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Michael Schumann und Maggie Suttner eröffnen Produzentengalerie
„Tun, was man tun muss“

Maggie Suttner und Michael Schumann sind ein Paar, dürfen zusammenstehen. Zusammen eröffnen sie am Sonntag auch ihre Produzentengalerie „Kuku“ für mehr Kunst und Kultur in Kaan-Marienborn. „corpus delicti“ heißt ihre gemeinsame Ausstellung.
  • Maggie Suttner und Michael Schumann sind ein Paar, dürfen zusammenstehen. Zusammen eröffnen sie am Sonntag auch ihre Produzentengalerie „Kuku“ für mehr Kunst und Kultur in Kaan-Marienborn. „corpus delicti“ heißt ihre gemeinsame Ausstellung.
  • Foto: Regine Wenzel
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

zel Kaan-Marienborn. Dieser junge Kunst-Sommer! Wie schön hätte man zusammenstehen können am Sonntag, sich mal drücken (lassen), sich austauschen über die Fotografien von Margarete „Maggie“ Suttner und die Malerei von Michael Schumann, das Netzwerk pflegen. Hätte, hätte ... Natürlich hat Corona auch die Eröffnung der neuen Produzentengalerie in Kaan-Marienborn erwischt. Aber Kunst ist, wenn man‘s trotzdem macht.
„Kuku“: Galerie von Künstlern für KünstlerEs wird etwas Ähnliches wie eine Vernissage geben, neue Normalität. Suttner/Schumann eröffnen am Sonntag ihre Galerie „Kuku“ von Künstlern für Künstler am Schlossblick 69 und zugleich ihre gemeinsame Ausstellung „corpus delicti“.

zel Kaan-Marienborn. Dieser junge Kunst-Sommer! Wie schön hätte man zusammenstehen können am Sonntag, sich mal drücken (lassen), sich austauschen über die Fotografien von Margarete „Maggie“ Suttner und die Malerei von Michael Schumann, das Netzwerk pflegen. Hätte, hätte ... Natürlich hat Corona auch die Eröffnung der neuen Produzentengalerie in Kaan-Marienborn erwischt. Aber Kunst ist, wenn man‘s trotzdem macht.

„Kuku“: Galerie von Künstlern für Künstler

Es wird etwas Ähnliches wie eine Vernissage geben, neue Normalität. Suttner/Schumann eröffnen am Sonntag ihre Galerie „Kuku“ von Künstlern für Künstler am Schlossblick 69 und zugleich ihre gemeinsame Ausstellung „corpus delicti“. Man muss sich anmelden, maximal vier Besucher pro Stunde, Atemschutzmasken sind zu tragen, Abstand ist zu halten. Der Sonntag sei schon gut gebucht, erzählt Suttner bei der Vorbesichtigung. Wer doch noch nicht unter Leute will, erhält bei YouTube einen kleinen Einblick.

Auch einen Verein soll es geben

Die neue Galerie liegt im Untergeschoss, man muss links ums Haus herum. Geplant waren die drei Räume als Ladenlokal, erklärt Michael Schumann, der im dazugehörigen Haus lebt und sein Atelier hat; genutzt wurden sie als Wohnung. Die ist jetzt frei, und das Künstlerpaar hat daraus einen Raum für Kunst und Kultur gemacht. Apropos: Ein Verein namens „Kuku“ zur Förderung von Kunst und Kultur ist dabei, sich zu etablieren. Die Satzung liegt laut Schumann beim Notar, demnächst soll der (gemeinnützige) Verein beim Amtsgericht eingetragen werden. Insgesamt sind sie schon 20 Unterstützer, sagt Suttner, Künstler, Nicht-Künstler und Sympathisanten.

Für junge wie auch etablierte Kreative

Die Räume können von etablierten und jungen Künstlern für Ausstellungen genutzt werden. Suttner und Schumann haben über ihre eigenen Kunst-Studien an der Uni Siegen im dritten Lebensabschnitt viel Kontakt zu Studierenden, denen sie ermöglichen wollen, ihre Arbeiten in Eigenregie (Planung, Hängung, Werbung, Verkauf …) zu zeigen. „Wir sorgen für die Auswahl der Künstler und die Qualität“, erklärt Maggie Suttner, ein Gewinn ist, wie eben bei einer Produzentengalerie üblich, nicht vorgesehen. Geplant sei außerdem, die Räume für andere (kulturelle) Aktivitäten zu nutzen: Schreibkurse, Kochkurse (es gibt im mittleren Raum eine Küche), Yoga, Körperarbeit …

Persönlichkeit spricht aus den Bildern

Apropos Körper: Sie finden sich immer wieder in den Arbeiten, die die in Deuz lebende ehemalige Lehrerin und der emeritierte Professor für Jugend- und Erwachsenenbildung, auch unter farbthematischen Aspekten, zusammengestellt haben – und das hat nichts mit dem Ausstellungstitel zu tun. Suttner etwa zeigt 24 Porträts von Kindern – hier aber nicht, wie man beim Begriff „Porträt“ erwartet, ihre Gesichter, sondern Unterkörper und Beine. Wie sehr spricht aus diesen Bildern die Persönlichkeit! In einer anderen Serie hat die Fotografin untersucht, was Kopfbedeckungen mit Köpfen machen: Dafür zeigt sie immer dieselbe Person, von hinten, mit Mütze oder Hut. Im „roten“ Raum links nimmt ihre vierteilige Serie „Was ist der Spinne Feind?“ gefangen. Spinne und Assel sind im Pigment verstorben und rot bis in alle Ewigkeit.

Spiel mit Ausstellungstitel „corpus delicti“

Suttner und Schumann wollen mit dem Ausstellungstitel spielen. Sie laden zum einen zur Spurensuche ein (corpus delicti) – warum etwa hat der Italiener Marco in seinem Koffer eine Pfeilspitze hinterlassen? Was hat es mit den zwei „toten“ rechten Händen auf sich? Sie zeigen zum anderen den „corpus del-e-cti“, den Körper, der erfreut – das Foto der nackten Schaufensterpuppen, das Hinterteil aus Holz.

In Anlehnung an Maria Lassnig

Schumann hat in dem Raum rechts vom Eingang u. a. vier „Körperbilder“ mit dem Titel „unter uns“ ausgestellt – wer da an die Siegener Rubenspreisträgerin Maria Lassnig denkt, liegt nicht falsch. In seinem Acrylgemälde „O wie Corona“ sind zwei Figuren auf Distanz, ihre Körper fast verschwunden. Den Maler faszinieren seit einiger Zeit großformatige „Fotopaintings“ auf Acrylglas, bei denen die Originale vergrößert und Details sichtbar werden, wie er sie schon 2018 in seiner Ausstellung „Highway To Hell“ bei „Kunst im Rampenlicht“ in der Hees Bürowelt gezeigt hat.

"Über den Umgang mit Zweifeln"

Den schönsten Kommentar zur Corona-Krise hat Schumann rechts und links vom Fenster in seinem „türkisfarbenen“ Raum gehängt: die beiden Acrylgemälde „Über den Umgang mit Zweifeln I + II“. „Jeden Tag wieder an die Arbeit gehen und tun, was wir tun müssen“, kommentiert er, es geht ihm um „die Setzung von Farben auf unsicherem Grund“. Also Zweifel überwinden. Einfach machen. Malen. Eine Galerie eröffnen. Was denn sonst?

Margarete Suttner (Fotografie) undMichael Schumann (Malerei):
„corpus delicti“. Vom 17. bis 31. Mai, Produzentengalerie Kuku,
Kaan-Marienborn, Schlossblick 69.
Donnerstag bis Sonntag, jeweils 14 bis 18 Uhr, nur mit Anmeldung
unter Tel. (01 75) 7 09 64 06 oder per E-Mail an masuttner@t-online.de
.

Autor:

Regine Wenzel (Redakteurin) aus Siegen

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