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Eric Steffens war der Solist beim Winterkonzert des Collegium Musicum Siegen
Tieftöner trifft Beethoven

Eric Steffens begeisterte mit seinen Kontrabass-Soli im Konzert des Collegium Musicum Siegen.
  • Eric Steffens begeisterte mit seinen Kontrabass-Soli im Konzert des Collegium Musicum Siegen.
  • Foto: Isabel Lippitz
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

lip Siegen. Bruce Whitsons Konzertprogramme warten immer wieder mit Überraschungen auf. Nicht nur die Wahl des Solisten, des Solo-Kontrabassisten der Philharmonie Südwestfalen, Eric Steffens, war ungewöhnlich, auch das Eingangsstück erwies sich als unbekanntes, aber herrliches Stück aus Antonín Dvořáks amerikanischer Schaffensperiode (Bruce Whitson war hocherfreut, dass niemand aus dem Publikum das Werk kannte). Die zahlreichen Zuhörer im Festsaal der Rudolf-Steiner-Schule ließen sich am Sonntag von den mitreißenden amerikanischen und Dvořákschen Melodien und Tänzen seiner Suite A-Dur op. 98b verzaubern. Die fünf im Tempo und Charakter sehr verschiedenen Sätze boten reichlich Gelegenheit zu schönen Soli und temperamentvollen Streicherpassagen.

lip Siegen. Bruce Whitsons Konzertprogramme warten immer wieder mit Überraschungen auf. Nicht nur die Wahl des Solisten, des Solo-Kontrabassisten der Philharmonie Südwestfalen, Eric Steffens, war ungewöhnlich, auch das Eingangsstück erwies sich als unbekanntes, aber herrliches Stück aus Antonín Dvořáks amerikanischer Schaffensperiode (Bruce Whitson war hocherfreut, dass niemand aus dem Publikum das Werk kannte). Die zahlreichen Zuhörer im Festsaal der Rudolf-Steiner-Schule ließen sich am Sonntag von den mitreißenden amerikanischen und Dvořákschen Melodien und Tänzen seiner Suite A-Dur op. 98b verzaubern. Die fünf im Tempo und Charakter sehr verschiedenen Sätze boten reichlich Gelegenheit zu schönen Soli und temperamentvollen Streicherpassagen.

Beethoven mit Tiefenwirkung

Die bekannte Romanze op. 50 für Violine von Ludwig van Beethoven (ohne ihn geht dieses Jahr nichts) bekam durch den verfremdenden Kontrabassklang ungeahnte Tiefenwirkung. Bruce Whitson: „Ich glaube, Beethoven wäre einverstanden.“ Nino Rotas „Marcia“ aus dem Divertimento Concertante für Kontrabass und Orchester war ein pfiffig frecher Marsch, dessen solistische Herausforderungen Eric Steffens mit schönem Ton und Virtuosität meisterte. Das dritte Stück, Max Bruchs „Kol Nidrei“ für Violoncello (ein inniges jüdisches Gebet) erklang nach der Pause – mit wenigen Lagenänderungen – ausdrucksstark, sehnsüchtig und wunderbar weich auf dem Kontrabass. Das Orchester war unter der sicheren Führung von Bruce Whitson bei allen drei Solostücken ein aufmerksamer Begleiter. Riesenapplaus! Als Zugabe überraschte Eric Steffens das Publikum und seine anwesende Mutter mit einem improvisierten Geburtstagsständchen.

"Unvollendete" von Schubert zum Abschluss

Glanzvoller Abschluss des Konzertes war Franz Schuberts Sinfonie Nr. 7, h-Moll, die „Unvollendete“. Eric Steffens reihte sich in die Gruppe der Kontrabässe als Vierter ein. Bruce Whitson stimmte auf die Symphonie ein, indem er vorlas, wie Beethoven am Ende seines Lebens erschüttert feststellte, dass er bis dahin Schuberts Genie nicht erkannt hatte. Schubert war einer der Sargträger bei Beethovens Beerdigung und starb selber ein Jahr später 1828 31-jährig. Warum Schubert 1822 die Arbeit an der Sinfonie nach nur zwei Sätzen abbrach, ist bisher unklar. Unzweifelhaft ist die vollendete Schönheit der beiden Sätze, die das groß besetzte Orchester profihaft perfekt interpretierte. Sowohl die glänzend aufspielenden Streicher als auch die Holzbläser und Blechbläser plus Pauker erfreuten mit ausdrucksstarken Soli und intensivem Zusammenspiel. Elegische Cellomelodien erklangen, Klarinetten, Flöten- und Oboenthemen, zupackend rasante Streicher- und Blechbläserdramen des ersten Satzes. Im zweiten Satz erschienen neue herrliche Melodien der Hörner und Geigen, ein oft wiederholtes, absteigendes leuchtkräftiges Pizzikato und auftrumpfende Fortissimo- Einbrüche (manchmal etwas zu ruppig) des ganzen Orchesters.Dem verdient starken Applaus folgte als Zugabe die 20. Diabelli-Variation (im Original für Klavier) von Beethoven, die nur von den tiefen Streichern in Trauermarschtempo vorgetragen wurde. Ein nachdenklicher Abschluss eines wunderbaren Abends.

Autor:

Redaktion Kultur

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