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Kinderliedermacher Reinhard Horn im Gespräch
„Seelenproviant für Kinder“

Der Kinderliedermacher Reinhard Horn gibt beim Gebrüder-Busch-Kreis ein digitales Muttertagskonzert.
  • Der Kinderliedermacher Reinhard Horn gibt beim Gebrüder-Busch-Kreis ein digitales Muttertagskonzert.
  • Foto: Veranstalter
  • hochgeladen von Peter Barden (Redakteur)

jon Hilchenbach.  Am Muttertag, 9. Mai, bietet der Gebrüder-Busch-Kreis in Zusammenarbeit mit dem Virtuellen Hut ab 11 Uhr ein Familienkonzert mit dem Kinderliedermacher Reinhard Horn im Stream an. Das Konzert wurde vor kurzem in der Hilchenbacher Kirche aufgenommen. Der Clou dabei, erläutert Dörte Müller vom Gebrüder-Busch-Kreis: Vorab gibt es die Möglichkeit für Kinder, eines der Lieder aus dem Stream anzuhören und zu lernen, um es am Muttertag vorsingen zu können (hier der Link dazu: https://k-mv.eu/v/dankemama).
Kinder und Enkel sind InspirationHerr Horn, wie sind Sie auf die Idee gekommen, Lieder für Kinder zu komponieren?
Also, seit 50 Jahren mache ich Musik, bin ausgebildeter Pianist und war zunächst 20 Jahre lang Studiendirektor für Musik und Religion an einem Gymnasium.

jon Hilchenbach.  Am Muttertag, 9. Mai, bietet der Gebrüder-Busch-Kreis in Zusammenarbeit mit dem Virtuellen Hut ab 11 Uhr ein Familienkonzert mit dem Kinderliedermacher Reinhard Horn im Stream an. Das Konzert wurde vor kurzem in der Hilchenbacher Kirche aufgenommen. Der Clou dabei, erläutert Dörte Müller vom Gebrüder-Busch-Kreis: Vorab gibt es die Möglichkeit für Kinder, eines der Lieder aus dem Stream anzuhören und zu lernen, um es am Muttertag vorsingen zu können (hier der Link dazu: https://k-mv.eu/v/dankemama).

Kinder und Enkel sind Inspiration

Herr Horn, wie sind Sie auf die Idee gekommen, Lieder für Kinder zu komponieren?
Also, seit 50 Jahren mache ich Musik, bin ausgebildeter Pianist und war zunächst 20 Jahre lang Studiendirektor für Musik und Religion an einem Gymnasium. Und ich tourte weltweit mit einer Band für christliche Popmusik. Meine Frau und ich haben mit unseren beiden Kindern viel Musik gemacht, da bin ich quasi hineingerutscht ins Schreiben von Kinderliedern. Meine Kinder und meine Enkel sind Inspiration für neue Lieder, die klassisch am Flügel entstehen, mit Notenpapier und einem Stift in der Hand.

Lieder und Musik sind substanziell

Welche Botschaften vermitteln Sie den Kindern?
Ich sage gerne: Gute Lieder und gute Geschichten sind Seelenproviant für Kinder. Das ist in diesen Tagen besonders wichtig. Außerdem bin ich Botschafter der „Singenden Krankenhäuser“. Und wenn man sieht, wie zum Beispiel Demenzpatienten mit einem fröhlichen Gesicht ein Lied aus ihrer Kindheit mit allen Strophen singen können …

…das Langzeitgedächtnis ist immer noch aktiv …
Interessanterweise ist es eher das musikalische Gedächtnis. Ausgerechnet das liegt im Gehirn so geschützt, dass es erhalten bleibt, wenn alles andere seine Funktion eingestellt hat. Warum? Lieder, Musik – das ist etwas ganz Substantielles für die Entwicklung von Kindern, also für unser Leben. Deswegen darf kein Tag vergehen, wo nicht mit Kindern gesungen wird. Mit diesem Rucksack voller Seelenproviant stärken wir sie fürs Leben. Deshalb sind Fortbildungen für Lehrpersonal ein Teil meiner Arbeit, um zum Singen und Musikmachen mit Kindern zu motivieren. Es gibt in der Lernpsychologie den Satz: „Die wichtigsten Schulfächer sind Musik, Kunst, Sport und Theater.“

"Sind eine sang- und klanglose Gesellschaft geworden"

Ich hätte jetzt noch Lesen dazu genommen  die Liste kann man ja erweitern. 
Im Theater liest man ja seine Rolle und erlernt sie. Wenn man die Maßnahmen in der Corona-Zeit betrachtet, werden genau diese Dinge verunmöglicht. Musik- und Sportunterricht findet nicht mehr statt, Theateraufführungen entfallen …All das, was für die Entwicklung der Kinder substantiell ist! Und denken Sie nur ein Jahr zurück, als die Pandemie begann. In Italien wurde abends auf den Balkons gesungen und musiziert. Später hier in Deutschland auch, aber das ist alles verschwunden. Wir sind eine sang- und klanglose Gesellschaft geworden.

Was halten Sie von der Verbreitung von Musik über die Neuen Medien, zum Beispiel Spotify?
Dazu bin ich gespalten. Ich bin über Spotify zu hören, weil man diesen Weg mitgehen muss. Junge Familien konsumieren Musik mangels CD-Player eher übers Internet. Ich bin aber skeptisch, weil Musik so zur billigen Dauerware wird. Man meint, Musik wäre ständig verfügbar für einen Zehner im Monat. Nur englisch singende Weltstars können davon leben – ich nicht.

Arbeit mit Chören

Wie kommen Sie an die tollen kleinen Sänger, die auf Ihren Aufnahmen zu hören sind?
Durch Zufall und Glück. Aber auch durch die Arbeit mit Chören, zum Beispiel den Schaumburger Märchensängern aus Bückeburg.

An welche Altersgruppe richten sich Ihre Lieder? Es gibt ja kleinere und größere Kinder …
Meine Lieder sind für Kindergarten- und Grundschulkinder, wobei ich gerade ein Projekt mache für ältere Kinder und Jugendliche, nämlich ein neues Klimasong-Projekt.

Online-Konzert zum Muttertag

Welche Projekte stehen in Kürze bei Ihnen an? Also, ganz aktuell, dieses Klimasong-Projekt und das Konzert zum Muttertag?
Ja, wir haben in der ev. Kirche in Hilchenbach ein Online-Konzert zu Muttertag aufgezeichnet, zu sehen am 9. Mai ab 11 Uhr (www.virtueller-hut.de). Alle Familien können sich freuen auf eine Stunde gute Laune, gute Geschichten und auf eine musikalische Reise zum Muttertag. Und wer will, kann sich schon unter https://k-mv.eu/v/dankemama das Muttertagslied anhören und lernen und der Mama ein kleines Ständchen bringen.

Ich danke Ihnen für Ihre Zeit für das Interview.

Das Interview führte Johanna Schirmacher.

Autor:

Redaktion Kultur

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