienst in der Martinikirche.Überdies jährte sich der Ursprung der weltweit begangenen „Christopher Street Days“ (CSD) zum 50. Mal – Jubiläen also, wohin man schaut. Im Siegener Bruchwerk-Theater feierten Freundinnen und Freunde frech-frivoler, melancholischer und einfach lebensfroher Literatur all die runden Jahrestage mit einer bestens besuchten Literaturveranstaltung, zu der der Siegener Autor Crauss zwei Berliner Kolleginnen eingeladen hatte.

Kali Drische im Berliner Literaturtrend

Der Veranstaltungstitel „Neulich im Schrank“ ist dem Buch der 1968 in Berlin geborenen und seit 2010 unter Pseudonym schreibenden Kali Drische entliehen, die seitdem mit ihren wundersamen Geschichten für einiges Aufsehen sorgt. Drische beschreibt mit enormem Sprachwitz prickelnd peinliche Momente ihrer Sexualität, schreibt mit berstendem Humor über Frauenarztbesuche oder nächtliche Nachparty-Erlebnisse im Berliner Nahverkehr, dass das Publikum aus dem Lachen oder Fremdschämen nicht mehr herauskommt. Mit soviel Esprit ist selten über schlechten Sex geschrieben worden – ein Berliner Literaturtrend.

Anna Hetzer erzählt von Liebe, Begehren, Schönheit

Andere Töne schlägt die 1986 geborene Anna Hetzer an: Die für den Meraner Lyrikpreis nominierte Villa-Decius-Stipendiatin hat Medizin, Philosophie und Literatur studiert, zwei Gedichtbände veröffentlicht und verzaubert das Publikum mit zarten Versen zerbrechlicher Welterkenntnis, die sich aus dem Spiel und den Spielversuchen menschlichen Miteinanders speist. Reimlos, aber mit atmenden Rhythmen, raren Redefiguren und mitunter süffisanten Schlusspointen, erzählen ihre Gedichte von Liebe, Begehren und Schönheiten, die sich nicht nur, aber auch über Sprache offenbaren.

Gastgeber Crauss las eigene Texte

Crauss (1971 in Siegen geboren), vielfach preisgekrönt und gut vernetzt, beschrieb in der knapp zweistündigen Veranstaltung vergangenen Donnerstagabend seine erotisch-romantischen Projektionen auf sich balgende Jugendliche oder beeindruckte mit dem packenden Collagetext „Devot“, in dem er Zitate einer Online-Befragung arrangierte, in der er Männer unterschiedlichen Alters zu ihrem Fetisch und dessen Rechtfertigung befragte.
In der Pause und nach dem lange beklatschten Event bot sich die viel genutzte Gelegenheit, sich vom üppigen Büchertisch mit schöner Literatur einzudecken, signiert von den Autorinnen und dem Autor, und in angeregten Gesprächen aufeinander zuzugehen: eine runde Sache demnach.

Autor:

Olaf Neopan Schwanke (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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