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Die Ursel tritt nur noch am Rand der großen Bühne auf
Weigand & Genähr sagen „Adieu mit Ö“

Im Kleinen Theater des Kulturhauses Lÿz trafen sich Christa Weigand und Bernd-Michael Genähr zum Interview mit der Siegener
Zeitung. Zum Jahreswechsel und nach 30 Jahren Bühnen-Partnerschaft werden sie sich von der Bühne verabschieden mit ihrem letzten Programm „Adieu mit Ö“.
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  • Im Kleinen Theater des Kulturhauses Lÿz trafen sich Christa Weigand und Bernd-Michael Genähr zum Interview mit der Siegener
    Zeitung. Zum Jahreswechsel und nach 30 Jahren Bühnen-Partnerschaft werden sie sich von der Bühne verabschieden mit ihrem letzten Programm „Adieu mit Ö“.
  • Foto: Jörg Langendorf
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

Weigand & Genähr hören auf. Im Kulturhaus Lÿz gibt es zum Jahreswechsel die letzten Vorstellungen.
la Siegen. Das rote Strickjäckchen zum grauen Faltenrock ist legendär. Dazu der Dutt und die Hornbrille und am Arm die Henkeltasche (übrigens die dritte in der fast 30-jährigen Bühnenpräsenz) – und aus Christa Weigand wird Ursel. Derweil ihr Bühnenpartner, Bernd-Michael Genähr, oftmals Hemden bevorzugte, bei denen ein Jürgen von der Lippe erblasst wäre. Beide Outfits kommen jetzt in den Schrank, sind Erinnerungen an eine Zeit, die die beiden Kabarett-Urgesteine zu einem Markenzeichen für beste Unterhaltung mit Lokalkolorit gemacht haben.

Weigand & Genähr hören auf. Im Kulturhaus Lÿz gibt es zum Jahreswechsel die letzten Vorstellungen.
la Siegen. Das rote Strickjäckchen zum grauen Faltenrock ist legendär. Dazu der Dutt und die Hornbrille und am Arm die Henkeltasche (übrigens die dritte in der fast 30-jährigen Bühnenpräsenz) – und aus Christa Weigand wird Ursel. Derweil ihr Bühnenpartner, Bernd-Michael Genähr, oftmals Hemden bevorzugte, bei denen ein Jürgen von der Lippe erblasst wäre. Beide Outfits kommen jetzt in den Schrank, sind Erinnerungen an eine Zeit, die die beiden Kabarett-Urgesteine zu einem Markenzeichen für beste Unterhaltung mit Lokalkolorit gemacht haben. Ende Dezember verabschieden sie sich im Siegener Kulturhaus Lÿz mit sieben Vorstellungen und ihrem Programm „Adieu mit Ö“ von der Bühne: einem Best-Of-Programm mit aktuellen Bezügen und einigen neuen Nummern, aber immer im Stil von Weigand & Genähr.

Mit dabei: Karl Parchow und Giuseppe Todaro

Sie, mal als Dorfknurz Arthur, der in der Vergangenheit ein Faible für den Baumarkt hatte, oder als Steiger-Lilly und natürlich als Ursel, die Ur-Siegerländerin, mit dem Herz am rechten Fleck und der spitzen Zunge. Er als Barde mit der Gitarre. Und vielleicht bringt er ja auch noch einmal sein Schmusekissen mit und sie ihren Tanzteppich. Mit dabei sind beim Bühnenabschied natürlich auch Percussionist Karl Parchow und Giuseppe Todaro am Keyboard.Wenn der letzte symbolische Vorhang am 29. Januar 2020 im Lÿz fällt, wird es dieses Vierer-Ensemble nicht mehr geben, nur Weigand & Genähr machen noch ihre internen Hübbelbummler-Touren und treten bei Events außerhalb der Bühnen-Öffentlichkeit auf. Ein neues Programm, das wird es nicht mehr geben.

Christa Weigand: "Es ist gut"

Es wird ein Abschied ohne Tränen nach 30 Jahren Bühnen-Partnerschaft. Christa Weigand: „Wir hatten einfach das Gefühl, es ist gut, und wir haben alles gemacht und erreicht in der Region, was man erreichen kann.“ Jetzt wird sie sich neuen Herausforderungen stellen im Bereich TheaterTherapie und Workshops, in Supervision und Coaching. Bernd-Michael Genähr will sein kreatives Potenzial weiter fächern. Er malt, hat mit seinem im Herbst herausgebrachten Foto-Kalender eine neue Facette künstlerischer Aktivitäten entdeckt. „Die musikalische Präsentation mit Inken Schütt hat sehr viel Spaß gemacht“, sagt er rückblickend. Dies ist ein musikalischer Weg, den er zukünftig beschreiten möchte. Dem Lÿz-Mix-Varieté wird er auch in Zukunft verbunden bleiben.

Arthur ist ein waschechter Siegerländer

Sie haben, sagen beide im Interview mit der Siegener Zeitung im Kleinen Theater im Lÿz, wo sie angefangen haben, sich nie nur nach dem Zuschauerwillen gerichtet. „Wir haben unser Ding gemacht, unser Programm ausgearbeitet und immer versucht, nicht unter unsere eigens gelegte Qualitätslatte zu rutschen. Wir haben auf Qualität geachtet und nicht auf die Wirksamkeit geschielt.“ Dass es dabei ohne die legendären Figuren Ursel und Arthur nicht ging, war und ist ihnen allerdings klar. Christa Weigand: „Ich habe immer gerne einen Mann spielen wollen, der kann vieles deutlicher sagen als die Ursel.“ Und so entstand Arthur, der Typ, den es auch heute noch im Siegerland gibt. Christa Weigand: „Zu mir sind nach der Vorstellung immer wieder Zuschauerinnen gekommen, die in Arthur ihren Nachbarn wiedererkannt haben.“

Im Lÿz wurden sie zu denen, die sie sind

Der Stress, ihr neues Programm zu einem Fix-Punkt fertiggestellt zu haben, wird entfallen und der Druck, auftreten zu müssen, auch. „Wir haben oft mit Fieber gespielt“, erinnert sich Christa Weigand. Und er ergänzt: „Es geht. Wenn die Vorstellung beginnt, steigt der Adrenalin-Spiegel, und es siegt der Wille. Du kannst das Publikum nicht einfach nach Hause schicken.“ Der Lÿz-Einrichtung sind sie dankbar, dass sie hier zu dem werden konnten, was sie heute, am Ende dieser Karriere, sind: ein Garant für gute Unterhaltung. „Wir haben“, sagt Bernd-Michael Genähr, „im Lÿz ideale Voraussetzungen gefunden, uns zu entwickeln und waren umgeben von Leuten, die das Ziel hatten, gute Unterhaltung zu bieten.“Beide sehen das Lÿz als Leuchtturm kultureller Aktivitäten und als Garant für die Vielfalt der kommunalen Kulturarbeit. Das schönste Kompliment machen die beiden ganz zum Schluss: „Wir durften hier wachsen, und wir haben unsere Chance genutzt!“

Premiere von "Adieu mit Ö" am 28. Dezember

Premiere des letzten Bühnen-Programms von Weigand & Genähr, „Adieu mit Ö“, ist am Samstag, 28. Dezember, 20 Uhr, im Kulturhaus Lÿz, Siegen, St.-Johann-Straße. Weitere Termine: Sonntag, 29. Dezember, 19 Uhr; 2. Januar 2020, 20 Uhr;3. Januar, 20 Uhr; 5. Januar, 19 Uhr; 19. Januar, 19 Uhr; 29. Januar, 20 Uhr, und 30. Januar, 20 Uhr. Karten gibt es u. a. an den Vorverkaufsstellen der Siegener Zeitung.

Autor:

Jörg Langendorf aus Siegen

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