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Österreichischer Künstler Martin Sonnleitner stellt in der Art Galerie Siegen aus
Pop-Größen und mehr

Martin Sonnleitners „Mona Lisa“: Diese Arbeit ist einer der Hingucker in der Ausstellung in der Art Galerie Siegen.

Der Künstler Martin Sonnleitner lädt uns ein, hintergründiger „Rockin‘ Pop Art“  zu begegnen.
gmz Siegen.  Bunt, laut, pop-artig. Die Ausstellung von Martin Sonnleitner in der Siegener Art Galerie Siegen ist so. Aber die pop-art-ige Schublade, in die man ihn damit steckt, passt nur halb, denn die Ausstellung ist viel mehr. Die Arbeiten des Shooting-Stars der Szene, Originale, Siebdrucke und Pigmentdrucke, die ab Sonntag, 11 Uhr, unter dem Motto „Rockin‘ Pop Art“ gezeigt werden, sind differenziert, nutzen das Offensichtliche, um auf das oft Übersehene oder die verborgenen Tiefen aufmerksam zu machen, bei dieser Portraitserie bekannter Größen aus der Rock- und Pop-Szene.

Der Künstler Martin Sonnleitner lädt uns ein, hintergründiger „Rockin‘ Pop Art“  zu begegnen.
gmz Siegen.  Bunt, laut, pop-artig. Die Ausstellung von Martin Sonnleitner in der Siegener Art Galerie Siegen ist so. Aber die pop-art-ige Schublade, in die man ihn damit steckt, passt nur halb, denn die Ausstellung ist viel mehr. Die Arbeiten des Shooting-Stars der Szene, Originale, Siebdrucke und Pigmentdrucke, die ab Sonntag, 11 Uhr, unter dem Motto „Rockin‘ Pop Art“ gezeigt werden, sind differenziert, nutzen das Offensichtliche, um auf das oft Übersehene oder die verborgenen Tiefen aufmerksam zu machen, bei dieser Portraitserie bekannter Größen aus der Rock- und Pop-Szene. Der österreichische Künstler Martin Sonnleitner zeigt uns die Welt, mit und in der er (Jahrgang 1965) großgeworden ist, die ihn geprägt hat.
Da ist zum Beispiel das Bild eines jungen Mick Jagger. Überraschend androgyn, mit jugendlich-weichen Zügen im eigentlich kantigen Gesicht („Pop Mick No Filter“). Das Altersportrait der „Pop Tongue“ mit allen vier Stones zeigt dagegeneinen gealterten, vom Leben gezeichneten Mick Jagger (mit seinen drei Mitstreitern): Vor einem „poppigen“ Hintergrund mit Stones-Zunge, britischer Fahne und mondrianesken Farbflächen sind die vier Herren zu sehen, ihre Gesichter klassisch gemalt, heben sich im Detailreichtum von den planen Farbflächen ab, machen deutlich, dass das bekannte, medial vermittelte Bild nicht ausreicht, um Menschen zu beschreiben. Auch die Stars nicht.

Begegnung mit Mick Jagger, Bruce Springsteen oder David Bowie

In der Arbeit „The Boss“ spielt Martin Sonnleitner genau mit diesem Widerspruch: Der junge Springsteen, mit fast Elvis-artiger Anmutung, wird in den collagierten Ausschnitten aus Wikipedia-Infos mit seinem vollen Namen Bruce Frederick Joseph Springsteen vorgestellt. Die eine Gesichtshälfte ist gemalt, changierend zwischen der Anlehnung an den flächigen Pop-Art-Stil und detailreichem Fotorealismus. Über das Gesicht schieben sich aber von beiden Seiten Farbflächen. Unregelmäßig geschnitten, wie ein Kaleidoskop, das auffordert, die immer wieder wechselnden Strukturen anzuschauen. Hinter dem Etikett „The Boss“ steckt eben viel mehr!
Der Künstler selbst bringt sich auch ins Spiel, wenn er einen jungen Bowie schwarz-weiß „geairbrusht“ zeigt, den Mund ganz typisch mit nachdenklicher Geste an den Zeigefinger gelehnt. Auf dem schwarzen Hintergrund stehen im plakativen Stil, aber nur angedeutet, Liedtitel, „Blackstar“, „This Is Not America“ oder „Lazarus“, Titel, die Bowie berühmt machten. Der Maler reiht sich selbst ein in die famösen, kryptisch verschlüsselten Titel mit „MS 16“. Wir alle, von den Künstlern, Bowie oder Sonnleitner, bis zu uns Betrachtern, die sich die „Stars“ aufhängen, arbeiten am Kultstatus mit: Diese Pop-Art aber ermutigt uns, nach dem Menschen hinter dem Kult zu fragen!

Auch "Mona Lisa" ist ein "Popstar"

In seiner Version der „Mona Lisa“ thematisiert Martin Sonnleitner, so könnte man meinen, die plakative, offensichtliche Vorgehensweise der Vereinnahmung von „Kulturgütern“ oder Menschen durch die Pop-Kultur (wobei man natürlich schon den Begriff Kulturgüter diskutieren könnte). Das berühmte Gesicht mit dem enigmatischen Lächeln, im Großformat, wird überlagert von unzähligen kleinen Farbaufträgen, die ein wenig an die Methode der Rasterbilder der 1960er-Jahre erinnern: Hinter den Farbflecken verbergen sich verdeckte, nur angedeutete Tiefen, die den Betrachter zwingen, der „Nebelkerze“ des Bekannten und dem Schein des Verborgenen zu misstrauen. Und gleichzeitig zu genießen, womit der Künstler uns unseren Alltag bereichert …
Martin Sonnleitner: „Rockin‘ Pop Art“.
Art Galerie Helga Kellner,
Fürst-Johann-Moritz-Straße 1, Siegen.
Bis 28. März, montags bis freitags 10 bis 19 Uhr, samstags 10 bis 16 Uhr.
Eröffnung: Sonntag, 2. Februar, 11 Uhr.

Autor:

Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin) aus Siegen

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