TheatraPack spielt „Lauf doch nicht immer weg“ zum 20-Jährigen
Wo steckt Penelope Toop?

Ein Pfarrer (Thomas Utsch), der zwischen zwei Frauen vermitteln muss: Auf der linken Seite seine exzentrische Gattin Penelope (Ozrenka Djordjic) und auf der rechten Seite die Gemeindevorsteherin Miss Skillon (Kathrin Schmidt). Das Laienensemble TheatraPack, seit 20 Jahren für gepflegte Unterhaltung ein Garant, gönnte sich zum „Jubiläum“ eine spritzig-rasante Verkleidungs- und Verwechslungskomödie mit typisch englischem Humor.
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  • Ein Pfarrer (Thomas Utsch), der zwischen zwei Frauen vermitteln muss: Auf der linken Seite seine exzentrische Gattin Penelope (Ozrenka Djordjic) und auf der rechten Seite die Gemeindevorsteherin Miss Skillon (Kathrin Schmidt). Das Laienensemble TheatraPack, seit 20 Jahren für gepflegte Unterhaltung ein Garant, gönnte sich zum „Jubiläum“ eine spritzig-rasante Verkleidungs- und Verwechslungskomödie mit typisch englischem Humor.
  • Foto: Jörg Langendorf
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

la Siegen. Eine Schauspielerin in der Familie ist nicht ganz unproblematisch. Davon kann das englische Königshaus im Augenblick ein Lied singen. Da mag die greise Queen noch so pikiert schauen, die einstige Seriendarstellerin, die amerikanische Ehefrau ihres Enkels, bockt bei der Etikette und dem strengen Ehrenkodex des steifen Königshauses. Eine Ex-Schauspielerin als Pfarrfrau, besonders dann, wenn sie recht exzentrisch ist, ist auch nicht ganz ohne und ruft schnell die auf Tugend und Anstand bedachte Gemeindevorsteherin auf den Plan. Skandal, Skandal: Die Pfarrfrau geht in Hosen durchs Dorf und winkt einem vorbeiziehenden Soldaten auf dem Laster zu.

Garant für gepflegte Unterhaltung

Das Laienensemble TheatraPack, seit 20 Jahren für gepflegte Unterhaltung ein Garant, gönnte sich zum „Jubiläum“ eine spritzig-rasante Verkleidungs- und Verwechslungskomödie mit typisch englischem Humor aus der Feder des Briten Philip King. Im ausverkauften Gemeindezentrum der ev. Erlöserkirche in Siegen war am Samstagabend für „Lauf doch nicht immer weg“ – passender Untertitel: „Das verrückte Pfarrhaus“ – die Premiere. Wiederholungen: am Sonntagnachmittag und am kommenden Samstag und Sonntag. Und weil der Andrang der Theaterfreunde so groß ist, wird es noch zwei weitere Vorstellungen geben. Allerdings aus terminlichen Gründen erst am 1. und 2. Februar 2020.

Feucht-fröhliches Chaos mit vielen Pfarrern

Die Geschichte ist schnell erzählt: Pfarrer Lionel Toop (Thomas Utsch) ist seit einem Jahr mit der mittelmäßigen, aber lebenslustigen Ex-Schauspielerin Penelope (Ozrenka Djordjic) verheiratet. Deren unkonventionelle Art ist der Gemeindevorsteherin und selbst ernannten Tugenddame Miss Skillon (Kathrin Schmidt/Alexandra Wagener) schon lange ein Dorn im Auge, schließlich wäre sie selbst gerne Pfarrfrau geworden. Penelope langweilt sich in dem kleinen englischen Dorf, doch dann taucht ihr ehemaliger Schauspieler-Kollege Clive Winton (Sven Braun) auf. Und ab geht die Post. Als dann auch noch ihr Onkel, Bischof von Lax (Christian Schmitz), und der Ersatz-Pfarrer Arthur Humprey (Dirk Rottes) auftreten, scheint das Chaos perfekt. Mitnichten. Denn es taucht noch ein russischer Spion (Armin Pulfrich/Irfan Ugurlu) auf. Und am Ende stehen vier Pfarrer und der Bischof auf der Bühne und reißen Arthur Humprey zu der bissigen Bemerkung hin: „Die Pfaffen vermehren sich hier wie die Karnickel!“ Und mittendrin im feucht-fröhlichen Chaos: das Dienstmädchen Ida (Vanessa Knopp/Evelyn Winkel) und der souverän klärende Inspector Miller (Eckhard Reinschmidt, Leiter der Theatergruppe). Klar, es klärt sich alles auf, und die Police Constable (Rosemarie Junker) führt den falschen Pfarrer ab. Und es klärt sich auch, was Wahrheit ist und was nicht und wo Penelope war, als ihr Mann sie suchte. Nämlich mit ihrem Ex-Partner Clive im Theater.

Ensemble gab dem „Theateraffen“ richtig Zucker

Dorothea Wagener führte in dem Spaß, der fast drei Stunden dauerte und mit viel Beifall bedacht wurde, die Regie, und Sven Braun und Matthias Moll schufen ein stimmiges Bühnenbild, in dem das Ensemble dem „Theateraffen“ richtig Zucker geben durfte. Und für den richtigen Ton, ganz besonders wichtig, sorgte Dirk Schneider. Ein unterhaltsamer Abend, der gewiss auch dem 1979 verstorbenen Autor gefallen hätte.

TheatraPack Siegen feierte 20-Jähriges Der Grundstein zur Theatergruppe The Netwoods wurde 1999 gelegt. Erste Probenräume waren in der Grundschule Niedernetphen, ab 2001 im Gemeindezentrum Winchenbach. 2005 schlossen sich The Netwoods und Theatrapack zu TheatraPack Siegen zusammen. Seit 2007 ist die Theatergruppe auch Mitglied im Bund Deutscher Amateurtheater. Seit 2004 werden die Komödien dauerhaft im Gemeindezentrum Winchenbach aufgeführt. In den 20 Jahren des Bestehens – die aktuelle Inszenierung eingerechnet – haben 40 Ensemble-Mitglieder an neun Aufführungsorten in 43 Aufführungen elf abendfüllende Stücke und vier Sketchabende aufgeführt.
Autor:

Jörg Langendorf aus Siegen

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