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Philharmonie Südwestfalen spielt mit Chefdirigent Shehata wieder in großer Besetzung
Siegerlandhalle bot genügend Platz

"Locker gestellt": Die Orchestermitglieder sitzen im "zollstockvermessenen" Abstand.
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  • "Locker gestellt": Die Orchestermitglieder sitzen im "zollstockvermessenen" Abstand.
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Die geschickte Nutzung der großen Saals der Siegerlandhalle ermöglichte ein Konzert mit großer Orchesterbesetzung. Das erste Mal seit Langem wieder! 
 lip Siegen. Am Sonntagabend war es soweit: Von den Musikern der Philharmonie Südwestfalen und ihrem die zweite Spielzeit antretenden Chefdirigenten Nabil Shehata ebenso herbeigesehnt wie von den Siegener Musikfreunden, konnte in der großen Siegerlandhalle das komplette Orchester auftreten. Wie Intendant Michael Nassauer in seiner Begrüßung betonte, saßen die Musiker „zollstockvermessen“ weit auseinander, ebenso wie die Zuhörer, die den kompletten Hauptsitzbereich ausfüllten (ca. 300 Zuhörer). Die Ränge blieben leider leer: Schade angesichts der aufwendigen Vorsichtsmaßnahmen.

Die geschickte Nutzung der großen Saals der Siegerlandhalle ermöglichte ein Konzert mit großer Orchesterbesetzung. Das erste Mal seit Langem wieder! 
 lip Siegen. Am Sonntagabend war es soweit: Von den Musikern der Philharmonie Südwestfalen und ihrem die zweite Spielzeit antretenden Chefdirigenten Nabil Shehata ebenso herbeigesehnt wie von den Siegener Musikfreunden, konnte in der großen Siegerlandhalle das komplette Orchester auftreten. Wie Intendant Michael Nassauer in seiner Begrüßung betonte, saßen die Musiker „zollstockvermessen“ weit auseinander, ebenso wie die Zuhörer, die den kompletten Hauptsitzbereich ausfüllten (ca. 300 Zuhörer).

Viel Abstand  auch in den Publikumsreihen!
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Die Ränge blieben leider leer: Schade angesichts der aufwendigen Vorsichtsmaßnahmen. Und erst recht angesichts des wunderbaren Programms, der großartigen Gesangssolistin und des zu Höchstform auflaufenden Orchesters und seines fantastischen Chefdirigenten Nabil Shehata.

Neue Blue-Ray-Aufnahme der Philharmonie  zur "Wiener Klassik"

Michael Nassauer überreichte der Hauptsponsorin Barbara Lambrecht-Schadeberg und Landrat Andreas Müller (Vorstand des Trägervereins) die brandneue, im Januar eingespielte Blue-Ray-Disc „Wiener Klassik“ des Orchesters.

Philharmonie-Südwestfalen-Intendant Michael Nassauer begrüßte die Gäste.
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Dorothea Röschmann sang Wagner

Richard Wagners „Fünf Lieder auf Gedichte von Mathilde Wesendonck“ (1857) sind Ausdruck seiner Anbetung der kunstreichen jungen Mathilde, die er nicht nur als Muse verehrte. Die Lieder „Im Treibhaus“ und „Träume“ sind Vorstudien zu seiner Oper „Tristan und Isolde“. Das erste hat er selbst für Solovioline und Orchester instrumentiert, die anderen Klavierlieder hat Felix Mottl für großes Orchester bearbeitet.
Dorothea Röschmann ist als Opernsängerin und Liedinterpretin weltweit unter zahlreichen berühmten Dirigenten aufgetreten und hat jüngst mit den Wesendonck-Liedern (mit Robin Ticciati) und mit Richard Strauss´ „Vier letzten Liedern“ (Daniel Barenboim) Erfolge gefeiert. Ihre auch den Mezzobereich umfassende, vibratoreiche, leuchtkräftige Stimme trug im großen Saal trotz des schwierigen tiefen Beginns dank der zarten Holzbläser- und Streicherbegleitung bis in die letzten Reihen.

Dorothea Röschmann trug Wagners Wesendonck-Lieder mit dem Orchester vor.
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Im zweiten, von Klangwellen des Orchesters durchtosten Aufruf an die Zeit, innezuhalten, um dem Rätsel der heiligen Natur nahezukommen, glänzte die Sopranstimme in leuchtenden Kantilenen. Schmerzlich süße, todessüchtige Tristanklänge des farbenreich solistisch agierenden Orchesters im dritten Lied, wuchtig dramatische Ausbrüche in „Schmerzen“ und schwül lastende (atemraubend für die Sängerin) Vergänglichkeit in „Treibhaus“. Dankbarer Applaus für die eindrückliche Aufführung von Solistin und Orchester unter dem aufmerksamen Dirigat von Nabil Shehata.

Philharmonie entführte in die neue Welt

Die 9. Sinfonie e-Moll op. 95 gilt nicht zu Unrecht als das Meisterwerk des damals für drei Jahre in „der neuen Welt“ als Direktor des National Conservatory in New York weilenden tschechischen Komponisten Antonín Dvořák (1841–1904). Die 1893 entstandene Sinfonie ist ein Füllhorn an Melodien, deren Wurzeln in indianischer, afrikanischer und böhmischer Volksmusik liegen. Dvořák erfand alle Motive selbst, ließ sich aber von amerikanischen Einflüssen inspirieren.
Nach dem getragenen Vorspiel erklingt das aufsteigende Dreiklangmotiv der Hörner, das von den Holzbläsern und allen Blechbläsern samt Pauken machtvoll intoniert wird. Flötengezwitscher, Tanzweisen, ein zweites markantes, absteigendes, synkopisches Thema treten gegeneinander an.

Die Bläser müssen besonders auf die gehörige distanz achten.
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Im zweiten Satz erklingt die innige Melodie des Englischhorns (der irokesische Häuptling Hiawatha beweint seine Gefährtin Minnehaha). Sehnsuchtsvoll, tröstlich und unendlich schön erscheint sie in allen Instrumentengruppen. Im dritten Satz wechseln sich synkopische Springtänze und böhmische Ländlerweisen ab. Der letzte Satz ist unbeschreiblich melodienreich, wechselt zwischen dynamischen Ausbrüchen und lieblichen Horn-, Klarinetten-, Flöten- und Cello-Soli.

Auch die Bässe haben viel Platz um sich.
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  • Foto: Kai Osthoff
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Nabil Shehata führte das glänzend vorbereitete Orchester durch alle Höhen und Tiefen und erntete nach dem machtvollen Schluss donnernden Applaus, den er mit seinen Philharmonikern teilte. Es gab sogar eine Zugabe: den schmachtend schönen „Slawischen Tanz Nr. 2“ von Dvořák. Lange Standing Ovations! Isabell Lippitz

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Redaktion Kultur

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