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Alles nur auf Englisch im Museum für Gegenwartskunst?
Wie "spricht" Kunst? Neue Wege der Vermittlung

Die rein englische Beschriftung der Werke in der Ausstellung „Die Wolken und die Wolke“ im MGKSiegen hat zu Verärgerung und Irritationen bei Besuchern geführt. Das Foto zeigt die Arbeit von Hans-Peter Feldmann, Wolken, 2004, Sammlung Gegenwartskunst, MGKSiegen.
  • Die rein englische Beschriftung der Werke in der Ausstellung „Die Wolken und die Wolke“ im MGKSiegen hat zu Verärgerung und Irritationen bei Besuchern geführt. Das Foto zeigt die Arbeit von Hans-Peter Feldmann, Wolken, 2004, Sammlung Gegenwartskunst, MGKSiegen.
  • Foto: VG Bild-Kunst, Bonn 2020
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

gmz Siegen. Kunst ist international, überwindet, genau wie Musik, Grenzen, sprachliche, politische oder auch kulturelle. Zumindest kann sie diese Grenzen überwinden, weil die Sprache der Kunst zwar manchmal „verschlossen“ ist, aber im Prinzip universell. Und trotzdem kann die Präsentation von Kunst zu Irritationen führen.
Beschriftungen nur auf EnglischSo erging es einigen Besucherinnen und Besuchern des Siegener Museums für Gegenwartskunst (MGKSiegen), als sie beim Besuch z. B. der Ausstellung „Die Wolken und die Wolke“ nur Werk-Beschriftungen in englischer Sprache vorfanden.

gmz Siegen. Kunst ist international, überwindet, genau wie Musik, Grenzen, sprachliche, politische oder auch kulturelle. Zumindest kann sie diese Grenzen überwinden, weil die Sprache der Kunst zwar manchmal „verschlossen“ ist, aber im Prinzip universell. Und trotzdem kann die Präsentation von Kunst zu Irritationen führen.

Beschriftungen nur auf Englisch

So erging es einigen Besucherinnen und Besuchern des Siegener Museums für Gegenwartskunst (MGKSiegen), als sie beim Besuch z. B. der Ausstellung „Die Wolken und die Wolke“ nur Werk-Beschriftungen in englischer Sprache vorfanden. Erika Müller-Maiwald war, wie sie in einem in der SZ veröffentlichten Leserbrief schrieb, durch diese rein englische Werk-Beschriftung sehr irritiert, fühlte sich erst einmal alleingelassen, ebenso wie auch von Vorträgen, die nur auf Englisch im Stream angeboten wurden. Der Zugang zu deutschen Erläuterungen sei nicht „offensichtlich“ gewesen, so ihre verwunderte Feststellung.

Museum: Es gibt Broschüren am Eingang

Dazu heißt es dazu vonseiten des Museums, dass eigentlich eine Einführung in die Ausstellungen mit Erläuterungen zu den einzelnen Werken oder Werkkomplexen in Form einer Broschüre vorliege, die man normalerweise am Eingang erhalten sollte. Erika Müller-Maiwald stand sie bei ihrem Besuch aber nicht von Beginn ihres Besuchs an zur Verfügung. Zu einem englischsprachigen Film in der Ausstellung wurde eine deutsche Transkription mitgeliefert, heißt es weiter, ein weiterer Film zur derzeitigen Ausstellung mit Arbeiten von Mariana Castillo Deball wurde mit Untertiteln versehen, so das Museum. In diese Ausstellung führt ebenfalls eine Broschüre auf Deutsch ein, auf der Homepage befindet sich ein Filmportrait der Künstlerin.

Thomas Thiel: Vermittlungsangebote nutzen

Thomas Thiel, Leiter des Siegener Museums für Gegenwartskunst, weist im Gespräch mit der SZ auf die Vermittlungsangebote rund um die Arbeiten hin, mit erklärenden (Gratis-)Broschüren, die jeder Besucher eben am Eingang erhalten soll, Filmen, Führungen, Vorträgen. – Dass es natürlich ungleich mühsamer ist, Erläuterungen zu einem Film vor dem Schauen zu lesen, statt direkt während des fremdsprachigen Films mit Untertiteln etc. versorgt zu werden, ist sicher auch klar. –

"Sprachbarrieren abbauen"

Man wolle keineswegs Sprachbarrieren aufbauen, betont er, sondern sie im Gegenteil abbauen, wie zum Beispiel die Begrüßung der Besucher auf der Homepage des Museums in verschiedenen Sprachen zeige. Den Hinweis mit den Irritationen durch die rein englische Werk-Beschriftung werde man aufnehmen: „Ich nehme das sehr ernst“, sagt er.

Englisch als Verkehrssprache

Er wies aber auch darauf hin, dass Englisch nun einmal die Verkehrssprache der internationalen Künstlergemeinschaft sei und das Museum beispielsweise allein aus Personal- und Kostengründen nicht jeden Vortrag simultan übersetzen könne. Das Verhältnis zwischen fremdsprachigen und deutschen Angeboten, z. B. bei Vorträgen, müsse aber ausgewogen sein, unterstreicht er im SZ-Gespräch: „Das [Fremdsprachige, Ergänzung der Redaktion] soll nicht überhand nehmen.“ Schließlich wolle man Brücken schlagen, zwischen Menschen und zwischen Kunst und den Betrachtern.

Autor:

Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin) aus Siegen

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