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Zweiter Fall für Matthias Koeberlin als Privatdetektiv Hartwig Seeler
Vergewaltigung: Schweigen hilft nicht!

Hartwig Seeler (Matthias Koeberlin) findet die schwer verletzte Tascha (Emily Cox) in einer Szene des Krimis „Hartwig Seeler – Ein neues Leben“, den das Erste an diesem Samstag ausstrahlt.
  • Hartwig Seeler (Matthias Koeberlin) findet die schwer verletzte Tascha (Emily Cox) in einer Szene des Krimis „Hartwig Seeler – Ein neues Leben“, den das Erste an diesem Samstag ausstrahlt.
  • Foto: ARD Degeto/Jon Borg
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

la Köln/Siegen. Er steht auf der Seite des Gesetzes: Als Kommissar Marthaler in der gleichnamigen ZDF-Reihe, als Ermittler Micha Oberländer in „Die Toten vom Bodensee“ und als Ex-Polizist und Privatdetektiv Hartwig Seeler: Matthias Koeberlin, eines der bekanntesten Gesichter in der deutschen Fernsehlandschaft. An diesem Samstag um 20.15 Uhr setzt er im Ersten mit seinem zweiten Fall als Privatdetektiv seine Arbeit fort. In dem Krimidrama „Hartwig Seeler – Ein neues Leben“ soll der introvertierte Titelheld einer von Emily Cox gespielten Ex-Kollegin beim Verschwinden helfen – doch schon bald muss er nach ihr suchen.
Drama mit Krimi-ElementenDer zweite Film der erfolgreich gestarteten Reihe fokussiert sich auf die vielschichtig gezeichneten Charaktere.

la Köln/Siegen. Er steht auf der Seite des Gesetzes: Als Kommissar Marthaler in der gleichnamigen ZDF-Reihe, als Ermittler Micha Oberländer in „Die Toten vom Bodensee“ und als Ex-Polizist und Privatdetektiv Hartwig Seeler: Matthias Koeberlin, eines der bekanntesten Gesichter in der deutschen Fernsehlandschaft. An diesem Samstag um 20.15 Uhr setzt er im Ersten mit seinem zweiten Fall als Privatdetektiv seine Arbeit fort. In dem Krimidrama „Hartwig Seeler – Ein neues Leben“ soll der introvertierte Titelheld einer von Emily Cox gespielten Ex-Kollegin beim Verschwinden helfen – doch schon bald muss er nach ihr suchen.

Drama mit Krimi-Elementen

Der zweite Film der erfolgreich gestarteten Reihe fokussiert sich auf die vielschichtig gezeichneten Charaktere. Und das ist genau das, was den in Mainz geborenen Wahl-Kölner an der Rolle fasziniert. „Die Reihe“, sagt der 47-Jährige im SZ-Interview, „hat Krimi-Elemente, ist aber im Grunde ein Drama.“ Ihn reizt die Figur des Hartwig Seeler, der im ersten Teil den Auftrag hatte, eine spurlos verschwundene Frau zu finden, und jetzt soll er Spuren verwischen, damit eine Frau verschwinden kann. „Eine interessante Konstellation für mich, denn Seeler ist ein Spezialist im ,Finden‘, und damit ist er auch im Umkehrschluss ein Spezialist im ,Verschwinden‘.“

Emily Cox versteckt sich als Tascha auf Gozo

Dazu kommt für den Kölner als Gegensatz zum Krimi-Element auch die wunderschöne Natur von Kroatien, wo die Reihe spielt. In „Ein neues Leben“ bekommt Hartwig Seeler einen ungewöhnlichen Auftrag von seiner früheren Kollegin Tascha (Emily Cox). Die Polizeibeamtin fürchtet die Freilassung des Schwerverbrechers Gerald Metzner (Maximilian Brauer), mit dem sie eine traumatische Erinnerung verbindet. Als Geisel verbrachte sie 36 quälende Stunden in seiner Gewalt. Vor ihm, der wieder in Freiheit ist, möchte sie weglaufen und auf der malerischen Insel Gozo ein neues Leben beginnen. Tascha, das kristallisiert sich heraus, hat bei den Vernehmungen etwas verschwiegen: Sie wurde von Metzner vergewaltigt.

"Wird ohne professionelle Hilfe nicht gehen"

Die Situation für die Frau sieht der Kölner, verheiratet, Vater eines 14-jährigen Sohnes, als schwierig an. „Ich glaube nicht“, so Matthias Koeberlin, der sein Schauspielstudium an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam-Babelsberg absolvierte und später am Deutschen Theater Berlin und am Maxim-Gorki-Theater spielte, „dass eine Frau diese Entwürdigung alleine bewältigen kann. Bei einer Vergewaltigung spielen viele Faktoren eine Rolle, die Scham, sich nicht mitteilen zu können, und die Auseinandersetzung mit sich selbst. Das alles zu stemmen, wird ohne professionelle Hilfe nicht gehen.“
Als Tascha vor dem geplanten Abtauchen nach Gozo verschwindet und Metzners Leiche gefunden wird, kommt Seeler der Verdacht, selbst in die Irre geführt zu werden.

"Brüche gehören zu uns Menschen dazu"

Auf eigene Faust reist er nach Gozo, und bei der Suche begleitet ihn die schmerzhafte Frage: Wie geht man mit Menschen um, wenn man weiß, dass man sich in ihnen täuschen kann und dass man mit seinem Urteil über einen Menschen etwas vorsichtiger sein sollte? „Ich mag diese Thematik“, so der Kölner, „es ist ein Abbild, das viele Menschen beschäftigt, und spiegelt den Bruch in einem Leben wider. Der kann dramatisch sein oder auch weniger. Doch Brüche gehören zu uns Menschen dazu.“ Matthias Koeberlin, der gerade mit Heiner Lauterbach und Petra Schmidt-Schaller in Köln den ZDF-Zweiteiler „Der Zauberwürfel – Mord in der Familie“ abgedreht hat, mag an der Reihe die Grau-Zeichnung und den gebrochenen Charakter Seelers. „Das entspricht der Realität.“

Bekannt durch "Charté" und "Laconia"

Matthias Koeberlin auf die Krimi-Rollen zu reduzieren, wäre falsch. Er stand für „Charité“ vor der Kamera und spielte in der deutsch-britischen TV-Koproduktion des Weltkriegs-Dramas um die Torpedierung der britischen „Laconia“ den Bordingenieur Rosau. Ende 2020 drehte er für die ARD das Beziehungsdrama „Das Nest“ (Ausstrahlung offen). Koeberlin wurde ausgezeichnet mit dem Günter-Strack-Fernsehpreis für seine Rolle in „Ben & Maria“ und bekam den Deutschen Fernsehpreis als Bester Schauspieler in „Tornado – Der Zorn des Himmels“.

Koeberlin wollte ursprünglich Journalist werden

Eine beachtliche Schauspiel-Karriere, dabei wollte er ursprünglich Journalist werden. Doch die Abi-Noten für die wichtigsten Studiengänge reichten nicht aus, und so bewarb er sich in Potsdam und wurde genommen. „Ich denke“, sagt Matthias Koeberlin heute rückblickend, „immer wieder daran, was wohl geworden wäre, wenn ich mich anders entschieden und auf dem Lebensweg abgebogen wäre und bei einer Zeitung volontiert hätte.“

Äußerlich ruhig, innen aufgewühlt

Doch die Entscheidung pro Schauspiel, gegen Journalismus, hat auch ihre guten Seiten. Koeberlin: „Es hat zu einer gewissen Gelassenheit geführt, den Beruf ernst zu nehmen.“ Da kommt er privat seiner Rolle als Hartwig Seeler nah. Denn der Kölner mag Figuren, die eine äußerliche Ruhe und eine innere Aufgewühltheit besitzen.

Autor:

Jörg Langendorf aus Siegen

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