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Jugendkunstschule sucht neuen Standort in der City
Übergangslösung im Museum - und dann?

Das offene Projekt „Ich mach Stadt“ im Rahmen des 1. Urban Art Festivals fand angestammten Raum der Jugendkunstschule im Museum für Gegenwartskunst statt. Das meldet jetzt Eigenbedarf an.
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  • Das offene Projekt „Ich mach Stadt“ im Rahmen des 1. Urban Art Festivals fand angestammten Raum der Jugendkunstschule im Museum für Gegenwartskunst statt. Das meldet jetzt Eigenbedarf an.
  • Foto: Jugendkunstschule
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zel Siegen. 30 werden und kein großes Fest feiern – so geht es in diesem Jahr vielen. Der Verein Jugendkunstschule Siegen-Wittgenstein ist dieses Jahr 30 geworden und musste, wie berichtet, sein Geburtstagsfest samt großer Ausstellung im Kulturhaus Lÿz coronabedingt absagen. Als Bildungseinrichtung – wie die Schulen und die Musikschulen weiterhin geöffnet – ist die Jugendkunstschule in diesem von der Pandemie bestimmten Geburtstagsjahr gefragt wie selten: „Die Kurse brummen“, sagt Geschäftsführer Marc Baruth, „wir bekommen ein immens positives Feedback.“ 140 bis 150 Schüler nähmen aktuell an den Kursen und Workshops an den Standorten Siegen, Weidenau, Kreuztal, Brachbach und Hilchenbach teil, die von 17 Honorarkräften geleitet werden.

zel Siegen. 30 werden und kein großes Fest feiern – so geht es in diesem Jahr vielen. Der Verein Jugendkunstschule Siegen-Wittgenstein ist dieses Jahr 30 geworden und musste, wie berichtet, sein Geburtstagsfest samt großer Ausstellung im Kulturhaus Lÿz coronabedingt absagen. Als Bildungseinrichtung – wie die Schulen und die Musikschulen weiterhin geöffnet – ist die Jugendkunstschule in diesem von der Pandemie bestimmten Geburtstagsjahr gefragt wie selten: „Die Kurse brummen“, sagt Geschäftsführer Marc Baruth, „wir bekommen ein immens positives Feedback.“ 140 bis 150 Schüler nähmen aktuell an den Kursen und Workshops an den Standorten Siegen, Weidenau, Kreuztal, Brachbach und Hilchenbach teil, die von 17 Honorarkräften geleitet werden.

Olaf Neopan Schwanke neuer Vorsitzender

Im Geburtstagsjahr ändert sich einiges für den Verein Jugendkunstschule. Zum Beispiel der Vorstand, der aus persönlichen Gründen zurückgetreten ist. Silke Krah als 1. Vorsitzende und Sonja Braas-Borkowski als 2. Vorsitzende sind wie Schriftführerin Arissa Gebhardt ausgeschieden. Krah war (wie Baruth schätzt) 16 Jahre lang Vorsitzende des Vereins. Ihr Amt hat Olaf Neopan Schwanke übernommen, der seine Kenntnisse der Strukturen in der Siegener Kunstszene einbringen und Lobbyarbeit für den Verein betreiben möchte. „Mehr nach außen gehen“, habe er sich vorgenommen, wie er sagt, „die Jugendkunstschule im öffentlichen Raum präsenter machen“.Die Ämter 2. Vorsitzender und Schriftführer seien noch vakant, der Verein sei trotzdem handlungsfähig, weil ein „Über-Kreuz-Vorstand“ (bestehend aus 1. Vorsitzendem und Kassenwartin Sarah Manderbach) vorhanden sei, so Baruth.

MGKSiegen meldet Eigenbedarf an

Und Handlungsfähigkeit ist in der Tat nötig, denn im Geburtstagsjahr steht ein Umzug an. Das Museum für Gegenwartskunst Siegen (MGKSiegen) hat Eigenbedarf angemeldet für den Raum, den die Jugendkunstschule seit Eröffnung des Museums im Jahr 2001 nutzt (Eingang an der Straße Unteres Schloss). Hier soll auf Wunsch des Museumsdirektors Thomas Thiel der Haustechniker mit seiner Werkstatt einziehen, weil das Haus sein Magazin erweitern möchte bzw. muss. Davon erfuhren Baruth und Schwanke in einem Gespräch mit Thomas Thiel und Siegens Stadtrat Arne Fries, u. a. für Kultur zuständig, Anfang Oktober.

Atelier des Museums "keine Dauerlösung"

Heimatlos ist die Jugendkunstschule am Standort Siegen dennoch derzeit nicht, denn das Museum habe als Übergangslösung das Atelier im Alten Telegrafenamt (Eingang Alte Poststraße) zur Verfügung gestellt. „Am Nachmittag könnte es zu Überschneidungen kommen“, sagt Museumssprecherin Stefanie Scheit-Koppitz, wenn gleichzeitig ein Kurs der Jugendkunstschule und ein museumseigenes Angebot wie etwa die Führung für Menschen mit Demenz dort stattfinden sollen. Dass Jugendkunstschule und Museumspädagogik sich den Raum teilen, sei „keine Dauerlösung“, so Scheit-Koppitz, „alle Beteiligten hoffen aber, dass sich eine für die Jugendkunstschule komfortable Lösung finden lässt.“ Sie betont: „Wir wollen die Nähe“ – zumal es auch beim Personal Überschneidungen gibt, Kunstpädagogen in beiden Institutionen arbeiten. Von Beginn an habe der Verein Jugendkunstschule keine Miete bezahlt, nur die Nebenkosten, einen Mietvertrag gebe es nicht. Der Umzug soll Ende Januar passiert sein.

Standort in der City wichtig

Schwanke und Baruth betonen im gemeinsamen Telefongespräch mit der SZ, wie wichtig ihnen eine Dependance in der Siegener Innenstadt ist. Dank der Unterstützung des Kreises Siegen-Wittgenstein könne die Jugendkunstschule Räume in der Schule am Bismarckplatz in Weidenau nutzen, wohin auch das Mobiliar und die Materialien nun umzögen, aber gerade für die Kurse, die sich an ältere Kinder und Jugendliche richteten, sei es wichtig, in der City präsent zu sein. Diese jungen „Kunden“ treffen sich am späteren Nachmittag in der Stadt, besuchen einen Kurs und ziehen dann weiter ihrer Wege.

Jugendkunstschule als "Dienstleister"

Beim Suchen und Finden eines geeigneten Raumes in der Innenstadt erhoffen sich Marc Baruth und Olaf N. Schwanke Unterstützung durch die Stadt Siegen. Die Jugendkunstschule sehe sich „an der Schnittstelle von Jugend- und kunstpädagogischer Arbeit“ als „Dienstleister“, der mit ausgebildetem Personal Kurse und Workshops im plastischen und grafischen Bereich anbiete, die in die Gesellschaft hineinreichten (Info: www.jukuschu.de).

Geschäftsführer Marc Baruth (l.) und der neue 1. Vorsitzende, Olaf N. Schwanke, wollen mit einer Werkstatt in der Siegener Innenstadt präsent bleiben.
  • Geschäftsführer Marc Baruth (l.) und der neue 1. Vorsitzende, Olaf N. Schwanke, wollen mit einer Werkstatt in der Siegener Innenstadt präsent bleiben.
  • Foto: Jugendkunstschule
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Fries will Vereine gleichbehandeln

Kulturdezernent Arne Fries fände es schön, wenn die Jugendkunstschule am besten zwei Werkstatträume zentral in Siegen bekäme, sagt er. Er sei auch schon die städtischen Gebäude im Kopf durchgegangen, habe an die alte Hammerhütter Schule gedacht, aber die sei komplett belegt. Die Jugendkunstschule müsse auch selbst aktiv werden. Fries ist es wichtig zu betonen, dass auch andere Vereine Dienstleistungen wie Jugendarbeit anböten und er heute dem einen Verein so verbunden sei wie morgen dem anderen.

Auch im Lÿz keine Räume frei

Ein Vergleich mit dem Stellenwert der Fritz-Busch-Musikschule, wie Baruth und Schwanke ihn gezogen haben, sei so nicht zu ziehen, denn die Musikschule sei eine städtische Institution, ebenso wie die Bibliothek, die Jugendkunstschule privatrechtlich eben ein Verein, und für den könne die Stadt nun mal kein leerstehendes Ladenlokal anmieten. Auch Jens von Heyden, der Leiter des Kulturbüros des Kreises, kann gerade nicht weiterhelfen. Im Lÿz seien keine Räume frei, weil die coronabedingt vom Gesundheitsamt genutzt würden.

Zuschuss von 2350 Euro im Jahr

Die Jugendkunstschule erhält „seit Jahren“, wie Marc Baruth sagt, einen jährlichen Zuschuss von 2350 Euro von der Stadt Siegen. Dabei sei ihr vor 20, 25 Jahren, zu Zeiten von Dr. Werner Rohr, mal ein sukzessiver Anstieg der Förderung auf bis zu 10 000 DM in Aussicht gestellt worden. Darauf angesprochen, berichtet Astrid Schneider, Leiterin von Kultur Siegen, nach einem Blick in die Archive, dass die Kunstschule erstmals 2001 einen Zuschuss von 5000 DM bekommen habe – ungefähr der Betrag, den der gemeinnützige Verein noch heute aus dem Topf der institutionellen Förderung, der pro Jahr rund 60 000 Euro enthält, bekommt. Ein Antrag auf Erhöhung dieses Zuschusses sei nie gestellt worden – aber jederzeit möglich, sodass die finanziellen Belastungen des Vereins, etwa gestiegene Fixkosten, neu bewertet werden könnten.

Was ist mit dem Siegener Ausweis?

Marc Baruth hatte die Städte Kreuztal und Hilchenbach ins Gespräch gebracht, die über ihre Ausweise oder Pässe eine Ermäßigung von 50 Prozent für Bedürftige gewährten – anders als Siegen, wo die Jugendkunstschule die Ermäßigung aus eigenen Mitteln gewähre. Astrid Schneider präsentiert eine Zahl von 2008, den Siegener Ausweis betreffend, mit dem die Stadt einen Nachlass von 50 Prozent auf die Gebühren für die Nutzung städtischer Einrichtungen wie Museen, Musikschule, etc. gewährt. Demnach ist die Jugendkunstschule eine von zwei außerstädtischen Institutionen, die bei Vorlage des Siegener Ausweises eine Ermäßigung gewährt; die andere ist die Tafel. In der Vorlage stehe, der Verein Jugendkunstschule wolle bei Vorlage des Ausweises – aus eigenem Haushalt – 25 Prozent der Kursgebühren erlassen; einen Anspruch (bzw. einen Antrag) auf Erstattung gebe es nicht.

Zwei Ausstellungen geplant

Für den Standort Siegen-Innenstadt muss früher oder später eine Lösung, müssen zumindest weitere Gespräche herbei, an den anderen Standorten läuft es, laut Baruth/Schwanke auch durch die gute Vernetzung der jeweiligen Dozenten – die für ein Angebot in Wittgenstein bislang noch fehlen, wo man jedoch in den Ferien mit Kulturrucksack-Workshops präsent sei. Siegen-Innenstadt darf sich auf eine Ausstellung von Schülerarbeiten im Frühjahr im Krönchen-Center freuen. Eine Ausstellung von Arbeiten der Dozentinnen und Dozenten ist als Schaufenster-Schau in der Stadtbibliothek Kreuztal geplant. Beides im Jahr 2021, in dem die Jugendkunstschule 31 wird.

Das offene Projekt „Ich mach Stadt“ im Rahmen des 1. Urban Art Festivals fand angestammten Raum der Jugendkunstschule im Museum für Gegenwartskunst statt. Das meldet jetzt Eigenbedarf an.
Geschäftsführer Marc Baruth (l.) und der neue 1. Vorsitzende, Olaf N. Schwanke, wollen mit einer Werkstatt in der Siegener Innenstadt präsent bleiben.
Autor:

Regine Wenzel (Redakteurin) aus Siegen

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