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Petra Oberhäuser stellt in Galerie Kuku aus
„Verwandlungen“

Petra Oberhäuser stellt unter dem Motto „Verwandlung“ neuere und ältere Arbeiten in der Produzentengalerie Kuku aus.
  • Petra Oberhäuser stellt unter dem Motto „Verwandlung“ neuere und ältere Arbeiten in der Produzentengalerie Kuku aus.
  • Foto: Gunhild Müller-Zimmermann
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

gmz Kaan-Marienborn. Die Invasion von Petra Oberhäusers Urzeittierchen ist sehr freundlich: Sie krabbeln unter der Heizung in der Kaan-Marienborner Produzentengalerie Kuku hervor und bewegen sich zielstrebig auf die Küche zu: grünlich schimmernde Körper, massig fast, auf spindeldürren Beinchen. Über sie wacht, von einem Podest aus, eine Qualle. In der Ferne, also in den beiden angrenzenden Räumen, schimmern große Wasserflächen, die den Tierchen Schutz bieten können (wenn sie aus der Küchenecke zurückkommen). Rechts lockt eine große, schwarz glänzende, unruhige Fläche, die die Lichtstrahlen zurückwirft in den Raum. Die Schwärze (Graphit auf Kulissenkarton) wirkt dadurch die Spuren des Farbauftrags und die gefaltelte Oberfläche strukturiert und bewegt.

gmz Kaan-Marienborn. Die Invasion von Petra Oberhäusers Urzeittierchen ist sehr freundlich: Sie krabbeln unter der Heizung in der Kaan-Marienborner Produzentengalerie Kuku hervor und bewegen sich zielstrebig auf die Küche zu: grünlich schimmernde Körper, massig fast, auf spindeldürren Beinchen. Über sie wacht, von einem Podest aus, eine Qualle. In der Ferne, also in den beiden angrenzenden Räumen, schimmern große Wasserflächen, die den Tierchen Schutz bieten können (wenn sie aus der Küchenecke zurückkommen). Rechts lockt eine große, schwarz glänzende, unruhige Fläche, die die Lichtstrahlen zurückwirft in den Raum. Die Schwärze (Graphit auf Kulissenkarton) wirkt dadurch die Spuren des Farbauftrags und die gefaltelte Oberfläche strukturiert und bewegt. Die Wasserfläche ist lebendig, voller Spannung und geheimnisvoll zugleich.

Petra Oberhäuser: "Schläuche finden Formen"

Auch die anderen Objekte in Petra Oberhäusers Ausstellung „Verwandlung“, die an diesem Freitag um 18 Uhr eröffnet wird, leben von dieser Bewegtheit und dem Spiel mit den zoomorphen, ursprünglichen und fantastischen Formen und ihrer Materialität. Da sind zum Beispiel die LKW-Schlauch-Arbeiten: Je nachdem, wie sie die Schläuche aufschneidet, erzählt Petra Oberhäuser bei der Vorbesichtigung der SZ-Kulturredaktion, ergeben sich andere Assoziationen: „Die Schläuche finden ihre Formen selbst“, weiß sie aus Erfahrung.Da sind zum Beispiel die amöben- oder fruchtartigen Gebilde, die sich wunderbar in Bäumen verstecken können. Hier hängen sie von der Decke, aneinander geschmiegt, Schutz suchend, sich vor den Blicken des Betrachters verbergend. Dabei fangen sie die Blicke der Besucher ein, wie auch das Schlauch-Netz, das keinen anderen Zweck zu haben scheint, als dass der Betrachter seinen Blick in den komplexen Strukturen verliert. Die Fledermaus, die Batman-gleich an der Wand hängt, fordert dagegen zu einem Lächeln auf! Und die türkis-dunkle Wasserfläche, das Pendant zur schwarzen Stille, ebenfalls …

Abdrücke auf Papier

Neben diesen starken Arbeiten, denen die Präsentation in den drei Räumen der Galerie und auf der Terrasse davor viel Wirk-Raum lässt, zeigt Petra Oberhäuser auch Drucke. Von 2017 bis 2019 hat sie im Brauhaus, dem Kunsthaus der Uni Siegen, in der Druckgrafik gearbeitet. Auch ihre Drucke, die vielleicht Landschaften und ihre Weite zeigen könnten, befragen Bild, Bildträger und Bearbeitung nach den Spuren, die die Materialien hinterlassen bzw. die ihnen innewohnen. Petra Oberhäuser druckte mit gelöchertem Einpackpapier, das natürlich seine Struktur der Farbe aufpresst. Die großen Rollen, mit denen sie die Druck„stöcke“ aufs Papier presst, hinterlassen ihren Abdruck auf dem Papier, geben Struktur, geben Form. Und sie sind es, die den Betrachter fragen lassen, ob diese Linie vielleicht eine Hügelkette andeutet, oder dieses Farbband eine Grünfläche darstellt oder jenes eine Wasserfläche …
Viele Andeutungen, viele Fragen, viele Möglichkeiten: Die Verwandlungen sind offensichtlich, ihre gedankliche Einordnung öffnet neue Verwandlungsmöglichkeiten. – Im Rahmen der Ausstellung wird eine Schreibwerkstatt angeboten: Mittwoch, 7. Oktober, ab 17 Uhr. Mit Anmeldung: kuku-galerie@t-online.de.

Petra Oberhäuser: „Verwandlung“.
Galerie Kuku, Kaan-Marienborn, Schlossblick 69,
bis 18. Oktober, freitags bis sonntags
15 bis 18 Uhr.

Autor:

Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin) aus Siegen

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