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Premiere des Flecker Wintertheaters
Pommes-„Menü“ ein Genuss

Simone Siebel, Jens Benner, Patrick Kruse und Stefan Bäumer (v.l.)  in der Premiere von  "Currywurst mit Pommes" des Flecker Wintertheaters im Freudenberger Sängerheim.
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  • Simone Siebel, Jens Benner, Patrick Kruse und Stefan Bäumer (v.l.) in der Premiere von "Currywurst mit Pommes" des Flecker Wintertheaters im Freudenberger Sängerheim.
  • Foto: Gaby Wertebach
  • hochgeladen von Peter Barden (Redakteur)

gum Freudenberg.  Zur Premiere des Theaterstücks „Currywurst mit Pommes“ von Frank Pinkus und Nick Walsh am Samstagabend im Sängerheim in Freudenberg  begrüßte Regisseur Jens Benner „aus vollem Herzen“ die Besucher: „Eigentlich sind wir ausverkauft.“ Gezwungen durch die geltenden Hygienevorschriften, saßen die Zuschauer in weitem Abstand voneinander, zudem galt seit Freitag die Vorschrift, auch am Platz einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen: „Auf der Bühne wäre das sinnlos, ohne Mimik und vernünftige Ansprache, dann hätten wir nicht gespielt“, so Benner.
Gelungenes Schauspiel-ExperimentZu Beginn der dreimonatigen Proben, die eigentlich nur der wöchentlichen Gemeinschaft dienen sollten, da hätten sie überhaupt nicht an eine Aufführung gedacht.

gum Freudenberg.  Zur Premiere des Theaterstücks „Currywurst mit Pommes“ von Frank Pinkus und Nick Walsh am Samstagabend im Sängerheim in Freudenberg  begrüßte Regisseur Jens Benner „aus vollem Herzen“ die Besucher: „Eigentlich sind wir ausverkauft.“ Gezwungen durch die geltenden Hygienevorschriften, saßen die Zuschauer in weitem Abstand voneinander, zudem galt seit Freitag die Vorschrift, auch am Platz einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen: „Auf der Bühne wäre das sinnlos, ohne Mimik und vernünftige Ansprache, dann hätten wir nicht gespielt“, so Benner.

Gelungenes Schauspiel-Experiment

Zu Beginn der dreimonatigen Proben, die eigentlich nur der wöchentlichen Gemeinschaft dienen sollten, da hätten sie überhaupt nicht an eine Aufführung gedacht. Zunehmend machten die Darsteller Fortschritte, hatten großen Spaß mit dem Schauspiel, das ihnen ermöglichte, in viele verschiedene Rollen zu schlüpfen, weshalb sie sich für die Aufführung entschieden. Dazu mussten erst einmal zahlreiche Steine aus dem Weg geräumt werden. Zusätzlich zu den Auflagen wegen Covid-19 fiel auch noch eine der Schauspielerinnen aus, so dass in den letzten Tagen alles umgekrempelt wurde.
Das tat der Begeisterung keinen Abbruch, die Besucher bewunderten nicht nur ein tolles Bühnenbild, sondern erlebten eine Aufführung mit reichlich Improvisation, was Souffleuse Kristina Benner fast beschäftigungslos machte. Die elf Darsteller/-innen schlüpften in die Rollen von insgesamt 70 Figuren und sorgten mit vielen unterschiedlichen Charakteren und einem wahren Kostüm-Marathon für ein außergewöhnliches, gelungenes Schauspiel-Experiment.
Sie traten unter anderem als Manager, Bauarbeiter, Snob, Familien, Politiker („ich hab nix gelernt, ich kann nur Politik“), Philosophen und viele mehr. Zwischendurch sorgten Amélie Büth, Josefine Fornasier, Lina Mockenhaupt und Tabea Sötzen mit flotten tänzerischen Choreografien für begeisterten Applaus. Einen „Special Guest“ hatten die Flecker auch am Start. David Hasselhoff (Mike Kruse) stimmte temperamentvoll auf die 90er-Jahre ein mit „I‘ve Been Looking For Freedom“, ehe alle Agierenden irgendwann rechts anhielten bei Penny (Simone Siebel), der begnadeten Darstellerin der Curry-Wurst-Philosophin und ihrem Kiosk „Hansi Bar“ an der Autobahn.

Reichlich Kunden am Kiosk

Wie immer bereitete sich die auf einen Tag mit reichlich Kunden vor. Der erste war Herbert (Stefan Bäumer), ein Obdachloser mit einer Frisur,  die dringend eines Haarschnitts bedurfte, für den Penny allerdings keine Zeit hatte. Schließlich musste sie alle drei Wochen das Fett in der Imbiss-Bude wechseln. Die beiden Bauarbeiter, Giorgio (Jens Benner) und Georg (Jens Clewing), erzählten anschaulich von der Baustelle auf der A45: „Is volle Arbeit auf die Baustelle. Asphalte auf, Asphalte zu“ und „frühstücken“ dabei ein allmorgendliches Bier. Auch optisch waren die beiden ein Genuss.
Mit im Publikum acht Kolleginnen von Jens Clewing, die ihrem Kollegen zujubelten und sich vor Lachen über sein komödiantisches Talent geradezu kringelten, was den allerdings überhaupt nicht aus der Ruhe brachte. Der unter anderem als Schauspielschüler agierende Clewing lispelte, fummelte mit einem Würstchen herum und war einfach wie auch der Rest der Truppe nur „genialisch gut“. Der Bundeswehrsoldat (Daniel Weier) ermöglichte ganz neue Einblicke in die Arbeit der Bundeswehr, während Harry (Patrick Kruse)  mit seinem schwarzen, tiefer gelegten Manta mit rotem Spoiler die Frauen reihenweise abschleppte, wobei seine Mimik einfach nur umwerfend war.

Nonnen mit Klarem und Zigarillo

Die drei Nonnen, Schwester Horatia (Christine Scholtz), Schwester Laetitia (Fenja Leiendecker) und Schwester Ignatia (Ingrid Bradu) hatten ihr Gelübde nicht ganz verinnerlicht, fühlten sich als Groupies und frönten dem Klaren oder auch mal einem Zigarillo. Leider wurde ihr himmlischer Gesang an Hansis Bar gestoppt durch Penny: “Keine Messen an meiner Bude.“ Silke Unbehauen gelang es mühelos, in vier verschiedene Rollen, darunter als Motorradfahrer und als Manager, zu schlüpfen, und Stefanie Decker-Pieck spielte die schwangere Frau ebenso zickig, temperamentvoll und begabt wie ihre weiteren fünf verschiedenen Rollen.

Zwischenapplaus und viel Gelächter

Mit jeder Szene steigerte sich die Stimmung im Sängerheim. Drei Stunden vergingen wie im Flug, die Zuschauer schüttelten sich vor Lachen und spendeten immer wieder Zwischenapplaus. Ein besonderer Dank galt abschließend Yul Kruse, zuständig für Ton und Beleuchtung,  und den Sängern der Liedertafel Freudenberg, die für den Service zuständig waren. Ursula Kruse, Thomas Bohl, Lars Pieck, André Junge und Markus Klappert sorgten für die Einhaltung der Hygienevorschriften. Weitere geplante Aufführungen am: 31. Oktober, 1., 7. und 8. November, jeweils um 20. Uhr. Nähere Informationen unter www.fleckerwintertheater.de.

Autor:

Gaby Wertebach (Freie Mitarbeiterin) aus Betzdorf

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