Staub zu Kunst
Wolfgang Stöcker in der Art Galerie

Der Rote Staubschrein lenkt den Blick auf die Kunst-Tradition, die Vergänglichkeit zum Thema hat.
  • Der Rote Staubschrein lenkt den Blick auf die Kunst-Tradition, die Vergänglichkeit zum Thema hat.
  • Foto: Art Galerie
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sz Siegen. „Staubarbeit“ heißt die Ausstellung, die Wolfgang Stöcker ab Sonntag, 8. Mai, 11 Uhr, in der Art Galerie Siegen zeigt. 2004 gründet Wolfgang Stöcker das Deutsche Staubarchiv. 2019 benennt er die mittlerweile auf ca. 600 Proben angewachsene Sammlung in Internationales Staubarchiv um. Stöcker dokumentiert den Staub an kulturell bedeutsamen Plätzen. Auch Siegen ist mit einer Probe vertreten: Museum für Gegenwartskunst, rituelle Reinigung dort am 15. April 2011: Kulturstaub Nr. 50.

Wieso gehört Staub zur Kunst?

Doch was hat es mit dem Staub auf sich? Warum beachtet man dieses „lästige Übel“ überhaupt? Für die Menschen begann mit ihren Lagerfeuern ein erster Luxus. Die Kehrseite der Medaille waren Ruß und Staub in Permanenz. Doch Staub schärft die Sinne und leitet hinein in eine Kultur des Kehrens und Inszenierens. In seinen Anfängen ragt hier hinein bereits das Spiel der Kunst!
Völlig zu Unrecht ist Staub negativ besetzt, heißt es in einer Pressemitteilung zur Ausstellung. Bilder von Verfall, Schmutz, Faulheit und Nachlässigkeit haften ihm an. Seit Jahrhunderten nehmen sich die Künste der Themen Tod und Vergänglichkeit an, starten gar den Versuch, der Verstaubung ein Stück Ewigkeit entgegenzusetzen. Paradox, führen solche Bemühungen um Transzendenz wieder zur Ablehnung des Staubes. Folglich gehören Museen, jene Orte, an denen Traditionen, Bedeutungen, Identitäten und letztlich unser Lebenssinn entstehen, zu den saubersten Plätzen der Menschheit.

Museum ist ordentlich, nicht angestaubt

Das Museum ist deshalb ein ordentlicher Ort. Alles hat Nummern, alles hat Schilder. Es wird gereinigt und poliert. Auch Kirchen sind in gewisser Weise Museen. Bis zu den heiligen Schatzhäusern der Antike reicht die Linie zurück. Doch der Staub lässt sich nicht abschütteln. Er kehrt dorthin zurück, wo der Besen eben noch kehrte.

Staub, Risse und Schrunden

Genau hier setzt Stöcker an, wenn er an jenen Orten der „hohen Kultur“ auf Staubsuche geht. Ihn interessiert nicht die Mona Lisa, sondern der Fleck unten an der Wand, gleich daneben. Die Risse und Schrunden. Der Weg zur Schönheit führt durch den Staub!
In den letzten Jahren unternahm Stöcker immer wieder Expeditionen in die Zonen gleich neben der Kunst und verwandelt sein dort erbeutetes Gut selbst in Kunst. Aus diesen „Reisen in die kleinen Welten“ entstehen Wachsobjekte (Staubschreine), Zeichnungen, Tuschearbeiten, Objektkästen, Vorträge, Lecture Performance. Neben einigen Proben berühmter Bauwerke erwartet die Besucherinnen und Besucher ein breites Spektrum verschiedenster Arbeiten sowie auch einige für die aktuelle Schau entstandene Staubschreine mit Partikeln aus der Art Galerie.
 Wolfgang Stöcker: „Staubarbeiten“.  Art Galerie Siegen,  Fürst-Johann-Moritz-Straße Siegen.
Bis 18. Juni.

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Redaktion Kultur

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