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Projekt "Stadtraum für uns" der Jugendkunstschule
"Noch bunter wird's nicht" im Viertel Hammerhütte

"Augmented Reality": Diese Figur, die in einem  Workshop entstanden ist, lässt sich per App auf eine gerade Fläche setzen.
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  • "Augmented Reality": Diese Figur, die in einem Workshop entstanden ist, lässt sich per App auf eine gerade Fläche setzen.
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zel Siegen. „Mal was anderes machen“: Das war die Motivation für Marc Baruth und Mirjam Elburn, das Projekt „Stadtraum für uns“ auf die Beine zu stellen. „Mal was anderes machen“ war wegen Corona notwendig geworden und weil die Jugendkunstschule Siegen-Wittgenstein ihr Angebot aufrecht erhalten wollte. Also am besten was Digitales. Der Geschäftsführer und die Dozentin der Jugendkunstschule entwarfen also das Workshop-Konzept für „Stadtraum für uns“. Es sollte gezielt um das Siegener Viertel Hammerhütte gehen, sagt Baruth, und dort gezielt um den öffentlichen Raum. Bekanntlich ist die rechtsextreme Kleinstpartei „Der 3. Weg“ hier ansässig – und auch der neue Soziokulturverein „Bunte Hammerhütte“, in dem Mirjam Elburn sich auch engagiert.

zel Siegen. „Mal was anderes machen“: Das war die Motivation für Marc Baruth und Mirjam Elburn, das Projekt „Stadtraum für uns“ auf die Beine zu stellen. „Mal was anderes machen“ war wegen Corona notwendig geworden und weil die Jugendkunstschule Siegen-Wittgenstein ihr Angebot aufrecht erhalten wollte. Also am besten was Digitales. Der Geschäftsführer und die Dozentin der Jugendkunstschule entwarfen also das Workshop-Konzept für „Stadtraum für uns“. Es sollte gezielt um das Siegener Viertel Hammerhütte gehen, sagt Baruth, und dort gezielt um den öffentlichen Raum. Bekanntlich ist die rechtsextreme Kleinstpartei „Der 3. Weg“ hier ansässig – und auch der neue Soziokulturverein „Bunte Hammerhütte“, in dem Mirjam Elburn sich auch engagiert. Das Siegener Projekt, das digitale und analoge Kunst verbinden sollte, wurde – wie berichtet – im Rahmen des Programms „Neustart Kultur“ des Fonds Soziokultur mit 21 000 Euro gefördert. Auch Stadt Siegen und Kreis Siegen-Wittgenstein beteiligten sich.

"Ein Testballon"

„Es war ein Testballon“, bilanziert Marc Baruth die Zeit von Ende Juli bis heute. Manches hat gut funktioniert, die viele Arbeit hat die beiden Projektleiter etwas überfordert, also da wären: Projektantrag schreiben, pädagogische Koordination, soziale Medien bespielen und die Umsetzung ins Digitale. „Wir hätten mehr delegieren können“, findet Baruth. Als Kooperationspartner waren der Verein „Bunte Hammerhütte“, Style Fiasko und die Waldritter dabei. Das gesamte Fördergeld wurde nicht ausgegeben, sagt Baruth.

Mirjam Elburn (Jugendkunstschule/Bunte Hammerhütte) mit einem Kollegen beim Anbringen der QR-Codes an den Painted Rocks.
  • Mirjam Elburn (Jugendkunstschule/Bunte Hammerhütte) mit einem Kollegen beim Anbringen der QR-Codes an den Painted Rocks.
  • Foto: Jugendkunstschule
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3-D-Grafiken fanden großes Interesse

Zwei Workshops, die zwischen Juli und November 2021 angeboten wurden, fanden nicht so großes bis kein Interesse, andere dagegen wurden richtig gut angenommen – für die Anbieter überraschenderweise nicht nur von Kindern (auch aus dem Viertel Hammerhütte), sondern auch von Studierenden und sogar einem Frührentner mit einer geistigen Behinderung, der sich für den Workshop „Die 3. Dimension – 3-D-Grafiken in ,Blender‘ erstellen“ interessierte. Dass das (barrierefreie) Angebot von „Stadtraum für uns“ sich nicht nur an Kinder und Jugendliche richtete, habe er nicht extra kommuniziert, aber die Teilnehmer haben ja auch so zu den Dozenten Marc Baruth und Oliver Weingarten gefunden.

Wenn Style Fiasko irgendwo was anbietet, ist das Interesse sowieso groß – das Graffiti-Sprayen hat seine Faszination auch in der jungen Generation behalten –, und auch für den Workshop „Schräge Töne statt Heldenmusik“ haben sich viele interessiert. Hier konnte zusammen mit Johann Klug (elektronisch) musiziert werden. Bei einem Rundgang informierte Peer Ball vom Jungen Theater Siegen über die Geschichte des Viertels.

Beim Rundgang durch das Stadtviertel Hammerhütte.

Dank Style Fiasko sind die Quader bunt

„Noch bunter wird’s nicht“, sagt Marc Baruth. Der „Stadtraum für uns“ ist gekommen, um zu bleiben, so war das Projekt von Anfang an gedacht. Kernstück sind die 14 Betonquader, die die Firma Quast zur Verfügung gestellt hat und die Oliver Schneider und Harei Meise vom Verein Style Fiasko mit Kindern und Jugendlichen im Workshop „Painted Rocks“ besprüht haben. Sie bleiben als Stadtmöbel an fünf Standorten: beim DAV-Kletterzentrum, am Spielplatz Leystraße, an dem kleinen Fußgängerweg Parkstraße/Koblenzer Straße, beim Urban Gardening am Effertsufer und an der Alten Hammerhütter Schule. Die Quader sind aber nicht nur zum Sitzen und Treffen gut – sie zeigen auch den Weg in eine digitale Ausstellung.

Per QR-Code zur digitalen Ausstellung

An den Quadern sind QR-Codes angebracht, mit deren Hilfe man zu einer Online-Präsentation der Workshop-Ergebnisse kommt: etwa zu den Foto-Mash-ups. Bei Rundgängen durch das Viertel Hammerhütte sind Fotos entstanden, aus denen einzelne Elemente freigestellt wurden und aus denen dann mittels der Programmiersprache „Processing“ digitale, zufallsgenerierte Collagen entstanden sind (Painted Rock beim Kletterzentrum). Arbeiten wie „Angel“, „Captain America“ und „Zauberlehrling Harry Potter“ aus dem Workshop „Held*innen gesucht“ sind am Painted Rock am Spielplatz Leystraße digital ausgestellt. Zu den Audiodateien „Schräge Töne“ kommt man durch das Scannen der QR-Codes beim Urban Gardening und zu den Arbeiten „Super Woman“, „Fire Mouse“, „Mystic Mr. Mandel“ oder „Invisible Girl“, die im Workshop „So will ich sein!“ entstanden sind, am Painted Rock an den Alten Hammerhütter Schule.

Stolz auf "Augmented Reality"

Bunt geworden: Im Siegener Stadtviertel Hammerhütte stehen an fünf Standorten bunte Betonquader. Marc Baruth (l.), der Geschäftsführer der Jugendkunstschule Siegen-Wittgenstein, erklärte den Teilnehmern bei einem Rundgang deren Funktion. Man kann auf ihnen sitzen – oder den QR-Code scannen und eine digitale Ausstellung besuchen. Sogar mit „Augmented Reality“.
  • Bunt geworden: Im Siegener Stadtviertel Hammerhütte stehen an fünf Standorten bunte Betonquader. Marc Baruth (l.), der Geschäftsführer der Jugendkunstschule Siegen-Wittgenstein, erklärte den Teilnehmern bei einem Rundgang deren Funktion. Man kann auf ihnen sitzen – oder den QR-Code scannen und eine digitale Ausstellung besuchen. Sogar mit „Augmented Reality“.
  • Foto: Jugendkunstschule
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Ein bisschen stolz ist Marc Baruth auf den Aspekt „Augmented Reality“ (AR), den er zum (vorläufigen) Abschluss des Projekts bei einem Rundgang durch das Viertel vorgestellt hat. Im Workshop „Die 3. Dimension“ sind einfache 3-D-Objekte entstanden. Der „Zirkusdirektor“, das „Ding“ (eine kleine Ameise) und „Angel“ lassen sich jetzt mittels der kostenlosen App „Aero“ von Adobe betrachten. (Für die muss man sich anmelden.) Die Figuren kann man per App zum Beispiel auf einen Quader vor Ort (oder eine andere beliebige gerade Fläche) „setzen“ und kann sie dann in der jeweiligen Umgebung betrachten. Weitere 3-D-Grafiken sollen folgen.

Ein Digitallabor wäre toll

Folgen soll auch, wenn es nach Marc Baruth geht, eine Art offenes Digitallabor als Angebot der Jugendkunstschule. Zwar gebe es das „Fab Lab“ der Uni Siegen, aber auch die Jugendkunstschule möchte sich in den Bereichen „3-D-Druck“, „3-D-Grafik“ und Programmiersprache Processing weiter engagieren. Das macht für Baruth die Aufgabe der Jugendkunstschule aus: „Den Umgang mit dem Werkzeug lehren.“ Auch digital.
Ist „Stadtraum für uns“ auch fürs Erste zu Ende, soll es 2022 noch eine größere Veranstaltung mit Musik, Speis und Trank und eine Indoor-Ausstellung geben. Wer mehr wissen möchte, findet mehr zum Projekt auf stadtraumfueruns.de.

Autor:

Regine Wenzel (Redakteurin) aus Siegen

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