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Daniel Gitsels ist Anfang 20 und Kirchenmusiker
Orgelspiel statt Clubsounds

"Es ist total schön, anderen mit meiner Musik eine Freude zu machen“: Kirchenmusiker Daniel Gitsels hat in St. Joseph Weidenau seine kirchenmusikalische C-Ausbildung absolviert und es nie bereut.
  • "Es ist total schön, anderen mit meiner Musik eine Freude zu machen“: Kirchenmusiker Daniel Gitsels hat in St. Joseph Weidenau seine kirchenmusikalische C-Ausbildung absolviert und es nie bereut.
  • Foto: Julia Wildemann
  • hochgeladen von Peter Barden (Redakteur)

jw Siegen.  Die erste Orgel zog 1894 in die Katholische Kirche St. Joseph in Weidenau ein. Weitere sollten folgen. Knapp 130 Jahre später sitzt Daniel Gitsels vor dem imposanten Instrument. „Die Orgel ist meine große Leidenschaft. Sie zum Klingen zu bringen, macht mir großen Spaß“, erklärt der 21-Jährige.
Schon als Messdiener war er während des Gottesdienstes von den Klängen fasziniert.Seit seinem zwölften Lebensjahr nimmt er Klavierunterricht. Sein Lehrer war auch Organist und begeisterte ihn für die Orgel. „Das Instrument ist so vielfältig. Mit Hilfe der Register lassen sich unterschiedlichste Klangwelten erzeugen. Die erinnern dann mal an Flöten, mal an Trompeten. Die Orgel vereint eine Vielzahl von Instrumenten“, so Gitsels.

jw Siegen.  Die erste Orgel zog 1894 in die Katholische Kirche St. Joseph in Weidenau ein. Weitere sollten folgen. Knapp 130 Jahre später sitzt Daniel Gitsels vor dem imposanten Instrument. „Die Orgel ist meine große Leidenschaft. Sie zum Klingen zu bringen, macht mir großen Spaß“, erklärt der 21-Jährige.
Schon als Messdiener war er während des Gottesdienstes von den Klängen fasziniert.Seit seinem zwölften Lebensjahr nimmt er Klavierunterricht. Sein Lehrer war auch Organist und begeisterte ihn für die Orgel. „Das Instrument ist so vielfältig. Mit Hilfe der Register lassen sich unterschiedlichste Klangwelten erzeugen. Die erinnern dann mal an Flöten, mal an Trompeten. Die Orgel vereint eine Vielzahl von Instrumenten“, so Gitsels. Nur die Koordination sei aufgrund der vielen Tasten und Pedale manchmal eine kleine Herausforderung.

Hobby zum Beruf gemacht

Sein langjähriges Hobby hat er nun zum Beruf gemacht. Kirchenmusiker mit 21? Gitsels beweist, dass das kein Widerspruch ist. Als er nach seinem Schulabschluss von der kirchenmusikalischen C-Ausbildung des Erzbistums Paderborn erfährt, muss er nicht zweimal überlegen. Zwei Jahre lang macht er sich jeden Freitag auf den Weg nach Weidenau, wo die Teilnehmer des Kurses im Orgelspiel unterrichtet werden. Dazu kommen die Fächer Chorleitung, Generalbass, Tonsatz und Gregorianik sowie Gehörbildung, Deutscher Liturgiegesang, Musikgeschichte und Partiturspiel. Die Gruppe war bunt gemischt, alterstechnisch war von 18 bis Mitte 60 alles dabei. Eigentlich war die Ausbildung als Vorbereitung für ein Musikstudium gedacht, aber dann kam es doch anders. In seiner Heimatgemeinde St. Patricius in Eitorf bot man ihm eine Stelle als hauptamtlicher Kirchenmusiker an.

"Orgel finden alle ganz cool"

Gleichaltrige reagieren so gut wie immer positiv, wenn er von seiner Arbeit erzählt. „Orgel finden alle irgendwie ganz cool“, sagt Gitsels und lacht. Ein weit verbreiteter Trugschluss sei jedoch, dass man sehr fromm sein müsse, um als Kirchenmusiker arbeiten zu können. „Das stimmt nicht“, so der 21-Jährige. „Ein gewisser Bezug zur Kirche ist aber von Vorteil. Wenn man mit Gott und der Kirche gar nichts anfangen kann, ist es langfristig schwierig, diese Art von Musik zu machen. Orgeln stehen nun mal in Kirchen. Während des Gottesdienstes soll das Spiel Atmosphäre schaffen und die Texte der Lieder verstärken. Da hilft es, wenn man sich ein bisschen mit den Inhalten der Bibel auskennt.“

Genug "Spielraum" für Kreativität

Sein Favorit im Gesangbuch ist die Nummer 188: „Nimm, o Gott, die Gaben, die wir bringen“. „Die Melodie mag ich sehr gerne“, schwärmt Gitsels. Die stammt übrigens aus Andrew Lloyd Webbers Musical „Jesus Christ Superstar“. Stellt sich die Frage, wie frei junge Nachwuchsorganisten bei der Interpretation der Kirchenlieder sind. „Doch, doch … Für Kreativität gibt es genügend Spielraum. Im wahrsten Sinne des Wortes“, erklärt der Organist schmunzelnd. „Die Improvisation macht mir am meisten Spaß. Zeitgenössische Stücke interpretieren, mit den Tönen spielen, Einflüsse aus Pop Jazz oder Romantik – es gibt so viele Möglichkeiten.“ Wie kreativ man bei der musikalischen Gestaltung der Gottesdienste werden könne, hänge immer auch von der Gemeinde ab. In ländlichen Regionen sei der Geschmack traditioneller als in einer Großstadt wie Köln.

"Anderen mit meiner Musik eine Freude machen"

Seine Entscheidung für die Kirchenmusik hat Gitsels nicht bereut. „Es ist total schön, anderen mit meiner Musik eine Freude zu machen“, fasst er zusammen. „Mein Job ist sehr abwechslungsreich. Ich freue mich besonders auf die Arbeit mit den Chören. Das ist für mich Neuland. Ich habe immer mitgesungen, aber jetzt vorne zu stehen und den Chor zu leiten, ist noch mal ein ganz anderes Gefühl.“

Autor:

Julia Wildemann

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