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Großer Beifall für Kabarettist Michael Altinger im Eichener Hamer
Strunzenöd ist überall

Der „Altinger Michi“ überzeugte sein Publikum im Eichener Hamer mit „Schlaglicht“, Teil zwei seiner Kabarett-Trilogie.
  • Der „Altinger Michi“ überzeugte sein Publikum im Eichener Hamer mit „Schlaglicht“, Teil zwei seiner Kabarett-Trilogie.
  • Foto: Peter Böcking
  • hochgeladen von Peter Barden (Redakteur)

bö Eichen. Natürlich kommt auch der Altinger Michi nicht an „dem“ Ereignis des immer noch jungen Jahres 2020 vorbei. Immerhin haben er und seine „Ein-Mann-Band“ Martin Julius Faber die ausgedehnte Tour durch China und die Lombardei auf den ersten Blick gut überstanden. Damit war Corona aber auch so gut wie durch, kamen im sehr gut besuchten Eichener Hamer bei der Veranstaltung von „Kreuztal Kultur“ am frühen Sonntagabend andere Themen auf den Tisch.
Michael Altinger, den viele sicherlich aus dem BR-„Schlachthof“ kennen, spielte Teil zwo seiner Kabarett-Trilogie, der den Titel „Schlaglicht“ trägt, und leuchtete auch die dunklen Ecken menschlichen Miteinanders aus. Teil eins trug den Titel „Hell“, wurde kurz vorgestellt und vielleicht ein-, zweimal zu oft als CD-Angebot beworben.

Eichen. Natürlich kommt auch der Altinger Michi nicht an „dem“ Ereignis des immer noch jungen Jahres 2020 vorbei. Immerhin haben er und seine „Ein-Mann-Band“ Martin Julius Faber die ausgedehnte Tour durch China und die Lombardei auf den ersten Blick gut überstanden. Damit war Corona aber auch so gut wie durch, kamen im sehr gut besuchten Eichener Hamer bei der Veranstaltung von „Kreuztal Kultur“ am frühen Sonntagabend andere Themen auf den Tisch.
Michael Altinger, den viele sicherlich aus dem BR-„Schlachthof“ kennen, spielte Teil zwo seiner Kabarett-Trilogie, der den Titel „Schlaglicht“ trägt, und leuchtete auch die dunklen Ecken menschlichen Miteinanders aus. Teil eins trug den Titel „Hell“, wurde kurz vorgestellt und vielleicht ein-, zweimal zu oft als CD-Angebot beworben. Auch wenn der Altinger das ganz charmant und alles andere als plump machte.

Spaßfaktor nicht zu verachten

Bevor es im Trilogie-Finale vermutlich finster wird, haben die Gäste, die nicht nur aus dem nördlichen Siegerland gekommen waren, viel zu lachen, aber auch einiges zum Nachdenken geboten bekommen. Und hier und da auch mal in den Spiegel geblickt, den uns der auch tänzerisch sichtlich begabte Niederbayer hier und da, allerdings ohne besserwisserische Belehrsamkeit, vorhielt. Der Spaßfaktor war halt nicht verachten! Seine mit Liedern (im Song „Pollenallergie“ singt er z. B. „So schöne Augen hattest du noch nie …“) gespickte Bestandsaufnahme inszeniert Michael Altinger vor dem Hintergrund eines sich vor allem durch Geräusche und seine Beobachtungen manifestierenden Grillfestes in Strunzenöd.
Keine Frage, Strunzenöd ist überall. Dem Kabarettisten gelingt es, die Welt und ihre Probleme auf eine verständliche Größe herunterzubrechen. Die bei der Grillparty versammelten Dörfler warten auf Hellmut Lux (kann man auch so lesen: Hell, Mut, Lux), der seine Wunder-Kartoffelsalat-Maschine anpreisen will. Allein, er entpuppt sich als ein Godot, der immer wieder angekündigt wird, aber nie erscheint. Wobei sich doch ganz schön viele rund um den Globus nach einem starken Macher (um das Wort Führer zu vermeiden) sehnen, der für klare Kante sorgt und alle Probleme löst.
Nicht so ganz glücklich ist Grillfest-Organisator Altinger mit seinen Rasenmäher-Robotern, die zur Familie ge- und auf die Namen Marianne und Michael hören. Die fressen den Schafen das Futter weg und kommen an den Yoga praktizierenden Partygästen (Yoga in Strunzenöd: „Wie der mit seinen Haxen an der Wampe vorbeikommt …“) nicht vorbei. Man könnte natürlich auch die Schafe vom Nachbargrundstück reinlassen, aber da sollen ja auch ein paar schwarze, vor allem junge, männliche drunter sein …

Endgültige Antworten im Trilogie-Finale

Die Abwehr des Fremden und Unbekannten („Es gibt nur ein Kartoffelsalatrezept“) ist nur eines der gelernten Verhaltensmuster, das aufs Korn genommen wird. Auch das Putzen zum Beispiel, so der Altinger, finde in unserer Gesellschaft keine Anerkennung. Im Gegensatz zum Kochen, das sich längst zum Statussymbol emporgeschwungen hat. Und das Fleisch holt der Mini-Bocuse mit dem Diesel-SUV beim 70 Kilometer entfernten Bio-Metzger des Vertrauens.  Wobei Michael Altinger bei der Auswahl des Fleischs  auf ein zusätzliches Kriterium setzt. Mit besonders reinem  Gewissen kann  der Karnivore, so führt er aus, nämlich den Leib böser Viecher verspeisen, hinterlistiger Sauen etwa oder aggressiver Kühe. Bei Anlegen dieses Maßstabs hält Altinger allerdings „den dauerbellenden West-Highland-Terrier des Nachbarn für das ideale Grillgut“. Endgültige Antworten gibt es vermutlich im Trilogie-Finale, worauf sich, wie der große Beifall vermuten ließ, viele der Gäste von „Kreuztal Kultur“ schon freuen. Bis demnächst, in Strunzenöd.

Autor:

Redaktion Kultur

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