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Simone Kermes und Sebastian Knauer bei der Musikfestwoche
Wechselbad der Gefühle

Simone Kermes (Sopran) und Sebastian Knauer (Klavier) bezauberten mit einem von Vivaldi bis Sting reichenden Programm am Donnerstagabend im Bürgerhaus Bad Berleburg.
  • Simone Kermes (Sopran) und Sebastian Knauer (Klavier) bezauberten mit einem von Vivaldi bis Sting reichenden Programm am Donnerstagabend im Bürgerhaus Bad Berleburg.
  • Foto: Isabel Lippitz
  • hochgeladen von Peter Barden (Redakteur)

lip Bad Berleburg. Im Schachbrettmuster waren die Reihen des großen Saales des Bad Berleburgers Bürgerhauses recht gut besetzt. Mit Simone Kermes hatte sich der künstlerische Leiter der Internationalen Musikfestwoche, Sebastian Knauer, eine sehr bekannte Opern- und Konzertsängerin als Partnerin für den „Passione“- Abend gewählt. Die laut Ankündigung für „ihre einzigartige Bühnenpräsenz und enorme Virtuosität“ geschätzte Sängerin, u. a. Preisträgerin des Mendelssohn-Wettbewerbes und „Sängerin des Jahres“ (Echo Klassik),  hatte mit Antonio Vivaldis Arie „Agitato da due venti“ einen wahrhaft stürmischen ersten Auftritt.

lip Bad Berleburg. Im Schachbrettmuster waren die Reihen des großen Saales des Bad Berleburgers Bürgerhauses recht gut besetzt. Mit Simone Kermes hatte sich der künstlerische Leiter der Internationalen Musikfestwoche, Sebastian Knauer, eine sehr bekannte Opern- und Konzertsängerin als Partnerin für den „Passione“- Abend gewählt. Die laut Ankündigung für „ihre einzigartige Bühnenpräsenz und enorme Virtuosität“ geschätzte Sängerin, u. a. Preisträgerin des Mendelssohn-Wettbewerbes und „Sängerin des Jahres“ (Echo Klassik),  hatte mit Antonio Vivaldis Arie „Agitato da due venti“ einen wahrhaft stürmischen ersten Auftritt. In ein blassgrünblaues, barock ausgestelltes Kostüm gekleidet, schüttelte sie die Koloraturen, die extreme Höhen und Tiefen streiften, förmlich aus ihrem Körper heraus und rollte wild mit den Augen. In ihrer Begrüßung des Publikums erläuterte sie, dass es im „Passione“-Programm um Liebe, Leidenschaft und Trauer gehe.

Temperamentvoll und energiegeladen

Die von Kermes als Vorbild für Händels „Ombra mai fu“ angekündigte Arie des Serses von Giovanni Bononcini erwies sich als kurzes, trockenes Stück: Händel konnte es besser! Hörbar in ihrem Element war die Sopranistin mit den Rossini-Arien „La Danza“ und „Canzonetta spagnuola“. Für ihre Darbietung, temperamentvoll und energiegeladen, am Ende immer schneller werdend und aufstampfend, erhielt sie langen Applaus, den sie mit ihrem punktgenau und virtuos folgenden Pianisten Sebastian Knauer teilte.
Sie habe „neue Lieder von Beethoven gefunden“: Aufhorchend stellte man fest, dass es sich um die altbekannten Lieder „La Marmotte“, „Neue Liebe, neues Leben“, „Szene aus Goethes Faust – Der Floh“ und „Ich liebe dich“ handelte. Im Programmheft (es war mehrfach ungenau) waren sie nicht aufgeführt, dafür aber zwei leider nicht gesungene Lieder von Hugo Wolf. Dass die vier Lieder uns auch heute noch etwas zu sagen haben, konnten die Zuhörer dank der enorm guten Textverständlichkeit der Sängerin erleben: der kleine, mit einem Murmeltier auftretende Bettlerjunge, die ungestüme Erfahrung erster Liebe, die von Goethe herrlich in Mephistos Lied vom Floh beschriebene Vetternwirtschaft und das schlicht-schöne, alle Zeiten überdauernde „Ich liebe dich“.

Lupenreine Spitzentöne

Kabinettstückchen lieferte der Pianist ab, der aufmerksamer Partner der klangschön und intensiv singenden Sopranistin war. „Clair de lune“ von Claude Debussy für Klavier war mehr als ein Pausenfüller: perlender Anschlag zauberte Mondlichtstimmung. Wunderschön impressionistisch war Reynaldo Hahns „A Chloris“, ein stimmungsvoller Übergang zum schmerzlich klagenden „Prison“ von Gabriel Fauré, gefolgt vom rasanten „Les filles de Cadix“ von Léo Delibes.
Die Hommage an Marlene Dietrich erfolgte mit Stücken, die von anderen Sängerinnen aus der Taufe gehoben wurden (Anna Sten: „Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre“ und Lale Anderson: „Lili Marleen“). Aber: Die von Kermes als tolle Köchin angepriesene Dietrich hat beide Titel später zu ihren eigenen gemacht. Eindrucksvoll und sehr expressiv gestalteten die Duopartner diese von Friedrich Hol–laender und Robert Stolz komponierten Songs. Auch Stings bekanntes „Fields of Gold“ (arr. von Jarkko Riihimäki) war Anlass zum Träumen. Der leisen, verinnerlichten Stimmgebung folgte als wirkungsvoller Abschlussknüller Gaetano Donizettis Arie „O luce di quest´anima“ (aus „Linda di Chamonix“) mit lupenreinen Spitzentönen!
Die mit Inbrunst zelebrierte Zugabe „Lascia ch´io pianga“ (Händel) entließ die begeistert klatschenden Zuhörer in den regnerischen Juli-Abend.

Autor:

Redaktion Kultur

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