Aglaja Camphausen und Ulrich van der Schoor im Schlossgarten
„Sonntagnachmittags um vier"

Freuten sich, endlich wieder vor Publikum spielen zu können: Aglaja Camphausen und Ulrich van der Schoor am Sonntagnachmittag im Siegener Schlosspark.
  • Freuten sich, endlich wieder vor Publikum spielen zu können: Aglaja Camphausen und Ulrich van der Schoor am Sonntagnachmittag im Siegener Schlosspark.
  • Foto: Bärbel Althaus
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

ba Siegen. „Echter Applaus von echten Menschen – das ist etwas ganz Besonderes“, freute sich Aglaja Camphausen am Sonntagnachmittag im Park des Oberen Schlosses in Siegen. Denn in der Reihe „Sonntagnachmittags um 4 im Schlossgarten“ durften endlich 200 Besucher am Musikpavillon Platz nehmen, um der Cello spielenden Sopranistin und ihrem Begleiter am Klavier, Ulrich van der Schoor, andächtig bei ihrer Corona-Revue mit dem vielsagenden Titel „Was heißt denn hier Kontaktsperre?!“ zu lauschen.

Musik aus der Zeit um 1920

Tief in die Kiste der 1920er-Jahre hatte das Duo gegriffen, die alten Melodien kräftig entstaubt und mit einem frischen, verbalen Anstrich versehen, damit sie perfekt in die aktuellen Zwanziger passen. So erfuhr das andächtig lauschende Publikum nicht nur, „Was der Onkel Doktor (Drosten) sagt“, sondern auch, „Oh wie praktisch“ die Siegenerin in Corona-Zeiten ist (möge die Berlinerin es verzeihen) und wie es aussehen kann, „Wenn die beste Freundin mit der besten Freundin“ beim Spaziergang auf Abstand parlieren muss.

Sexy: der Mann mit graumelierten Schläfen

„Ich weiß nicht, ob ihr euch das vorstellen könnt, wie das ist, wenn man drei Monate nicht arbeiten darf“, sagte Camphausen zum Publikum und konnte auf die Frage, wann sie und ihr musikalischer Partner ihren nächsten Auftritt haben werden, nur ein vages „Wenn wir das wüssten …“ anbieten. Eines wusste die Sopranistin allerdings: Sexy Männer, „das sind die Männer mit den graumelierten Schläfen“. Obwohl man in Zeiten von geschlossenen Fitnessstudios „die Muskelmänner alle rausgelassen habe“ … Das führte vermehrt dazu, dass sie selbst sich total unsportlich fühlte. Dem konnte Ann-Christin Schmidt (Radio Siegen), die den unterhaltsamen Nachmittag souverän moderierte, nur zustimmen. Grund genug, über Corona-Pfunde zu stöhnen und anschließend über die Fitnesskönigin der Zwanziger zu singen. Wer sich nun beschwingt fühlte, der hätte auch zu „Oh, Donna Clara“ das Tanzbein schwingen können, denn Camphausen wusste: „Sie dürfen jetzt auch wieder tanzen, solange Sie es Sport nennen.“

„'s ist nun einmal so“

Statt Wange an Wange Tango-Sport zu betreiben, hoffte das Publikum bei „Einmal kommt der Tag“ auf bessere Zeiten, in denen der Friseurbesuch wieder entspannt möglich sein wird. Auch damit der Mann zu Hause nicht das nachwachsende Naturgrau bemerkt, sondern stattdessen feststellen kann: „Du bist so schrecklich blond geworden“. – Mit Augenzwinkern und spitzer Zunge wurde an diesem Sonntagnachmittag im Schlosspark dem kulturellen Lockdown auf charmante Weise alles entgegengesetzt, was derzeit möglich ist, denn bereits im letzten Jahrhundert wusste man: „'s ist nun einmal so.“

Autor:

Bärbel Althaus (Freie Mitarbeiterin) aus Wilnsdorf

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