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Einfach komplex – und philosophisch: Matthias Reith lässt im Siegerlandmuseum Lampen schalten
„Weil morgen heute gestern wird“

Matthias Reith zeigt eine Installation aus in Reihe geschalteten Lampen. Dass der Strom fließt und Motoren in den Lampenschirmen in Bewegung setzt, dafür sind die Besucher zuständig. Dann wird aus der Raum- auch eine Klanginstallation.
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  • Matthias Reith zeigt eine Installation aus in Reihe geschalteten Lampen. Dass der Strom fließt und Motoren in den Lampenschirmen in Bewegung setzt, dafür sind die Besucher zuständig. Dann wird aus der Raum- auch eine Klanginstallation.
  • Foto: Regine Wenzel
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zel - Der Künstler hat in Siegen studiert und lebt mittlerweile bei Stuttgart. Als ASK-Künstler ist er zu Gast im Oberen Schloss.
zel Siegen. Es wird einem kein Licht aufgehen. Auch wenn Matthias Reiths Arbeit aus rund 40 Lampen besteht – sie werden nicht leuchten. Und es wird einem doch ein Licht aufgehen. Denn als Besucher/-in darf man, soll man schalten und walten, den Strom zum Fließen bringen, den Raum zum Klingen. „Weil morgen heute gestern wird“ heißt die kleine, aber sehenswerte Installation, mit der die Arbeitsgemeinschaft Siegerländer Künstlerinnen und Künstler (ASK) zu Gast im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss in Siegen ist. Eröffnung ist an diesem Sonntag um 11 Uhr.
Hinter der "Wohnkultur" warten die LampenMatthias Reith, geboren 1981, stammt aus Lahr im Schwarzwald.

zel - Der Künstler hat in Siegen studiert und lebt mittlerweile bei Stuttgart. Als ASK-Künstler ist er zu Gast im Oberen Schloss.
zel Siegen. Es wird einem kein Licht aufgehen. Auch wenn Matthias Reiths Arbeit aus rund 40 Lampen besteht – sie werden nicht leuchten. Und es wird einem doch ein Licht aufgehen. Denn als Besucher/-in darf man, soll man schalten und walten, den Strom zum Fließen bringen, den Raum zum Klingen. „Weil morgen heute gestern wird“ heißt die kleine, aber sehenswerte Installation, mit der die Arbeitsgemeinschaft Siegerländer Künstlerinnen und Künstler (ASK) zu Gast im Siegerlandmuseum im Oberen Schloss in Siegen ist. Eröffnung ist an diesem Sonntag um 11 Uhr.

Hinter der "Wohnkultur" warten die Lampen

Matthias Reith, geboren 1981, stammt aus Lahr im Schwarzwald. Er hat in Siegen Kunst und Mathematik studiert, lange Zeit im Apollo-Theater im Bereich Bühnenbild/Technik gearbeitet und 2012 den Kunstförderpreis „Kunstsicher“ erhalten. Seit April wohnt er in Fellbach bei Stuttgart, ist in Elternzeit und engagiert sich nach wie vor in der ASK. Im Koehler-Zimmer – wie passend: hinter der Abteilung „Wohnkultur“ – hat Reith ein schönes Sammelsurium von Lampen aller Art und aus unterschiedlichen Zeiten versammelt – Steh- und Tischlampen, Tiffany und stoffbespannt, vom Flohmarkt, Sperrmüll, aus dem eigenen Haushalt. Das ist schon mal ein schöner Blick auf die Lampenmode der vergangenen, sagen wir, 30, 40 Jahre.

Strom, Fluss, Zeit und Klang

Reiths Installation besteht zudem aus 50 Steckdosen, an die er Lampenfassungen gelötet hat, und zudem aus 15 Motoren mit Lampenfassung, die er zum Teil mit Draht versehen hat. Die Lampen sind in Reihe geschaltet, nach vier bis fünf Lampen kommt ein „Stromverbraucher“, also ein Motor. Zu Beginn der Schau wird es ganz still sein im Raum, denn der Strom ist noch nicht im Fluss.
Dann kommen jetzt die Besucher ins Spiel – denn als solches betrachtet Reith seine Arbeit. Jede Lampe kann entweder ein- oder ausgeschaltet sein, also 0 oder 1. „In einer Reihe von drei Schaltern macht das 2³ Möglichkeiten“, erklärt Reith. Der Besucher schaltet nach dem Trial-and-Error-Prinzip Lampen an und aus, um den Strom zum Fließen zu bringen und damit einen zwischengeschalteten Motor in Gang zu setzen. Der macht, dass der Draht im Lampenschirm in Bewegung gerät, so dass er schleift, klappert, kratzt oder klackert, und noch ganz andere Dinge passieren: Fließt der Strom, drehen sich etwa Lampenschirme und – besonders poetisch, man möchte stundenlang zusehen – gerät eine Kugellampe am Boden durch ein verbautes Pendelgewicht in sanfte, aber stetige Bewegung.

Reith hat Erfahrung mit kinetischen Arbeiten

Reith, der schon öfter kinetisch gearbeitet hat, mag es, „wenn man mit kleinen Dingen große Dinge verändern kann, Komplexes schaffen mit einfachen Elementen“. Auch wenn es nur 0 und 1 gibt: „Es wird irgendwann ganz schön kompliziert“, sagt er. Die von ihm bearbeiteten Steckdosen und Motoren mit Lampenfassungen hat er als Edition gedacht – für mehr Spaß mit Lampen auch zu Hause.
Die Besucher seiner Installation will Reith mit dem Schild „Press any button to continue“ zum Mittun auffordern, „Drück irgendeinen Knopf, um weiterzumachen“ – einem Satz, der Computernutzern bekannt vorkommt. Am Ende der Ausstellung, die bis 5. Juli zu sehen sein wird, kann dann alles laufen – die Lampeninstallation wird dann auch Klanginstallation sein.
Matthias Reith hat keine Sicherheitsbedenken, die Wattzahl sei relativ gering. Bei der Vorbesichtigung gibt er ganz gelassen einen schönen Satz von sich: „Wenn Wechselstrommotoren überlastet sind, wechseln sie die Richtung.“ Und an der Stelle geht einem dann doch ein Licht auf: Was für eine schöne Metapher fürs Ganze.
Matthias Reith: „Weil morgen heute gestern wird“. Siegerlandmuseum im Oberen Schloss, Siegen. Eröffnung Sonntag, 1. März, 11 Uhr. Bis 5. Juli, dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr.

Matthias Reith zeigt eine Installation aus in Reihe geschalteten Lampen. Dass der Strom fließt und Motoren in den Lampenschirmen in Bewegung setzt, dafür sind die Besucher zuständig. Dann wird aus der Raum- auch eine Klanginstallation.
Matthias Reith zeigt eine Installation aus in Reihe geschalteten Lampen.
Autor:

Regine Wenzel (Redakteurin) aus Siegen

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