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50 Jahre Universität Siegen
Rosa Ribas: ein Krimi im Museum

Dr. habil. Isabel Maurer Queipo (l.) stellte die spanische Krimiautorin Rosa Ribas bei der Lesung im MGKSiegen vor.
  • Dr. habil. Isabel Maurer Queipo (l.) stellte die spanische Krimiautorin Rosa Ribas bei der Lesung im MGKSiegen vor.
  • Foto: Julia Chojetzki
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

juch Siegen. Da kamen nicht nur eingefleischte Krimifans voll auf ihre Kosten. Denn am Freitagabend fand im Rahmen der Festwoche zum 50-jährigen Bestehen der Universität Siegen eine Lesung mit der spanischen Krimiautorin Rosa Ribas im Museum für Gegenwartskunst Siegen (MGKSiegen) statt.
Zuerst zu Rubenspreisträger TàpiesZu Beginn der Veranstaltung machte Ann-Katrin Drews vom Museum allerdings zunächst mit den Besuchern einen kurzen Rundgang durch die aktuelle Sammlungspräsentation und stellte einige Kunstwerke von Antoni Tàpies vor.
Der Künstler, der 1972 mit dem Rubenspreis ausgezeichnet wurde, und die Autorin haben eine Gemeinsamkeit: Sie stammen beide aus Barcelona.

juch Siegen. Da kamen nicht nur eingefleischte Krimifans voll auf ihre Kosten. Denn am Freitagabend fand im Rahmen der Festwoche zum 50-jährigen Bestehen der Universität Siegen eine Lesung mit der spanischen Krimiautorin Rosa Ribas im Museum für Gegenwartskunst Siegen (MGKSiegen) statt.

Zuerst zu Rubenspreisträger Tàpies

Zu Beginn der Veranstaltung machte Ann-Katrin Drews vom Museum allerdings zunächst mit den Besuchern einen kurzen Rundgang durch die aktuelle Sammlungspräsentation und stellte einige Kunstwerke von Antoni Tàpies vor.
Der Künstler, der 1972 mit dem Rubenspreis ausgezeichnet wurde, und die Autorin haben eine Gemeinsamkeit: Sie stammen beide aus Barcelona. Seine düstere Malweise und die Verwendung von oftmals verschlüsselten Symbolen und Zeichen sowie verschiedener Materialien wie Tücher passe darüber hinaus auch sehr gut zur Krimiliteratur, betonte Drews. So wurden die Besucher bereits zu Beginn auf die geheimnisvolle und spannende Atmosphäre eines Krimis eingestimmt.

Ribas nach 30 Jahren wieder in Barcelona

Der zweite Teil der Veranstaltung fand dann im Vortragssaal statt. Dr. habil. Isabel Maurer Queipo, Dozentin an der Universität Siegen, übernahm die Moderation und stellte die Autorin zunächst vor. Ribas lebte 30 Jahre in Deutschland und arbeitete als Professorin, bevor sie sich 2008 ganz dem Schreiben widmete. Aktuell wohnt die Autorin wieder in ihrer Heimatstadt Barcelona. Im Laufe der Zeit sind mehrere Krimireihen entstanden, die in verschiedene Sprachen übersetzt und teilweise auch als Hörbücher veröffentlicht wurden.

Spanier und Deutsche lesen anders

Durch das anschließende gemeinsame Gespräch mit Ribas erfuhren die Zuhörer zudem, warum sie unbedingt nach Deutschland wollte: Sie war schon immer von der deutschen Literatur und Musik sehr fasziniert und wollte diese genauer kennenlernen. Das Schreiben deutscher Krimis sei für spanische Autoren allerdings schon eine gewisse Herausforderung, so Ribas. Denn die deutschen und spanischen Leser rezipieren ihre Bücher sehr unterschiedlich. Deutsche Städte, wie etwa Frankfurt, sind in Spaniern oftmals unbekannt, und viele haben, wenn überhaupt, nur klischeehafte Vorstellungen von Deutschland. Deshalb fänden es insbesondere die Spanier gut, dass ihre Romane häufig in für sie fremden Orten spielten und sie auch Themen anspreche, die in ihrer Gesellschaft häufig tabuisiert würden, wie z.B. Migration. Der Reiz besteht für Ribas also darin, eine gewisse Balance zwischen den Erwartungen der deutschen und der spanischen Leser zu finden.

Lesung aus "Das Flüstern der Stadt"

Natürlich gab die Autorin an diesem Abend auch eine Kostprobe aus einem ihrer zahlreichen Krimis zum Besten: den Anfang des Buches „Das Flüstern der Stadt“, das Ribas 2014 veröffentlicht hat und das der erste Teil einer Trilogie ist. Das Besondere daran ist, dass der Krimi vierhändig und zweisprachig entstanden sei, betonte Maurer Queipo.

Mit Sabine Hoffmann geschrieben

Denn Ribas hat das Buch zusammen mit Sabine Hoffmann, die sie während ihrer Tätigkeit als Dozentin kennenlernte, geschrieben. Die beiden haben die einzelnen Kapitel jeweils abwechselnd in Spanisch und Deutsch verfasst, und so entstanden am Ende zwei Manuskripte. Auch an diesem Abend trug Ribas den spanischen Text vor und Maurer Queipo übernahm die deutsche Version. So erhielten die Zuhörer einen Einblick in den Klang der jeweiligen Sprache und konnten die Fassungen gut miteinander vergleichen.
„Dabei habe ich mich für einen ganz klassischen Krimianfang entschieden. Das Buch beginnt mit einem Leichenfund und erst im weiteren Verlauf werden dem Leser die einzelnen Figuren und Handlungsabläufe deutlich“, so Ribas. Am Ende der Veranstaltung hatten die Zuhörer noch die Möglichkeit, gezielte Fragen an die Autorin und zu ihrem Werk zu stellen, wovon sie regen Gebrauch machten.

Autor:

Redaktion Kultur

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