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ZDF-Serie „Fritzie – Der Himmel muss warten“ mit Tanja Wedhorn
Schock-Diagnose Brustkrebs

Nachdem Fritzie (Tanja Wedhorn) erfahren hat, dass ihr wegen eines Tumors womöglich die Brust abgenommen werden muss, hat sie sich zur Erinnerung einen Gipsabdruck ihrer Brüste machen lassen.
  • Nachdem Fritzie (Tanja Wedhorn) erfahren hat, dass ihr wegen eines Tumors womöglich die Brust abgenommen werden muss, hat sie sich zur Erinnerung einen Gipsabdruck ihrer Brüste machen lassen.
  • Foto: ZDF/Gordon Mühle
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

la Mainz. Es sieht nicht gut aus für Fritzie Kühne: verheiratet, Mutter eines Sohnes und engagierte Lehrerin für Biologie und Sport. Die Ärztin hat bei ihr einen bösartigen, aggressiven Tumor in der Brust diagnostiziert, der bereits gestreut und die Lymphknoten befallen hat. OP unausweichlich, eine Strahlentherapie wird folgen. Von einem Moment auf den anderen steht die Welt für Fritzie Kopf.
Die Statistik sagt, jeder zweite Mensch in Deutschland erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs: zwei von zehn Frauen an Brustkrebs. Gerade weil dieses Thema so nahe kommt, wird die Auseinandersetzung damit gescheut. Das ZDF ging einen anderen Weg. In „Fritzie – Der Himmel muss warten“ wird in einer sechsteiligen Serie die Erkrankung zum Thema gemacht.

la Mainz. Es sieht nicht gut aus für Fritzie Kühne: verheiratet, Mutter eines Sohnes und engagierte Lehrerin für Biologie und Sport. Die Ärztin hat bei ihr einen bösartigen, aggressiven Tumor in der Brust diagnostiziert, der bereits gestreut und die Lymphknoten befallen hat. OP unausweichlich, eine Strahlentherapie wird folgen. Von einem Moment auf den anderen steht die Welt für Fritzie Kopf.
Die Statistik sagt, jeder zweite Mensch in Deutschland erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs: zwei von zehn Frauen an Brustkrebs. Gerade weil dieses Thema so nahe kommt, wird die Auseinandersetzung damit gescheut. Das ZDF ging einen anderen Weg. In „Fritzie – Der Himmel muss warten“ wird in einer sechsteiligen Serie die Erkrankung zum Thema gemacht.

Tanja Wedhorn: „Eine mutige Entscheidung“

„Eine mutige Entscheidung“, sagt Tanja Wedhorn, die die Rolle der Fritzie spielt, im SZ-Interview. Und das zur Primetime (jeweils am Donnerstag um 20.15 Uhr in einer Doppelfolge) und auf einem Sendeplatz, auf dem ansonsten der „Bergdoktor“ praktiziert oder „Die Bergretter“ im Dachstein-Massiv mit dem Helikopter Leben retten und Zuschauer-Traumquoten einfahren. Ursprünglich war der Start der ersten sechsteiligen Staffel für den 23. April vorgesehen, wurde dann aber verschoben.
„Es war schon ein Wagnis“, so Katharina Görtz und Kristl Philippi (Hauptredaktion Fernsehfilm/Serie II), „diesen Kampf einer Frau um Lebendigkeit und Zukunft, das Ringen ihrer Liebsten um Verständnis und Hoffnung in den Mittelpunkt einer Primetime-Serie zu stellen.“

Genre-Mix aus Familien- und Schulserie

Das ZDF wählte für die Serie einen Genre-Mix aus Familien- und Schulserie, die ganz eng mit der Figur der Lehrerin verbunden ist. Tanja Wedhorn: „Das Damoklesschwert Krebs ist in jeder Szene zu spüren.“ Für Regisseur Josh Broecker geht der Sechsteiler noch einen Schritt weiter: „Die Krebserkrankung der Hauptfigur wird verwoben mit einem Aufstand der Jugend gegen die krebsartige Mutation unserer Konsumgesellschaft – die letzten Endes zur Erkrankung unserer Erde führt.“
„Krebs ist ein Tabu“, sagt Head-Autorin Kerstin Höckel, deren Mutter auch an Brustkrebs erkrankte. „Schon das Wort löst eine Kaskade von Ängsten aus.“ Doch für sie stößt die Begegnung mit der Endlichkeit auch Türen auf, die durch Angepasstheit und Ängstlichkeit verschlossen waren.

„Es ist ein Schicksal, das viele betrifft“

Für Tanja Wedhorn war es eine ganz besondere Stimmung beim Dreh. „Wir haben die ersten Szenen mit großer Konzentration gespielt. Man wird sich bewusst, dass man eine Frau mit einer Krebsdiagnose spielt. Es ist ein Schicksal, das viele betrifft, während man selbst gesund ist.“ Für die Berlinerin, Mutter zweier Söhne, ist es nachvollziehbar, dass in der ersten Folge „Aus dem Gleichgewicht“ Fritzie diese Krankheit erst einmal nicht an sich herankommen lässt und ihrem Mann und ihrem schulischen Umfeld die Diagnose verschweigt. Tanja Wedhorn: „Es ist sicherlich schwer, die richtigen Worte zu finden, wenn man darüber mit seinem Gegenüber spricht. Mag er auch noch so vertraut sein.“

Die Rolle der Fritzie war ein „Geschenk“

Für Tanja Wedhorn war die Rolle der Fritzie ein „Geschenk“. „Ich konnte sie einfach nicht ablehnen, und mein Mann hat mich darin bestärkt, sie anzunehmen.“ Und das, obwohl sie im vergangenen Jahr zwei neue Folgen der ARD-Reihe „Praxis mit Meerblick“ auf Rügen und an der Seite von Heino Ferch „Liebe verjährt nicht“ drehte. Zusätzlich stand sie mit Oliver Mommsen (Bremer Ex-Kommissar) in der berührenden Komödie „Tanzstunde“, mit dem sie schon im Apollo-Theater und im Pädagogischen Zentrum Meggen gastierte, auf der Bühne.

Autor:

Jörg Langendorf aus Siegen

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