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Anja Kling in "Jenseits der Angst"
Psychothriller im ZDF spielt in Berlin

In einer Grenzsituation: Modedesignerin Lisa (Anja Kling). Ob sie Stefan (Moritz Grove) vertrauen kann?
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  • In einer Grenzsituation: Modedesignerin Lisa (Anja Kling). Ob sie Stefan (Moritz Grove) vertrauen kann?
  • Foto: ZDF/Hans-Joachim Pfeiffer
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

la Mainz. Sie steht im flatternden roten Abendkleid an der Kante eines Hochhauses und überlegt: Springe ich oder nicht? Die Szene ist der Beginn des Psycho-Thrillers „Jenseits der Angst“ (an diesem Montag, 20.15 Uhr, im ZDF). Anja Kling spielt die Rolle der Modedesignerin Lisa Hembach, die kurz vor der Berliner „Fashion Week“ die Kontrolle über ihr Geschäfts- und Privatleben verliert. Und was noch schlimmer ist: Sie weiß nicht mehr, wem kann sie vertrauen kann, ihrem Mann Ronald (Benjamin Sadler), oder dem Buchhalter Stefan (Moritz Grove)? Was ist wahr und was nicht? Sie wird zur Getriebenen, verliert ihr Selbstbewusstsein, gepaart mit Panikattacken und Angstzuständen. Und bekämpft sie mit Alkohol.

la Mainz. Sie steht im flatternden roten Abendkleid an der Kante eines Hochhauses und überlegt: Springe ich oder nicht? Die Szene ist der Beginn des Psycho-Thrillers „Jenseits der Angst“ (an diesem Montag, 20.15 Uhr, im ZDF). Anja Kling spielt die Rolle der Modedesignerin Lisa Hembach, die kurz vor der Berliner „Fashion Week“ die Kontrolle über ihr Geschäfts- und Privatleben verliert. Und was noch schlimmer ist: Sie weiß nicht mehr, wem kann sie vertrauen kann, ihrem Mann Ronald (Benjamin Sadler), oder dem Buchhalter Stefan (Moritz Grove)? Was ist wahr und was nicht? Sie wird zur Getriebenen, verliert ihr Selbstbewusstsein, gepaart mit Panikattacken und Angstzuständen. Und bekämpft sie mit Alkohol.

Anja Kling vertraut Familie und Freunden

Für Anja Kling gehört die Hochhaus-Einstellung vor der Skyline von Berlin an einem Sonntagmorgen mit zu den Szenen, die sie so schnell nicht vergisst: „Es waren 14 Grad Minus, als wir gedreht haben. Ich stand im dünnen Kleid auf dem Dach und hinter mir die gesamte Filmcrew dick eingepackt. Ich habe noch nie so gefroren.“ Doch in dem Krimi (Buch und Regie Thorsten Näter) geht es um noch viel mehr. Um Vertrauensverlust, an dem die Designerin fast zerbricht. „Das Vertrauen in Familie und Freunde“, sagt die Berlinerin im SZ-Interview, „gehört zum Wichtigsten für mich, und ich wüsste nicht, wie ich mit dem Verlust umgehen sollte.“ Zu ihrer Familie hat sie 100-prozentiges Vertrauen. „Doch ich bin in der glücklichen Lage, das auch noch auf den Freundeskreis ausweiten zu können, den ich seit über 30 Jahren habe und der nicht aus der Branche ist. Wir haben schon schwere Zeiten durchgemacht und glückliche auch. Wir fahren zusammen in den Urlaub, und ich bin mir sicher, ganz gleich, was mir passiert, ich werde immer weich fallen und aufgefangen werden. Das gilt natürlich auch umgekehrt.“

Schauspielerin schafft Spagat zwischen Beruf und Privatem

Bodenständig ist Anja Kling geblieben, trotz der vielen anspruchsvollen Filmrollen und der zahlreichen Auszeichnungen und Preise. Wie verkraftet sie einen solchen emotionalen Dreh für einen Thriller, und wie schafft sie den Spagat zwischen Filmset und privat? „Seit ich Kinder habe, und das ist jetzt schon 18 Jahre, kann ich die Arbeit am Set völlig ausblenden. Wenn ich nach Hause komme, dann geht es um ganz andere Dinge. Da heißt es dann sofort: ,Kannst du mich schnell dahin oder dorthin fahren, was gibt es zu essen, und wo ist eigentlich meine schwarze Hose?‘ Die ganz alltäglichen Probleme einer Familie. Da ist man schnell wieder im häuslichen Alltag. Und das ist auch sehr schön.“

Die Ehe von Ronald (Benjamin Sadler) und Lisa (Anja Kling) steckt in der Krise.

Sie spielt in „Jenseits der Angst“ eine Modedesignerin, da stellt sich die Frage: Wie modebewusst ist Anja Kling? „Ich bin nicht jemand“, sagt die Schauspielerin, „die jedem neuen Modetrend hinterherläuft. Ich interessiere mich für Mode, muss aber nicht alles mitmachen. Wichtig ist mir, dass ich mich wohlfühle und dass das, was ich trage, dem Anlass entsprechend ist.“

Einsatz für Kindertumorzentrum und Kindernothilfe

Wichtiger als Mode ist für sie ihr soziales Engagement für das Hopp-Kindertumorzentrum in Heidelberg und die Kindernothilfe. „Ich habe die Ärzte in der Sendung ,Ein Herz für Kinder‘ kennengelernt und kann ihr persönliches Engagement vor Ort nur bewundern, mit wie viel Leidenschaft und Energie sie arbeiten, ihr eigenes Privatleben vernachlässigen, um den krebskranken Kindern zu helfen.“ Seit 30 Jahren unterstützt sie die Kindernothilfe, sammelt Geld in Fernsehshows und stellte sich im vergangenen Jahr, mit ihrer Nachbarin, einer gebürtigen Siegerländerin, auf den Berliner Weihnachtsmarkt, um für die Projekte zu sammeln. „Was mich an der Kindernothilfe fasziniert“, so Anja Kling, „sie fördert nicht nur einzelne Kinder, sondern ganze Dorfgemeinschaften und Selbsthilfe-Projekte.“ Bei beiden Projekten spielt sicherlich auch eines unterschwellig eine Rolle: Wenn Anja Kling nicht in den Beruf der Schauspielerin „gerutscht“ wäre, dann hätte sie gerne Medizin studiert und wäre Forscherin geworden. „Das war mein Traum!“

An der Seite von Michael "Bully" Herbig

Die Schauspielerin wuchs in Wilhelmshorst bei Potsdam auf. Ihr Vater war Atelierchef im Filmstudio Babelsberg, ihre Mutter ist ihre Schauspielagentin. Ursprünglich wollte sie nach dem Abitur Medizin studieren, wurde dann aber für den Defa-Kionofilm „Grüne Hochzeit“ engagiert. Sie begann ein Studium an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ und wurde gleichzeitig für zahlreiche Kino- und Fernsehfilme engagiert, darunter an der Seite von Hansjörg Felmy in der gleichnamigen Serie „Hagedorns Tochter“. 2001 brillierte sie im preisgekrönten Drama „Jenseits“ von Max Färberböck und bewies ihr komödiantisches Talent in Michael „Bully“ Herbigs „(T) Raumschiff Surprise-Periode I“. Für ihre Rolle in dem Mehrteiler „Wir sind das Volk – Liebe kennt keine Grenzen“ bekam sie die „Goldene Kamera“ und den Bayerischen Fernsehpreis als beste Schauspielerin und den Ensemblepreis beim Deutschen Fernsehpreis für Mehrteiler.

Anja Kling mit "Freud" bei Netflix

Aktuell dreht sie „Hilfe, ich habe meine Freunde geschrumpft“, und im Herbst beginnen die Arbeiten für die Fortsetzung des ZDF-Samstagkrimis „Das Quartett“ (Ausstrahlung der ersten Folge am 12. Oktober). Für Netflix hat sie gerade die achtteilige Serie „Freud“ abgedreht.

In einer Grenzsituation: Modedesignerin Lisa (Anja Kling). Ob sie Stefan (Moritz Grove) vertrauen kann?
Die Ehe von Ronald (Benjamin Sadler) und Lisa (Anja Kling) steckt in der Krise.
Autor:

Jörg Langendorf aus Siegen

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