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Apollo-Angebote: zwischen Wagnis, Mut und Aufbruch
Pläne für die nächste Saison

"Zuversicht abonnieren" steht auf dem, Plakat am Apollo: Ohne Zuversicht können weder das Apollo noch die anderen Kulturveranstalter in die Saison starten.
  • "Zuversicht abonnieren" steht auf dem, Plakat am Apollo: Ohne Zuversicht können weder das Apollo noch die anderen Kulturveranstalter in die Saison starten.
  • Foto: Apollo-Theater
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gmz/pebe Siegen. Schwierig sei die Planung der besonderen Spielzeit 2020/21, so Apollo-Intendant Magnus Reitschuster im Gespräch mit der Kulturredaktion der Siegener Zeitung. Die Saison nach Corona und mit Corona erlaube manches, aber vieles nicht. So wäre es theoretisch möglich, das Haus mit seinen 550 Plätzen voll zu besetzen, mit platzgenauer Registrierung der Zuschauer. Das habe man aber nicht gewollt, auch um das doch vielfach ältere Publikum, das ja Corona vielleicht am meisten zu fürchten habe, nicht abzuschrecken. Also hat sich das Apollo entschieden, nur zwei Drittel der Plätze zu besetzen: zwei belegt, einer bleibt frei.
Die Zuschauer müssen bis zum Beginn der Vorstellung Mund-Nasen-Schutz tragen.

gmz/pebe Siegen. Schwierig sei die Planung der besonderen Spielzeit 2020/21, so Apollo-Intendant Magnus Reitschuster im Gespräch mit der Kulturredaktion der Siegener Zeitung. Die Saison nach Corona und mit Corona erlaube manches, aber vieles nicht. So wäre es theoretisch möglich, das Haus mit seinen 550 Plätzen voll zu besetzen, mit platzgenauer Registrierung der Zuschauer. Das habe man aber nicht gewollt, auch um das doch vielfach ältere Publikum, das ja Corona vielleicht am meisten zu fürchten habe, nicht abzuschrecken. Also hat sich das Apollo entschieden, nur zwei Drittel der Plätze zu besetzen: zwei belegt, einer bleibt frei.
Die Zuschauer müssen bis zum Beginn der Vorstellung Mund-Nasen-Schutz tragen. Und die Lüftung (als hätte man es beim Einbau 2006 geahnt, so Reitschuster) sei ja für 550 Besucher ausgelegt, also für ein voll besetztes Haus, und wälze die Luft nicht um, sondern transportiere sie permanent nach außen, so dass die „Verweildauer“ möglicher virusgeschwängerter Aerosole sehr gering sei.

Saisoneröffnung mit Hallervorden macht Mut

Mitte August erst hat Magnus Reitschuster begonnen, die kommende Spielzeit konkret zu planen. Dass Dieter Hallervorden mit seinem Stück „Gottes Lebenslauf“ vom 21. bis 24. Oktober nach Siegen kommen würde (und auch gerne kommen wollte!), stand zwar schon vor Beginn der Krise fest. Aber dass er die Spielzeit eröffne (wir berichteten), sei eine bewusste Entscheidung. Der 85-Jährige, der auch auf Tournee geht, obwohl er allein wegen seines Alters selbst zur „Corona-Risikogruppe“ gehört, der stehe, so Reitschuster, auch für Mut und Mutmachen. Und das sei hoffentlich genau das, was dem „Stammpublikum“ des Apollo, den Zuschauern 60 plus, zeige, dass es und seine Situation wahrgenommen werde: Denn vom Publikum hängt es ab, wie die kommende Saison läuft. Es sei ermutigend, dass von den 2900 Abonnenten 2500 bei der Stange geblieben sind, dass auch von den Karten für die Vorstellungen, die am Ende der vergangenen Saison coronabedingt abgesagt werden mussten, etliche gespendet worden seien. 24 000 Euro sind zurückgezahlt worden, erläutert Birgit Hofmann, die stellv. Geschäftsführerin des Apollo, im SZ-Gespräch. Viele aber hätten die Karten in Gutscheine umgewandelt bzw. hofften darauf, dass die ausgefallene Vorstellungen nachgeholt werden könnten.

Biennale-Rücklagen fließen in Saison

Finanziell hoffe man – nachdem ca. ein Drittel der Einnahmen in der vergangenen Spielzeit durch den Wegfall der Vorstellungen weggebrochen sei (allerdings auch Kosten weggefallen seien), so Reitschuster –, dass die kommende Saison weitgehend „ungestört“ sein wird. Ein Wagnis sei es allemal, aber man könne ja auch mal vom Positiven ausgehen, auch wenn kurzfristige Änderungen immer möglich seien. Die Rücklagen, die das Theater erwirtschaftet und für die (inzwischen abgesagte) Biennale 2022 bereitgehalten hat, stehen auf Beschluss des geschäftsführenden Vorstandes des Trägervereins für die kommende Saison zur Verfügung. In der Saison 2020/21, so der Intendant, habe man bei der Quantität etwas gespart, aber bei der Qualität wolle man keine Abstriche machen. Reistschuster hofft, dass die Sehnsucht nach Theater, nach Musik, nach Kultur die Menschen wieder ins Theater treiben möge.

Eigenproduktion "Frauen.Fußball.Siegen" kommt

Ziel der kommenden Saison sei darüber hinaus, so Reitschuster, ein gutes Angebot für das „Stammpublikum“ zu machen, aber auch die jungen Angebote nicht zu vernachlässigen. Im Frühjahr sollen die Proben für die eigentlich für April geplante Eigenproduktion „Fußball.Frauen.Siegen“ beginnen. Der „Erwachsenenteil“ des zweigeteilten Stücks wird dann geprobt, auch der „Jugendteil“ mit partizipativem Anteil (Mädchen aus drei Schulen der Region sind dabei, von der Hauptschule Achenbach, der Gesamtschule Eiserfeld und der Sekundarschule Netphen) geht dann in die Probenphase. So öffne man das Theater auch für die Menschen, die es vielleicht nicht selbstverständlich ins Theater ziehe, so Werner Hahn als Leiter des Jungen Apollo JAp.
Auch das Theater-Sommercamp soll im kommenden Jahr wieder stattfinden (in diesem Jahr musste es ja ausfallen). Thema: Masken! Als Coach mit dabei: ein Schauspieler des Maskentheaters Flöz … Auch die Kooperation mit der Uni Siegen geht weiter in der Saison 2021/22.

Autor:

Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin) aus Siegen

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