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Erinnerungen an die Bühne der Stadt Siegen
Stelldichein der Musiker in der Schulaula

Karl-Friedrich Wahler erinnert sich an dieses Konzert der Uni-Big-Band Siegen unter der Leitung von Jiggs Whigham (1981 bei der ersten SI-Jazz-Veranstaltung) in der Bühne der Stadt Siegen. Karl-Friedrich Wahler spielte mit.
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  • Karl-Friedrich Wahler erinnert sich an dieses Konzert der Uni-Big-Band Siegen unter der Leitung von Jiggs Whigham (1981 bei der ersten SI-Jazz-Veranstaltung) in der Bühne der Stadt Siegen. Karl-Friedrich Wahler spielte mit.
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sz Siegen. Vor einiger Zeit rief die Kulturredaktion der Siegener Zeitung ihre Leser dazu auf, Erinnerungen an prägende Kulturerlebnisse niederzuschreiben und der Redaktion zuzuschicken. In loser Folge sollen sie erscheinen (Text und Bilder bitte an: kultur@siegener-zeitung.de). Hier jetzt ein Text vom bekannten Musiker Karl-Friedrich „Fitti“ Wahler.

Ich möchte ein Gebäude in den Blick nehmen, dass jahrzehntelang bis Anfang 2000 eine bedeutende Rolle für die Siegener/Siegerländer Kulturszene gespielt hat: die Bühne der Stadt Siegen an der Spandauer Straße, auch bekannt als Aula des Gymnasiums am Löhrtor.

sz Siegen. Vor einiger Zeit rief die Kulturredaktion der Siegener Zeitung ihre Leser dazu auf, Erinnerungen an prägende Kulturerlebnisse niederzuschreiben und der Redaktion zuzuschicken. In loser Folge sollen sie erscheinen (Text und Bilder bitte an: kultur@siegener-zeitung.de). Hier jetzt ein Text vom bekannten Musiker Karl-Friedrich „Fitti“ Wahler.

Ich möchte ein Gebäude in den Blick nehmen, dass jahrzehntelang bis Anfang 2000 eine bedeutende Rolle für die Siegener/Siegerländer Kulturszene gespielt hat: die Bühne der Stadt Siegen an der Spandauer Straße, auch bekannt als Aula des Gymnasiums am Löhrtor. Von außen betrachtet lange eher unauffällig und schmucklos (über die jetzige Fassadengestaltung lässt sich sicher trefflich streiten), hat sich aber im Inneren vieles Interessante und Erinnerungswerte abgespielt.

Siegerlandorchester und "Die Räuber"

Als Bühne der Stadt Siegen war sie bis weit in die 90er-Jahre der Hauptspielort für große Theater- und Konzertveranstaltungen des Kulturkreises und auswärtiger Veranstalter. Sie diente dabei z. B. als Aufführungsort auch für Konzerte des Siegerlandorchesters (heute Philharmonie Südwestfalen) unter dem damaligen GMD Rolf Agop; die letzten großen Theateraufführungen waren Thomas Manns „Zauberberg“ und die Eigenproduktion „Die Räuber“ von Schiller unter Magnus Reitschuster.

UFO, Grobschnitt und Doldinger waren da

Bei solch großen Veranstaltungen machte sich der größte Mangel des Hauses bemerkbar, die Platzenge sowohl auf der Bühne mit Künstlergarderobe sowie im Zuschauerraum, der 850 Personen auf zwei Etagen umfasste, die sich in lange, feste Sitzreihen, die eher auf die Körpermaße von Schülern und schlanken jungen Leuten abgestimmt waren, hineinquetschen mussten. Nichtsdestotrotz war der Blick z. B. auf Musiker von der Empore, besonders vorne am Bühnenrand, immer aufschlussreich.
Viele damals international und national bekannte Rock- und Jazzmusiker haben dort gespielt; ich erinnere mich an UFO mit dem deutschen Gitarrentalent Michael Schenker, mittlerweile vergessene Bands wie East of Eden, Deutschrock-Bands wie Grobschnitt, Eloy und einen der ersten größeren Auftritte der Wise Guys am Anfang ihrer Karriere. Ebenso war der bekannte deutsche Jazzmusiker Klaus Doldinger mit seiner Gruppe Passport zu Gast.

Wahler war im Vereinigten Schulorchester

Was hat das mit mir zu tun? Nun, ich war bis Mitte der 70er-Jahre Oberstufenschüler des damaligen Jungen-Gymnasiums, und wir haben natürlich hochpolitische Schulveranstaltungen wie eine Schüler-Vertretungs-Diskussion zu Landtagswahlen in der Aula mit Prinz Botho zu Sayn-Wittgenstein und Landrat Hermann Schmidt erlebt. Nach Unterrichtsschluss bin ich in die Aula gegangen und habe mir die Orchesterproben angehört (gute Ergänzung zum Musikunterricht); als Mitglied im damaligen Vereinigten Schulorchester des Jungengymnasiums und des Lyzeums, des Mädchengymnasiums gleich um die Ecke, habe ich unter Leitung von Ludwig Winand selber bekannte klassische Werke in großer symphonischer Besetzung in der Aula aufgeführt, was mir später die Möglichkeit eines Musikstudiums eröffnete.

Anlagen schleppen für Freikarten

Alle Bühnenmaterialien wurden über die großen Außentreppe in die Aula getragen.
  • Alle Bühnenmaterialien wurden über die großen Außentreppe in die Aula getragen.
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Da wir damals in der Regel keinen Nachmittagsunterricht hatten, haben wir für die Rockbands deren Anlagen über die Außentreppe auf die Bühne geschleppt und durften als Belohnung das Konzert umsonst anhören (heute undenkbar!). Als Musikstudent war ich auch Mitglied der Uni-Big-Band Siegen, die Anfang der 80er-Jahre unter der Leitung des renommierten amerikanischen Posaunisten Jiggs Whigham in der Bühne der Stadt Siegen viel beachtete Konzerte gab und damit auch die heimische Jazzszene belebte.

Dieter Falk, Damaris Joy ...

Noch ein Letztes: Viele Jahre lang war die Bühne auch der Ort für größere Konzerte der Band-AG, einer informellen Vereinigung christlicher Musiker und Bands des Siegerlands wie Dieter Falk, Damaris Joy, Cheerful Message und Rolf Sprave sowie vorwiegend amerikanischer Musiker aus der Jesus-People-Bewegung, die fast immer vor ausverkauftem Haus spielten. Karl-Friedrich Wahler

Autor:

Redaktion Kultur

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