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Deutscher Rock-&-Pop-Preis zum sechsten Mal in Siegen
Peter Autschbach, Samira Saygili und 3 Plus am Start

Peter Autschbach und Samira Saygili treten mit dem Song „Holobiont“ beim Deutschen Rock-&-Pop-Preis an.
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  • Peter Autschbach und Samira Saygili treten mit dem Song „Holobiont“ beim Deutschen Rock-&-Pop-Preis an.
  • Foto: Klaus Goffelmeyer
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

ciu Siegen. Dass der Deutsche Rock-&-Pop-Preis in der Siegerlandhalle stattfindet, hat sich eingespielt. Zum sechsten Mal findet der Contest nun (am Samstag, 14. Dezember, ab 12.30 Uhr) schon in Siegen statt – und bringt damit über 1000 Musikerinnen und Musiker aus ganz Deutschland in die Stadt und den Namen der Stadt dann wieder auch ins Land. Das freut den Bürgermeister: Steffen Mues hat wie in den Vorjahren die Schirmherrschaft über die Veranstaltung übernommen – und stellt den großen Saal samt Backstage- und Foyerbereich erneut gern weitgehend kostenfrei für das Event des Deutschen Rock-&-Pop-Musikverbands (DRMV) zur Verfügung. Wieder treten auch heimische Formationen beim Rock-&-Pop-Preis an. Dieses Mal sind es, wie bereits kurz berichtet, das Duo Samira Saygili &

ciu Siegen. Dass der Deutsche Rock-&-Pop-Preis in der Siegerlandhalle stattfindet, hat sich eingespielt. Zum sechsten Mal findet der Contest nun (am Samstag, 14. Dezember, ab 12.30 Uhr) schon in Siegen statt – und bringt damit über 1000 Musikerinnen und Musiker aus ganz Deutschland in die Stadt und den Namen der Stadt dann wieder auch ins Land. Das freut den Bürgermeister: Steffen Mues hat wie in den Vorjahren die Schirmherrschaft über die Veranstaltung übernommen – und stellt den großen Saal samt Backstage- und Foyerbereich erneut gern weitgehend kostenfrei für das Event des Deutschen Rock-&-Pop-Musikverbands (DRMV) zur Verfügung. Wieder treten auch heimische Formationen beim Rock-&-Pop-Preis an. Dieses Mal sind es, wie bereits kurz berichtet, das Duo Samira Saygili & Peter Autschbach und die fünfköpfige Band 3 Plus.

Saygili und Autschbach in Bukarest erfolgreich

Saygili/Autschbach treten in der Hauptkategorie Singer an (ca. 18.25 Uhr) und in der Nebenkategorie Bester Gitarrist, wo Autschbach schon weiß, dass er prämiert werden wird. Ob es den dritten, zweiten oder ersten Preis gibt, wird sich zeigen. Wichtig ist dem in Kaan-Marienborn lebenden Musiker, seiner Gesangspartnerin auch live eine Plattform zu bieten. Dass jeder Teilnehmer pro Kategorie etwas zahlen muss, ist für Autschbach okay: „Damit wird die Veranstaltung finanziert; die Szene feiert sich hier selbst. Das finde ich gar nicht schlecht.“ Und weiter: „Was zählt: dass man Aufmerksamkeit kriegt.“ Und so möchte er dazu beitragen, dass der Deutsche Rock-&-Pop-Preis hilft, Samira Saygili „einen Karriere-Boost“ zu verschaffen. Auch deshalb hat das Duo bereits im Mai am internationalen Jazzwettbewerb in der rumänischen Hauptstadt Bukarest teilgenommen, einer Veranstaltung, wie Autschbach erläutert, bei der Bands aus fünf Kontinenten anreisten, sich Kontakte zu Musikern aus den USA, Australien, Japan und Russland ergaben und wo Saygili/Autschbach am Ende unter den vier Finalisten waren. Für 2020 sind die beiden nun zu drei Duo-Konzerten bei dieser Jazzcompetition eingeladen – es hat sich also was ergeben.

Eine "Ode an die Mikrobe"

Die Erkenntnis „Wettbewerbe können was bewegen“ habe dann dazu geführt, auch beim Rock-&-Pop-Preis einzusteigen. Das Duo wird seine fünf Minuten nutzen, den englischsprachigen Song „Holobiont“ auf den Punkt zu performen, ein Lied mit einer ungewöhnlichen Botschaft.

Die „Ode an die Mikrobe“ stelle die Bakterie in ein besonderes Licht, so Autschbach, der bei diesem Stück zur Gittler-Gitarre greift und gelegentlich auch singt. Denn ohne Bakterien im Körper könne der Mensch nicht existieren – und umgekehrt brauche die Bakterie auch den Menschen.

3 Plus gleich drei Mal im Wettbewerb

Die Siegener Band 3 Plus tritt in gleich drei Hauptkategorien an. Im Finale Pop (ca. 14 Uhr) nehmen Ariane Fey (Gesang), Thomas Bruse (Bass), Martin Decker (Keyboard), Claus Büscher (Gitarre) und Winni Koblenzer (Drums, Gesang) mit dem Song „Gesellschaftsspiel“ die Ellbogen-Mentalität unserer Gesellschaft ernst und humorvoll zugleich auf die Schippe. Im Funk-&-Soul-Wettbewerb (ca. 19 Uhr) treten sie mit dem Stück „Glück im Unterschied“ an und möchten im Finale Rock (ca. 19.45 Uhr) mit „Volltanken“ zeigen, dass sie auch die straighte Form des Musikmachens können.

Gleich dreimal am Samstag in der Siegerlandhalle am Start: 3 Plus.

Die Band formierte sich 2015 aus drei Mitgliedern, seit 2018 hat sie sich in der aktuellen Besetzung (3 Plus) gefunden. Sie legt sich nicht auf ein bestimmtes Genre fest, sondern bietet eine Mischung aus souligem Blues und rockigen, poppigen Klängen, die gern ein bisschen funkig sein können. Mit ihren deutschen Texten greift sie ganz alltägliche Themen auf, um diese dann „mit Augenzwinkern“ zu bearbeiten. Dabei entwickeln 3 Plus ihre Songs (zu den zumeist selbst geschriebenen kommen auch gecoverte Nummern dazu) in der Regel gemeinsam. „Wir sind ein sehr demokratischer Haufen“, so Winni Koblenzer im SZ-Gespräch. Geprobt wird im Siegener Werkstätten- und Probenhaus. Mit der Teilnahme am Deutschen Rock-&-Pop-Preis geht es nun für die Band auf die große Bühne. Man habe im Team recht schnell entschieden, dort anzutreten („Machen wir!“), einfach um dort einen guten Auftritt mit Spaß dabei hinzulegen. Die rund 350 Euro Antrittsgebühr, so Koblenzer, hätten sie gerne investiert. Schließlich habe der Veranstalter auch Kosten, zumal in Sachen Bühnentechnik: „80 Gruppen zu mischen, das ist schon eine Herkulesaufgabe.“ Dass sie gleich in drei Finals dabei sind, habe sie gefreut; nun geht die leise Hoffnung mit, dass sich „vielleicht die eine oder andere Tür öffnet“.

Lohnend für Ticket To Happiness

Diese Hoffnungen haben sich für Ticket To Happiness „ausgezahlt“, wie Bandmitglied Yannick Helle im SZ-Gespräch sagt. Die Indie-Folkband aus Siegen räumte im vorigen Jahr beim Deutschen Rock-&-Pop-Preis ab, erhielt gleich acht Auszeichnungen, darunter die als beste Folkrockband. Gebracht hat das der inzwischen sechsköpfigen Formation jede Menge Aufmerksamkeit. So berichtete nicht nur das „Musiker-Magazin“ (hier war das Porträt der Band die Titel-Story), sondern auch die Zeitschrift „Folker“, es gab weitere Interview-Anfragen und Einladungen zu verschiedenen Festivals, etwa zum bedeutenden Weltmusik-Festival in Rudolstadt.

Vor rund einem Jahr: Ticket To Happiness werden beim Deutschen Rock-&-Pop-Preis ausgezeichnet.

Aktuell sind Ticket To Happiness dabei, die Stücke für das nächste Album zu schreiben. Die Aufnahme ist für Herbst 2020 geplant, zuvor soll es ein Musikvideo zu einer Single-Auskopplung geben, und dann läuft augenblicklich die Bewerbungsphase für die Festivals des kommenden Jahres. Keine Frage, den Folkrockern hat’s beim Deutschen Rock-&-Pop-Preis richtig gut gefallen – die sehr große Bühne, die ihnen geboten wurde, die Begegnungen mit den anderen Bands, die (Nach-)Wirkung.

„Besseres Dorfkonzert“

Gleichwohl gab es in der Reflexion des Events 2018 wieder auch enttäuschte Stimmen: Manches von dem, was beim Deutschen Rock-&-Pop-Preis geboten werde, komme über die Qualität „eines besseren Dorfkonzertes“ nicht hinaus, bei der Preisverleihung am Ende seien manche Bands regelrecht auf die Bühne und von dort wieder hinab gescheucht worden („Gehn se mal nach hinten!“), und ob tatsächlich in jeder Kategorie immer die besten (oder die, mit denen sich Geld verdienen ließe) am Ende die Nase vorn hätten, sei zumindest eine Frage.

Ole Seelenmeyer: „Preis als Schlüssel“

Die Kritik daran, dass die Preisverleihung in den Sonderkategorien (hier treten die Künstler nicht live an, sondern haben im Vorfeld ein Album beim DRMV eingereicht) zuletzt zu langatmig war, ist bei Veranstalter und Verbandsvorsitzendem Ole Seelenmeyer angekommen. „Wir haben im letzten Jahr dazugelernt“, sagt er. Und so gebe es beim sechsten Mal in Siegen (die siebte Auflage im Dezember 2020 steht schon fest) eine Neuerung. Die Preisverleihung in den Sonderkategorien erfolge im Verlauf des Nachmittags und Abends sukzessive. 2018 habe die gesamte Zeremonie fast drei Stunden gedauert – „das überlebt keiner“. Nun könnten sich diese Preisträger Urkunden und Unterlagen an einem Stand im oberen Foyer abholen, dort gebe es auf einer Bühne in regelmäßigen Abständen auch Fototermine.

Helga Dost: "Was bringt mir das?"

Angesprochen auf kritische Stimmen (so lief auf der Facebook-Seite der norddeutschen Sängerin Helga Dost eine „Was-bringt-mir-das?“-Diskussion), sagte Seelenmeyer zur SZ, dass er nie behauptet habe, dass der Preis „die phänomenale Wirkung“ mit sich bringe. Er könne aber ein Schlüssel sein und dazu beitragen, vielleicht doch bei einer Plattenfirma zu landen oder für ein Event gebucht zu werden; er helfe, sich in der Masse der Musiktreibenden zu profilieren. „Man hat es leichter, wenn man etwas vorweisen kann.“

Autor:

Claudia Irle-Utsch (Redakteurin) aus Siegen

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