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Verbundprojekt wird im MGK koordiniert
"Offene Welten" kommen voran

Museumsdirektor Thomas Thiel und Projektleiterin Elena Frickmann vor dem Museumseingang mit der LED-Wand. In Siegen soll ab März ein Stück „Offene Welten“ zu sehen sein.
  • Museumsdirektor Thomas Thiel und Projektleiterin Elena Frickmann vor dem Museumseingang mit der LED-Wand. In Siegen soll ab März ein Stück „Offene Welten“ zu sehen sein.
  • Foto: MGK Siegen
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

zel Siegen. Die „Offenen Welten“ nehmen mehr und mehr konkrete Züge an. Koordiniert wird das Forschungsprojekt in Siegen – im Museum für Gegenwartskunst (MGK). Wie berichtet, wird „Offene Welten“, an dem die vier Institutionen MGK, Marta Herford, Hafencity Hamburg und Kestner-Gesellschaft in Hannover beteiligt sind, durch den Fonds Digital der Kulturstiftung des Bundes mit 960 000 Euro gefördert. Das Projekt, in dem Kunst digital sicht- und erlebbar gemacht und in den Stadtraum gebracht werden soll, ist Anfang 2020 gestartet und auf vier Jahre angelegt.
Florence Jung für "MGKWalls"Elena Frickmann, die in Siegen als Koordinatorin die Fäden zusammenhält, erläutert den Stand der Dinge.

zel Siegen. Die „Offenen Welten“ nehmen mehr und mehr konkrete Züge an. Koordiniert wird das Forschungsprojekt in Siegen – im Museum für Gegenwartskunst (MGK). Wie berichtet, wird „Offene Welten“, an dem die vier Institutionen MGK, Marta Herford, Hafencity Hamburg und Kestner-Gesellschaft in Hannover beteiligt sind, durch den Fonds Digital der Kulturstiftung des Bundes mit 960 000 Euro gefördert. Das Projekt, in dem Kunst digital sicht- und erlebbar gemacht und in den Stadtraum gebracht werden soll, ist Anfang 2020 gestartet und auf vier Jahre angelegt.

Florence Jung für "MGKWalls"

Elena Frickmann, die in Siegen als Koordinatorin die Fäden zusammenhält, erläutert den Stand der Dinge. „Wir sind ein gutes Stück weitergekommen“, sagt sie und kündigt für März 2022 einen sichtbaren „Teaser“ für Siegen an. Die Künstlerin Florence Jung (geb. 1986) soll im Rahmen der Jahrespräsentation „MGKWalls“ die LED-Wand am und die Wand im Foyer im Museum für Gegenwartskunst bespielen. Museumsdirektor Thomas Thiel hat mit der konzeptuell arbeitenden Künstlerin bereits in seiner Zeit beim Bielefelder Kunstverein zusammengearbeitet.
Inhaltlich wird Frickmann noch nicht konkret, verrät aber: „Die Präsentation wird sich ab September in die Stadt und auf das Smartphone erweitern.“ Und hier erklärt sich, was das Verbundprojekt „Offene Welten“ eigentlich sein will und ist.

Eine Art "Wordpress" für kleinere Museen

Geschaffen werden soll eine Plattform zur Erstellung von Apps – eine Art „Wordpress“, mit dem auch kleinere Häuser für die Kunstvermittlung digitale Anwendungen schaffen können, denen Geld und Personal für so etwas fehlt. Das „Offene-Welten“-Team, zu dem als Digitalpartner drei Berliner Entwickler gehören, erprobt für die vier beteiligten Institutionen verschiedene Möglichkeiten, jeweils in Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern. Daraus soll am Ende des Projekts besagte Plattform, eine Art Redaktionssystem, entstehen, mit der andere Museen arbeiten können, um körperliche und virtuelle Kunsterlebnisse zu verbinden.

"The Gate" in der HafenCity Hamburg

„The Gate“ ist ein App Guide für einen Kunstspaziergang durch die HafenCity in Hamburg. Dort waren von Juni bis Oktober analoge Kunstwerke im öffentlichen Raum installiert, die über die App aufgesucht werden konnten – aber auch die Arbeit „Das Portal“ von Dennis Rudolph, der an der U-Bahnstation Elbbrücken die Smartphone-bewehrten Besucher mithilfe von Augmented Reality in die Mojave-Wüste in Kalifornien teleportiert hat. Außerdem ist eine Audiothek entstanden, die zehn Podcast-Reihen versammelt, die Wissenswertes über den Stadtteil vermitteln. Die App „The Gate“ ist in den einschlägigen Stores herunterzuladen.

Mit "Cyber-Staub" durch Herford

Anders beim „Cyber-Staub“ in Herford: Hier wurde eine Browser-basierte, also mobile Webapp entwickelt, die sich über die Website des Museums Marta Herford erreichen lässt. Der Künstler Martin Walde hat einen digitalen Parcours durch die Stadt entwickelt. Auch er arbeitet mit Augmented Reality und hat 13 „Phänomene“ entworfen, die auf dem Smartphone im Stadtraum sichtbar werden. Vor Ort ist jeweils ein QR-Code angebracht, um das Phänomen sichtbar zu machen.

"A Fragment of Eden" mit Chat-Funktion

In Hannover soll in Zusammenarbeit mit dem Künstler Malte Taffner in der Kestner-Gesellschaft unter dem Titel „ A Fragment of Eden“ eine weitere App entwickelt werden, die hier, so Frickmann, ein Chat-Modul mitbringt, um Gemeinschaft und Nachbarschaft zu ermöglichen. Für Siegen schließlich schwebt der Projektleiterin ebenfalls eine App vor, in der „eine Art fiktionaler Charakter einen an die Hand nimmt“ und die „etwas mit den Nutzer/-innen macht“. Sie verrät, dass es auch hier, eben in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Florence Jung, in die Stadt hineingehen soll, dass weitere Screens im öffentlichen Raum auftauchen sollen.

"Es ist ein Pingpong-Spiel"

„Es ist eine ganz andere Form von Projektplanung“, erklärt die 33-Jährige, die Kunstgeschichte studiert und an der Städelschule in Frankfurt den Master in „Kuratieren und Kunstkritik“ gemacht hat. Sie beschreibt ihre Arbeit, für die sie vom Museum für moderne Kunst in Freiburg nach Siegen gekommen ist, als „iterativ“, das heißt: sich schrittweise und durch Wiederholungen der Lösung annähernd. „Es ist ein Pingpong-Spiel.“ Sind alle vier Elemente der beteiligten Institutionen umgesetzt, will sie sich im letzten Projektjahr aufs Finetuning konzentrieren und die Ergebnisse zeigen, die Plattform publik machen. Wer den Fortschritt begleiten will: Auf offenewelten.de gibt mehr zum Thema.

Autor:

Regine Wenzel (Redakteurin) aus Siegen

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