MGKSiegen veröffentlicht neues Angebot zu den Fotografien von Bernd und Hilla Becher
Siegener Fachwerkhäuser: Analoges digital erleben

Für das neue Digital-Angebot des Museums für Gegenwartskunst hat Fotograf Philipp Ottendörfer aus Basel die Fachwerkhäuser in Eiserfeld neu aufgenommen.
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  • Für das neue Digital-Angebot des Museums für Gegenwartskunst hat Fotograf Philipp Ottendörfer aus Basel die Fachwerkhäuser in Eiserfeld neu aufgenommen.
  • Foto: René Traut
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

sz Siegen. Das Museum für Gegenwartskunst Siegen hat ein neues, digitales Format entwickelt, das sich der Vermittlung der eigenen Museumssammlung widmet. Im „Entdecken“-Bereich der Museumswebsite www.mgksiegen.de wird jetzt erstmals ein eigens gestaltetes Feature veröffentlicht, das die „Fachwerkhäuser des Siegener Industriegebietes“ der international bekannten sowie regional bedeutenden Fotografen Bernd und Hilla Becher ins Zentrum stellt.
Neben professionellen Audiobeiträgen und hochaufgelösten Fotostrecken enthält das Angebot kenntnisreiche Kurztexte sowie eine interaktive Landkarte. Alle Inhalte wurden so konzipiert, dass sie ein breites Publikum ansprechen und während des Besuchs, zur Vor- und Nachbereitung sowie ortsunabhängig zur Beschäftigung mit den Sammlungswerken eingesetzt werden können.

Fachwerkhäuser so nur in Siegen und Umkreis

Die „Fachwerkhäuser des Siegener Industriegebietes“, entstanden zwischen 1959 und 1978, gelten als erstes gemeinsames Fotoprojekt des Künstlerpaares Bernd und Hilla Becher. Gezeigt sind Ansichten von riegellosen Fachwerkgebäuden, die eng mit der Industriegeschichte des Siegerlandes verbunden sind und die die Architekturlandschaft der Region maßgeblich prägten. Bis heute haben sich die regionaltypischen Gebäude aus der Zeit zwischen 1860 und 1920 im Siegener Stadtbild erhalten. Sie sind, wie Forschungen belegen, so auch nur in Siegen und in einem rund 30 Kilometer großen Umkreis zu finden.

Erste Becher-Bilderschau in der Galerie Nohl

Bereits 1964 wurden die ersten Fachwerkhaus-Fotografien am Geburtstort von Bernd Becher in Siegen ausgestellt – an die Ausstellung in der Galerie Nohl in der gleichnamigen Buchhandlung in der Kölner Straße erinnern sich viele Menschen. 2001, zur Eröffnung des MGKSiegen, stellten die Künstler ein 146-teiliges Set bestehend aus zwölf mehrteiligen Tableaus zusammen, ergänzt um eine Serie von Straßen- und Ortsansichten. Erworben 2003 für die Museumssammlung (gemeinsam mit der Photographischen Sammlung/ SK Stiftung für Kunst und Kultur, Köln) gehören die „Fachwerkhäuser des Siegener Industriegebietes“ zum Kernbestand des MGKSiegen. Über die Jahre kamen weitere Fotogruppen von Bernd und Hilla Becher zur Museumssammlung hinzu, die Aufnahmen von Zechen, Bergwerken und Hütten aus dem Siegener Industriegebiet zeigen.

Audiobeiträge als Gerüst der mobilen Unterseite

Alle Beiträge von „Bernd und Hilla Becher. Fachwerkhäuser des Siegener Industriegebietes“ lassen sich über verschiedene mobile Endgeräte abrufen. Sie beschäftigen sich mit den Biografien des Künstlerpaares, ihrer künstlerischen Ausbildung, ihrem Werdegang sowie dem von ihnen entwickelten künstlerischen Verfahren, mit dem sie Fotogeschichte schrieben. Dabei bilden die Audiobeiträge das Grundgerüst der mobilen Unterseite.

Philipp Ottendörfer fotografierte Häuser neu

Begleitet und ergänzt werden diese durch einführende Texte und umfassende Bildstrecken, bestehend aus Architekturfotografien, Ausstellungs-, Werk- und Detailansichten. Den architektonischen Eigenschaften der Fachwerkhäuser ist sehr viel Raum gegeben, auch im Hinblick auf eine sich im Wandel befindende regionale Architektur.
Daher wurde eine Auswahl der von Bernd und Hilla Becher seit Ende der 1950er-Jahre aufgenommenen Fachwerkhäuser aus dem südlichen Stadtteil Siegens, aus Eiserfeld, noch einmal neu fotografiert. Aufgenommen vom Züricher Fotografen Philipp Ottendörfer, dokumentiert diese vergleichende Fotoserie den aktuellen Zustand der Häuser (wir berichteten). Digital gegenübergestellt den historischen Aufnahmen des Künstlerpaares, machen sie den Wandel eindrücklich erlebbar. Eine Besonderheit stellt die Einbettung der beiden Fotogruppen in eine interaktive Karte dar, die direkt zu einem Spaziergang vor Ort in Eiserfeld einlädt.

Becher-Schüler: Gursky, Höfer, Nieweg, Struth...

Nicht zuletzt bietet die digitale Publikation einen Ausblick auf den großen Einfluss, den das Werk von Bernd und Hilla Becher auf die künstlerische Fotografie bis heute besitzt. Ergänzend wird am Beispiel von weiteren Werken der Bechers aus dem MGKSiegen und ihrer Schülerinnen und Schüler wie Andreas Gursky, Candida Höfer, Simone Nieweg oder Thomas Struth ein Einblick in die Wirkungsgeschichte und die künstlerische Fotografie der sogenannten Becher-Schule gegeben.

Im Rahmen von "Museum Digital" entstanden

Das digitale Angebot „Bernd und Hilla Becher. Fachwerkhäuser des Siegener Industriegebietes“ entstand im Rahmen des Projektes „Museum Digital“, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Begegnung mit Bechers
Für das neue Digital-Angebot des Museums für Gegenwartskunst hat Fotograf Philipp Ottendörfer aus Basel die Fachwerkhäuser in Eiserfeld neu aufgenommen.
Viele interessante Infos zu Bernd und Hilla Becher sind im neuen digitalen Angebot des MGKSiegen zu finden, z. B. zu „Fachwerkhäuser des Siegener Industriegebietes, 1959-1978“.
Autor:

Redaktion Kultur

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