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Jürgen Bruch produziert Sendungen
Radio für Amateur-Chöre

Jürgen Bruch in seinem Element: Zur Vorbereitung einer Sendung gehört das Fertigen eines Manuskripts. Dessen Text spricht er anschließend ins Mikrofon.
  • Jürgen Bruch in seinem Element: Zur Vorbereitung einer Sendung gehört das Fertigen eines Manuskripts. Dessen Text spricht er anschließend ins Mikrofon.
  • Foto: Peter Helmes
  • hochgeladen von Peter Helmes (Redakteur)

ph Dahlbruch.  Corona trifft auch Jürgen Bruch hart. Seit 1992 betreibt der gelernte Stahlbau-Konstrukteur in der Dahlbrucher Weiherstraße sein eigenes Tonstudio „j.b.music“ für Klassik, Chor- und Blasmusik. 1999 machte er sich damit selbstständig. Doch seit Frühjahr 2020 sind Singen und Musizieren im Verbund gar nicht oder nur unter strengen Vorgaben erlaubt. Folge: Dem 62-Jährigen sind Ton- und CD-Aufnahmen weggebrochen.
Mit unvermindertem Elan betreibt der Dahlbrucher indes sein Webradio weiter. Seit 2014 läuft sein einstündiges Chormagazin „ImTakt“ wöchentlich auf mehreren Radiostationen im Internet, im Oktober 2019 packte er seinen eigenen Sender dazu: „ImTakt – Das Chorradio“ ist rund um die Uhr in regelmäßig aktualisierter Dauerschleife zu empfangen.

ph Dahlbruch.  Corona trifft auch Jürgen Bruch hart. Seit 1992 betreibt der gelernte Stahlbau-Konstrukteur in der Dahlbrucher Weiherstraße sein eigenes Tonstudio „j.b.music“ für Klassik, Chor- und Blasmusik. 1999 machte er sich damit selbstständig. Doch seit Frühjahr 2020 sind Singen und Musizieren im Verbund gar nicht oder nur unter strengen Vorgaben erlaubt. Folge: Dem 62-Jährigen sind Ton- und CD-Aufnahmen weggebrochen.
Mit unvermindertem Elan betreibt der Dahlbrucher indes sein Webradio weiter. Seit 2014 läuft sein einstündiges Chormagazin „ImTakt“ wöchentlich auf mehreren Radiostationen im Internet, im Oktober 2019 packte er seinen eigenen Sender dazu: „ImTakt – Das Chorradio“ ist rund um die Uhr in regelmäßig aktualisierter Dauerschleife zu empfangen.
Verdienen tut Jürgen Bruch damit keinen Cent. „Wenn ich Menschen damit eine Freude bereiten kann, ist das eine schöne Sache – gerade in diesen Zeiten“, sagt er. Jemand hat ihm erzählt, dass sein Sender der einzige deutschlandweit sei, der sich ausschließlich der Chormusik von Laien widmet.
Die Umsetzung seiner Idee, der Amateur-Chorszene eine jedermann zugängliche Plattform zu bieten, ermöglichte ihm Ende 2013 Michael Klein, Betreiber des Internetradios „Woid FM“ (mittlerweile Schlager-Rallye FM“. Der konnte sich zwar grundsätzlich eine Chorsendung vorstellen, doch zum Produzieren fehle ihm die Zeit: „Wenn du lieferst, sende ich!“ Und zwar eine Stunde Sendezeit pro Woche. Jürgen Bruch versprach es, setzte sich hin, verfasste Textmanuskripte, stellte ein Programm zusammen, erstellte ein Jingle, setzte sich vors Mikrofon, moderierte – und hatte eine Woche vor der Sendepremiere am 12. Januar 2014 alles im Kasten.

Radio "Regentrude" und "Fette Henne"

Es dauerte nicht lange, da schlossen sich weitere Webradios an und übernahmen Bruchs Programm: Radio „Regentrude“ aus Hamburg, Klinikfunk Karlsruhe, Radio „Fette Henne“ bei Leverkusen (benannt nach dem gleichnamigen Ort und nicht etwa nach einem legefreudigen Huhn) und zuletzt das am ungarischen Plattensee beheimatete Radio „Schwung“. Sie alle schicken Sonntag für Sonntag das in der dahlbrucher Weiherstraße zusammengestellte Chorprogramm hinaus in die Welt und wiederholen im Laufe der der Woche. Hinzu gesellen sich Somnderproduktionen zu bestimmten Anlässen, etwa ein dreistündiges Weihnachts-Special. Am Sonntag läuft die 368. Sendung.
Das alles beschert Jürgen Bruch eine Menge ehrenamtliche Arbeit. Einen kompletten Tag benötigt er für die Produktion einer Sendestunde für „ImTakt – Das Chormagazin“. Hinzu kommen viele Stunden fürs Durchhören und Sortieren eingesandter CDs. zudem überlegt er sich thematische Schwerpunkte und stellt Chor-Porträts zusammen. Doch die Resonanz aus der wachsenden Hörerschaft gibt ihm Auftrieb. Während Corona verzeichnet der Moderator einen zusätzlichen deutlichen Anstieg.
Die Bandbreite der gesendeten Beiträge ist groß. Sie reicht von klassischen Weisen über Volkstümliches bis hin zu modernen Interpretationen aus dem Gospel- und Popbereich. Männer-, Frauen-, Jugend- und gemischte Chöre aus dem Amateursektor kommen zu Gehör. Im „Chormagazin Classics“ werden ältere Sendungen wiederholt.
Mit seinem eigenen Internet-Radio „ImTakt – Das Chor Radio“ schuf Jürgen Bruch 2019 ein zweites Standbein. Man kann es rund um die Uhr empfangen. Die unmoderierte Playlist überlässt der Dahlbrucher dem Zufallsgenerator, den er natürlich mit musikalischem Futter versorgen muss. Dabei kann er zurzeit aus einem Pool von etwa 160 Stunden Chormusik schöpfen. Mehrere Kategorien füllen diesen Topf, darunter „Choir Goes Pop“, „Alles Männersache“ (Männerchöre), „Chöre der Welt“, „Leinen los“ (Shantychöre) oder neuerdings „Candoro Chorkultur“ im Zusammenwirken mit dem Chorverband Rheinland-Pfalz.
Die Chormusik wurde  den Bruchs in die Wiege gelegt. Das Brüderpaar stammt aus einer Sängerfamilie. Jürgen Bruchs Bruder Gert ist aktiver Chorsänger und Vorsitzender des Chorverbands Siegerland. Er selbst ist seit 1977 – damals war er 19 – Mitglied des MGV Germania Kredenbach.
„Ich mag jegliche Art von Chormusik“, sagt er. Darüber hinaus hört er gerne Akkordeon- und Blasmusik, früher auch Elektronik-Klänge von Mike Oldfield, Jean Michel Jarré und Vangelis, Prog-Pop von Barclay James Harvest oder Ohrwürmer von Abba.

Autor:

Peter Helmes (Redakteur) aus Siegen

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