Denkmal-Kunst an der Fißmer-Anlage
"Psychomania" an der "Germania"

Skizzenhaft, tastend, irritierend: „Psychomania“ untersucht den Standort der Germania und die Figur selbst.
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  • Skizzenhaft, tastend, irritierend: „Psychomania“ untersucht den Standort der Germania und die Figur selbst.
  • Foto: Peter Barden
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

pebe Siegen. Wer genau hinschaut, sieht alte Heizungsrohre, ein Thermostat, ein Absperrventil – und trotzdem hat die fast verwegene temporäre Skulptur um die Germania etwas ganz Leichtes, Dynamisches. „Psychomania“ (eine Zusammensetzung aus „Psychologie“ und „Germania“, teilt die Stadt mit) heißt das Projekt der beiden Künstler David Rauer (Osnabrück) und Samuel Treindl (Münster) im Rahmen des Urban Art Festivals in der Fißmer-Anlage bei der Nikolaikirche in Siegens Oberstadt,
Es gehe ihnen nicht allein um die Germania und ihre Geschichte, sagten die beiden gegenüber der SZ, wenngleich die Figur über ihre Attribute viel über die Geschichte erzähle. Vielmehr gehe es ihnen um „eine Untersuchung des gesamten Orts“ – der natürlich von dem Denkmal geprägt wird, das den beiden auf Anhieb „total gut gefallen“ habe, so Treindl. Größer als gedacht, handwerklich sorgfältig gearbeitet sei es. Die bunt eingefärbten Bauteile, die die künstlerische „zweite Haut“ bilden, wirken leicht,haben aber etwas ebenso Verfremdendes wie Ironisches. Das, meinte David Rauer, wirke auf die Figur: „Sie wird leicht und wirkt aus der Zeit gefallen.“ Und fügt an: „Und verändert sich.“ – Oder verändern sich die Betrachtenden? Skizzenhaft erscheinen die bunten Teile, dabei aber auch nachdenklich, tastend: Da wird ein experimenteller neuer Raum um die Statue und ihren Sockel erlebbar. „Wir wollen Lebendigkeit an diesen Ort bringen“, sagt Samuel Treindl.

Auch die Tauben reagieren irritiert

Aber dies ist nur ein Teil der Aktion. Denn an ihr mitwirken, ins Gespräch kommen können alle, die am Kunst-Ort vorbeikommen. Am Donnerstag entstanden erste Abformungen – nicht, wie geplant, von der Germania, dafür aber von schnell entstandenen Ton-Arbeiten. Auch Abformungen von anderen Gegenständen seien möglich, sagt Treindl. Sie können, an der Skulptur platziert, die Veränderung noch deutlicher machen und den Stadtraum sowie den durch die Arbeit definierten Ort in einem Aneignungsprozess neu mit den Bürgerinnen und Bürgern verbinden. Da wird es dann auf ganz andere Weise politisch. – Ach ja, und dann sind da auch noch die Tauben, die irritiert reagieren – und der Falke, der vergeblich versuchte, eine von ihnen zu erwischen …

Rauer/Treindl folgten Einladung von Johanna Schwarz

Eingeladen zur Teilnahme am Siegener Urban Art Festival wurden Rauer und Treindl nach Angaben der Stadt von Kultur Siegen auf Vermittlung von Universitätsprofessorin Johanna Schwarz, Fachbereich Kunst. Immer wieder blieben Menschen stehen, fragten, schauten, begannen mit den beiden Künstlern ein Gespräch. Die freuen sich auf die weitere Begegnungen – mit der „Doppelskulptur“.

Skizzenhaft, tastend, irritierend: „Psychomania“ untersucht den Standort der Germania und die Figur selbst.
David Rauer und Samuel Treindl: „Psychomania“ entsteht.
Autor:

Peter Barden (Redakteur) aus Siegen

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