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Wegen Corona-Pandemie: Festival auf der Kippe
Quo vadis, KulturPur?

Eine einzigartige Atmosphäre durchstrahlt das Musik- und Theaterfestival auf der Ginsberger Heide.
  • Eine einzigartige Atmosphäre durchstrahlt das Musik- und Theaterfestival auf der Ginsberger Heide.
  • Foto: SZ-Archivbild: Dirk Manderbach
  • hochgeladen von Peter Helmes (Redakteur)

ph Siegen/Grund. Fragt man nach den größten Aushängeschildern der Region, nimmt KulturPur eine Spitzenposition ein. Das internationale Musik- und Theaterspektakel inmitten der Natur zählt zu den größten Zeltfestivals in Europa. Seit 1991 findet es über Pfingsten auf der Ginsberger Heide statt – zwischen Turnerheim und Skihang. Veranstalter ist der Kreis Siegen-Wittgenstein im Zusammenwirken mit der Stadt Hilchenbach, dem Gebrüder-Busch-Kreis, dem 1. Förderclub für Kleinkunst und Varieté (1. FCKV) sowie der IG Metall.

Fragt man in trauter Runde nach KulturPur in diesem Jahr, erntet man meist ein Schulterzucken. Macht Corona dem Großereignis ein zweites Mal den Garaus nach 2020? Oder lässt sich das Virus rechtzeitig in die Schranken weisen?

ph Siegen/Grund. Fragt man nach den größten Aushängeschildern der Region, nimmt KulturPur eine Spitzenposition ein. Das internationale Musik- und Theaterspektakel inmitten der Natur zählt zu den größten Zeltfestivals in Europa. Seit 1991 findet es über Pfingsten auf der Ginsberger Heide statt – zwischen Turnerheim und Skihang. Veranstalter ist der Kreis Siegen-Wittgenstein im Zusammenwirken mit der Stadt Hilchenbach, dem Gebrüder-Busch-Kreis, dem 1. Förderclub für Kleinkunst und Varieté (1. FCKV) sowie der IG Metall.

Fragt man in trauter Runde nach KulturPur in diesem Jahr, erntet man meist ein Schulterzucken. Macht Corona dem Großereignis ein zweites Mal den Garaus nach 2020? Oder lässt sich das Virus rechtzeitig in die Schranken weisen?

Fakt ist: Derzeit dürfen noch keine Festivals stattfinden. Die Perspektive ist angesichts der fortdauernden Pandemie unklar. In der Kulturabteilung des NRW-Ministeriums für Kultur und Wissenschaft sei die „Planung flexibel“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Klaus Kaiser vergangene Woche im Kulturausschuss des Landtags. Es gebe Überlegungen auch zu „hybriden Formen“. Als wichtig erachtete Kaiser in diesem Zusammenhang Flexibilität auch bei Veranstaltern und Trägern.

Die SZ wollte wissen, wie es um KulturPur in diesem Jahr bestellt ist, und fragte nach bei Jens von Heyden, Leiter des Kulturbüros Siegen-Wittgenstein und Organisationschef des Festivals.

KulturPur wegen Pandemie noch ungewiss


Findet KulturPur in diesem Jahr statt?

Gerne würden wir diese Frage voller Überzeugung mit „Ja“ beantworten. Objektiverweise ist dies aber nach wie vor höchst ungewiss. Maßgeblich hängt KulturPur 2021 von der Entwicklung des pandemischen Geschehens und den damit verbundenen Verordnungs- und Rechtsgrundlagen ab. Salopp gesagt, haben wir durch den aktuellen Veränderungsrhythmus im aktuellen „zwei bis drei Wochen-Takt“ nur marginale Fernsicht und damit Planungsmöglichkeiten.

Wenn ja, in welchem geplanten Rahmen?

Natürlich haben wir alternative Konzepte in der Schublade – nicht zuletzt, weil wir über vielfach erprobte Arbeitsabläufe der Festival-Organisation und der damit verbundenen Erfordernisse verfügen, darüber hinaus im vergangenen Jahr aber auch wichtige Erfahrungen in Bezug auf sinnvolle und zielführende Schutzmaßnahmen (Ein-/Auslasskonzepte, Abstandswahrung, Lüftungssystem, Rückverfolgbarkeit durch elektronisches Ticketing) sammeln konnten. Solange der typische KulturPur-„Charakter“ erhalten bleiben kann, versuchen wir auch unter verschärften Bedingungen, die Durchführung der Veranstaltungen zu ermöglichen. Dabei ist auch klar, dass bei unseren Planungen und Überlegungen der Gesundheitsschutz stets das Maß aller Dinge ist.

Einige Konzerte etc. des Vorjahres wurden auf dieses Jahr verschoben. Wieviele etwa? Gestaltet sich das vertraglich kompliziert, oder geht das eher reibungslos „über die Bühne“?

Es konnten alle Veranstaltungen des Abendbereichs (Top-Act und Late Night) übernommen werden. Auch im Vormittags- und Nachmittagsprogramm erklärten sich fast alle Künstler bereit, ihre Programme bei KulturPur 2021 zu spielen. Gegenseitiges Verständnis, Solidarität und ein gemeinsames Miteinander aller Beteiligten haben stark geholfen, diese Situation zu meistern.

Line-up für KulturPur 2021 steht bereits fest

Wie sieht es mit der Verpflichtung weiterer Acts aus? Läuft das an? Gibt es Ausstiegs-/Stornierungsklauseln seitens der Künstler, aber auch des Veranstalters?
Die erste Frage stellt sich aus besagten Gründen glücklicherweise nicht, da das Line-up für KulturPur 2021 bereits feststeht. Generell sprechen wir mit unseren Partnern natürlich über möglicherweise reduzierte Zuschauerzahlen und berücksichtigen auch Worst-Case-Szenarien in unseren Vereinbarungen, um die Refinanzierung der einzelnen Veranstaltungen auch unter eventuell verschärften Bedingungen auf eine solide Basis zu stellen.

Falls sich im Zeitraum des Vorverkaufs oder danach Corona zurückmeldet und alles wieder herunter gefahren werden müsste: Bekommen die Leute ihr Geld zurück, oder behalten zumindest einige Karten ihre Gültigkeit für das kommende Jahr? Wie war das beim letzten Mal?

Unsere Besucher hatten und haben natürlich die Möglichkeit, ihr Geld zurückzubekommen, selbst wenn ein Konzert abgesagt oder verschoben werden muss. Das galt für KulturPur 2020 – und, sollte Corona weiter zuschlagen, natürlich auch für KulturPur 2021.

Verordnungslage vor Gesprächen mit Partnern abwarten

Wie würden Zeltbestellung bzw. -aufbau ablaufen? Ähnliches gilt für Catering, Bereitschafts-/Sanitätsdienste etc..
Das hängt ebenfalls wieder maßgeblich von der Entwicklung der Pandemie-Situation ab. Natürlich ist es möglich, verschiedene Größenordnungen zu variieren und zum Beispiel mehr oder weniger Stühle zu bestellen. Zunächst aber gilt, dass wir die Verordnungslage abwarten müssen, bevor mit Partnern gesprochen, eine Beschaffung modifiziert oder der Personalbedarf berechnet werden kann. Wir können glücklicherweise auf eine lange Planungserfahrung zurückgreifen und deshalb auch relativ kurzfristig Anpassungen vornehmen. Von einem Tag auf den anderen gelingt es allerdings nicht, die Infrastruktur eines Festivals mit diesen Dimensionen auf einer einsamen Lichtung im Rothaargebirge zu installieren.

Bei einem nochmaligen Ausfall des Festivals: Gibt es grundsätzliche Überlegungen, KulturPur eventuell in gänzlich anderem Gewand aufzuziehen?

KulturPur ist nicht nur kulturpolitisch, sondern in ganzer Breite und in ganz Südwestfalen angekommen und beim Publikum fest verankert. Seit Jahren, wenn nicht gar Jahrzehnten, erreichen wir mit unseren niederschwelligen Kulturangeboten breite Bevölkerungsschichten und begeistern sie selbst für schwierige Themen oder Produktionen. KulturPur wird ständig in seinen kleinen und großen Details modifiziert und verbessert. Über eine grundsätzliche Änderung des erfolgreichen Konzepts denken wir deshalb momentan nicht nach.

Autor:

Peter Helmes (Redakteur) aus Siegen

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