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Musiker der Philharmonie Südwestfalen spielen Kammermusik im Museum für Gegenwartskunst
Vielsaitig, pfiffig, fantastisch

Musikerinnen und Musiker der Südwestfälischen Philharmonie erfreuten am Mittwoch mit Kammermusik im Museum für Gegenwartskunst Siegen.
  • Musikerinnen und Musiker der Südwestfälischen Philharmonie erfreuten am Mittwoch mit Kammermusik im Museum für Gegenwartskunst Siegen.
  • Foto: Isabell Lippitz
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lip Siegen. Strenge Eingangskontrollen und Maske tragen am Sitzplatz, das war für die zahlreichen Freunde der beliebten Kammermusikreihe mit Musikern der Philharmonie Südwestfalen am Mittwochabend kein Problem. Ann-Kathrin Drews, die als Museumsmitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Organisatorin des Abends, begrüßte die Zuhörer des fast ausverkauften Konzertes hocherfreut.
Auch der Cellist Germán Prentki zeigte sich dankbar und erfreut über den Neustart der von ihm musikalisch betreuten „Musik im Museum“ (MiM). Wie man es seit vielen Jahren von ihm gewohnt ist, führte er informierend und charmant plaudernd durch das Programm und stellte zudem seine jungen Kolleginnen und Kollegen vor, die seit 2019 neu ins Orchester gekommen sind.

lip Siegen. Strenge Eingangskontrollen und Maske tragen am Sitzplatz, das war für die zahlreichen Freunde der beliebten Kammermusikreihe mit Musikern der Philharmonie Südwestfalen am Mittwochabend kein Problem. Ann-Kathrin Drews, die als Museumsmitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit zuständige Organisatorin des Abends, begrüßte die Zuhörer des fast ausverkauften Konzertes hocherfreut.
Auch der Cellist Germán Prentki zeigte sich dankbar und erfreut über den Neustart der von ihm musikalisch betreuten „Musik im Museum“ (MiM). Wie man es seit vielen Jahren von ihm gewohnt ist, führte er informierend und charmant plaudernd durch das Programm und stellte zudem seine jungen Kolleginnen und Kollegen vor, die seit 2019 neu ins Orchester gekommen sind.

Internationale Musiker, internationale Musik

Die Geigerin Laura Galindez kann auf viele Preise stolz sein. Sie stammt, ebenso wie der Flötist Fabian Franco Ramirez, aus Kolumbien. Beide bezauberten zusammen mit dem aus Spanien stammenden Daniel Ibáñez García (Viola, seit 2016 im Orchester) und Germán Prentki, (Cello ) mit Wolfgang Amadeus Mozarts beschwingtem Flötenquartett D-Dur, KV 285. Ein herrliches Meisterwerk des 22-jährigen Komponisten, das von allen Mitwirkenden virtuos, fein artikuliert und ausdrucksstark dargeboten wurde. Zwei Duette des berühmten italienischen Filmkomponisten Nino Rota erklangen zu dessen 110. Geburtstag. Flöte und Oboe (Luciano Cruz aus Portugal) begeisterten mit schönen, gesanglichen Melodien, Sprüngen und rasanten Arpeggien.

Musik von Adolf Busch

Das Oboenquartett Nr. 1 F-Dur von Louis Massonneau, einem Zeitgenossen Mozarts, bot dem Oboisten besonders im Variationen-Satz Gelegenheit zu brillieren. Atemlange Tonfolgen, bewegte raumgreifende Rouladen, spritzig synkopische Rhythmen, all das kam in der halligen Akustik des Eingangsfoyers strahlend zur Geltung.
Nach dem Umzug in den großen Ausstellungsraum im ersten Stock erinnerte Germán Prentki an den 1891 in Siegen geborenen und aufgewachsenen Komponisten und berühmten Geiger Adolf Busch, der wie sein Bruder Fritz Busch dem national-sozialistischen Deutschland den Rücken kehrte. Aus den „Deutschen Tänzen für Klarinette, Violine und Violoncello op. 26“ spielten die Klarinettistin Julia Graebe (in Dinslaken geboren, Studium in Hannover und Leipzig) mit dem in Spanien geborenen Geiger Ignacio Rodríguez und Germán Prentki die hinreißenden, vielfältig wechselnden Tanzweisen. Spätromantisch schwerblütige Weisen, übermütige Ländler, alpenländische Jodler, schwungvolle Walzer waren für die Klarinettistin und die Streicher hochvirtuose Aufgaben. Riesiger Applaus, wie auch schon bei den vorigen Stücken, dankte den Musikern.
Ein Wechselbad der Stile und Spieltechniken bot das Streichquartett „Entr`acte“ (2011) der jungen, mit dem Pulitzerpreis ausgezeichneten Komponistin Caroline Shaw. Haydn-Zitate, Minimalmusic, Geräuschpassagen, Pizzikati, Flageoletts und Stöhnen, und zum Schluss ein wunderbares Cellosolo! (German Prentki war schon im Orchester, als seine Kollegen noch nicht geboren waren, wie er verriet.)

Eine Entdeckung: Musik von Malcolm Arnold

Der Brite Malcolm Arnold (1921–2006) hat neben 132 Filmmusiken („Die Brücke am Kwai“) für fast alle Musiksparten komponiert – u. a. neun Sinfonien – und wurde von der Queen zum Ritter geschlagen. Sein „Divertimento op. 37“ für Flöte, Oboe und Klarinette war ein reines Hörvergnügen und für die Ausführenden eine toll gemeisterte Herausforderung. Darauf gestalteten die vier Streicher glühend und hingebungsvoll „La Oración del Torero“ (Das Gebet des Toreros), eine großartige Entdeckung und Erweiterung der Streichquartettmusik. Impressionistische und folkloristische Elemente, tänzerisch und schmachtend, ein grandioser Abschluss des Kammerkonzerts. Langer Applaus für alle sieben Musikerinnen und Musiker!
Isabell Lippitz

Autor:

Redaktion Kultur

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