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Dirk Borchardt als Juri in "Nächste Ausfahrt Glück" im ZDF
Vom Jakobsweg und alten Eltern

Als Juri (Dirk Borchardt, r.) Willi (Ernst Stötzner) mit auf einen Ausflug an die Werra nimmt, wird ihm bewusst, wie alt und schutzbedürftig sein Vater inzwischen geworden ist – eine Problematik, die dem Schauspieler Borchardt nicht fremd ist. Er hat seine Eltern nach Berlin geholt, um sich um sie zu kümmern.
  • Als Juri (Dirk Borchardt, r.) Willi (Ernst Stötzner) mit auf einen Ausflug an die Werra nimmt, wird ihm bewusst, wie alt und schutzbedürftig sein Vater inzwischen geworden ist – eine Problematik, die dem Schauspieler Borchardt nicht fremd ist. Er hat seine Eltern nach Berlin geholt, um sich um sie zu kümmern.
  • Foto: ZDF/Christiane Pausch
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

la Mainz/Siegen. Es gibt Erlebnisse im Leben, die hallen nach. Ein solch einschneidendes Erlebnis war für den Schauspieler Dirk Borchardt die Wanderung auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. „Es hat mein Leben verändert“, sagt der gebürtige Berliner, „das hat nichts mit Religiosität zu tun, sondern man findet auf dem Pilgerweg seine innere Ruhe und spürt das Gefühl von Freiheit.“ Borchardt widmete die Pilger-Wanderung seiner verstorbenen Schwester, die immer davon geträumt hat, den Jakobsweg zu gehen. „Dieser Weg“, sagt Borchardt im SZ-Interview, „gehört für mich zu den wichtigsten Erfahrungen in den letzten Jahren.

la Mainz/Siegen. Es gibt Erlebnisse im Leben, die hallen nach. Ein solch einschneidendes Erlebnis war für den Schauspieler Dirk Borchardt die Wanderung auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. „Es hat mein Leben verändert“, sagt der gebürtige Berliner, „das hat nichts mit Religiosität zu tun, sondern man findet auf dem Pilgerweg seine innere Ruhe und spürt das Gefühl von Freiheit.“ Borchardt widmete die Pilger-Wanderung seiner verstorbenen Schwester, die immer davon geträumt hat, den Jakobsweg zu gehen. „Dieser Weg“, sagt Borchardt im SZ-Interview, „gehört für mich zu den wichtigsten Erfahrungen in den letzten Jahren. Ich kann nur jedem empfehlen, der ein ,Päckchen‘ mit sich herumträgt, sich auf den Weg zu machen und die Laufmeditation und die Gemeinschaft mit den anderen Pilgern zu verinnerlichen.“

Valerie Niehaus spielt die Katharina

Dieses Gefühl von innerer Freiheit, in die Zukunft zu schauen und sich von Vergangenem zu befreien, das hat auch etwas mit seiner Filmfigur Juri in „Nächste Ausfahrt Glück“ (an diesem und am nächsten Sonntag, jeweils 20.15 Uhr, ZDF) zu tun. Dirk Borchardt („Praxis mit Meerblick“, „Tödliche Gier“) spielt in der neuen Familienreihe an der Seite von Valerie Niehaus (Katharina) die Rolle des Juri, der 1989 über die Prager Botschaft aus der DDR floh, nach Kanada auswanderte und 30 Jahre nach dem Mauerfall in seine Heimatstadt Eisenach zurückkehrt.

Vater Willi (Ernst Stötzner) ist dement

Er muss sich um seinen Vater Willi (Ernst Stötzner) kümmern. Der ehemalige Tierarzt und überzeugte Marxist leidet an Demenz. Bisher wurde er von Katharina, die damals nicht mit ihrem Freund floh, betreut. Sie, verheiratet, zwei Kinder, Leiterin eines Kindergartens, merkt, dass sie das nicht länger alleine stemmen kann. Als das einstige Liebespaar Juri und Katharina sich wiedersieht, flammen alte Gefühle wieder auf.

Die Eltern nach Berlin geholt

Die Problematik, sich um ein erkranktes Elternteil zu sorgen, ist dem Berliner nicht fremd. „Ich habe“, sagt Borchardt, „meine Eltern nach Berlin geholt, um mich um sie zu kümmern. Wir wollten alle wieder zusammen sein. Mein Vater leidet an Demenz, meine Mutter pflegt ihn, was nicht immer ganz einfach ist. Beide leben jetzt in einem Wohnhaus, das an eine Tagespflege und an eine stationäre Pflege gekoppelt ist.“ Auch Borchardt hat seinen Lebensmittelpunkt nach der Scheidung von Caroline Frier („Schwester, Schwester“, RTL), mit der er fünf Jahre verheiratet war, wieder von Köln in seine Heimatstadt zurückverlegt. Berlin ist sein Lebenszentrum, Wien, wo seine neue Lebenspartnerin wohnt, sein Zweitwohnsitz.

Mauerfall bringt Familie wieder zusammen

Eingewoben in die Handlung der neuen Reihe, die bei Erfolg fortgesetzt werden soll, ist die deutsch-deutsche Geschichte. Wie hat der gebürtige Berliner den Fall der Mauer und die Wiedervereinigung erlebt? „Endlich fand unsere Familie, die ja in beiden Teilen Deutschlands wohnte, wieder zueinander. Wir konnten uns besuchen und uns treffen. Das war einfach toll und schön.“ Für Borchardt, der an der Schule für Darstellende Kunst „Die Etage“ sein Schauspielstudium absolvierte, hatte die Wiedervereinigung auch berufliche Vorteile. „Ich habe an den Theatern in Brandenburg, in Potsdam und in Rostock gearbeitet.“

Im April wieder "Praxis mit Meerblick"

Seinen ersten Kinoerfolg hatte er an der Seite von Hilmar Thate in Andreas Kleinerts „Wege in der Nacht“. Er stand seit dieser Zeit für viele namhafte Regisseure für Kino- und TV-Produktionen vor der Kamera. Und daran ändert auch die Corona-Pandemie wenig. „Ich bereite gerade einen Zweiteiler für die Reihe ,SOKO Leipzig‘ vor, auf die ich mich ungemein freue, und im April gehen die Dreharbeiten für ,Praxis mit Meerblick‘ auf Rügen, in der ich die Rolle des Peer Kaminski spiele, weiter.“ Im Herbst steht er mit Nadja Uhl in „Nach eigenem Gesetz“ vor der Kamera, in den Sommer könnten die Dreharbeiten für „Nächste Ausfahrt Glück“ fallen.

Laufen und philippinischer Stockkampf

Bei dem Arbeitspensum dürfte die Sehnsucht nach Freiheit und Ungebundenheit, wie sie auch Juri verspürt, fast auf der Strecke bleiben. Doch für Dirk Borchardt gibt es immer noch eine Natur-Lücke: „Ich treibe viel Sport, laufe und mache gelegentlich mit einem Freund philippinischen Stockkampf im Park.“

Autor:

Jörg Langendorf aus Siegen

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