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Autor und Regisseur populärer Krimireihen: Thorsten Näter im SZ-Interview
ZDF-Thriller: „Tödliche Gier“

Thorsten Näter führte in dem Thriller „Tödliche Gier“ Regie und schrieb auch das Drehbuch. In dem Streifen geraten Pastor Bahnert (Harald Krassnitzer) und seine Familie in die Gewalt von drei brutalen Gefängnis-Ausbrechern.
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  • Thorsten Näter führte in dem Thriller „Tödliche Gier“ Regie und schrieb auch das Drehbuch. In dem Streifen geraten Pastor Bahnert (Harald Krassnitzer) und seine Familie in die Gewalt von drei brutalen Gefängnis-Ausbrechern.
  • Foto: Hans-Joachim Pfeiffer/ZDF
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„la - Der ZDF-Thriller "Tödliche Gier" zeigt  einen Pastor  und seine Familie im Zwiespalt der Gefühle.
la Hamburg.  Er kennt sich aus mit dem Bösen im Menschen: Thorsten Näter, einer der renommiertesten Regisseure und Autoren des TV-Genres Krimi. Ob „Tatort“, „Bella Block“, „Polizeiruf 110“ oder aktuell „Der Bozen-Krimi“ (im April entstehen zwei neue Folgen): Dem Hamburger sind die Abgründe nicht unbekannt. Und ganz frei bekennt er im SZ-Interview: „Ich bin nicht der Regisseur für das Nette, und mir ist lieber, wenn es ans Eingemachte geht.“
Dabei kann der 68-jährige  Absolvent der Hochschule für Fernsehen und Film in München auch anders.

la - Der ZDF-Thriller "Tödliche Gier" zeigt  einen Pastor  und seine Familie im Zwiespalt der Gefühle.
la Hamburg.  Er kennt sich aus mit dem Bösen im Menschen: Thorsten Näter, einer der renommiertesten Regisseure und Autoren des TV-Genres Krimi. Ob „Tatort“, „Bella Block“, „Polizeiruf 110“ oder aktuell „Der Bozen-Krimi“ (im April entstehen zwei neue Folgen): Dem Hamburger sind die Abgründe nicht unbekannt. Und ganz frei bekennt er im SZ-Interview: „Ich bin nicht der Regisseur für das Nette, und mir ist lieber, wenn es ans Eingemachte geht.“
Dabei kann der 68-jährige  Absolvent der Hochschule für Fernsehen und Film in München auch anders. Für die ARD-Erfolgsserie „Die Kanzlei“, in der es nicht um Mord und Totschlag geht, schreibt er die Bücher – gerade entstehen neue – und für den Thriller mit Tiefgang „Tödliche Gier“ (diesen Mittwoch, 20.15 Uhr, ZDF) schrieb er das Drehbuch und führte gleichzeitig Regie.

Pastorenfamilie Bahnert im Visier von Geiselnehmern 

Es ist die Geschichte der Pastorenfamilie Bahnert (Harald Krassnitzer/Ann-Kathrin Kramer), die mit den beiden Kindern nach Lohberg in die Nähe von Hamburg ziehen. Doch der Neuanfang ist schwer. Manfred Bahnert ist ein unbequemer Mann Gottes, seine Frau Apothekerin. Die Ehe stand kurz vor dem Aus, die Tochter hat eine Drogen-Therapie hinter sich. Da brechen vier Strafgefangene aus der JVA Hamburg aus. Einer von ihnen hat vor Jahren einen Diamantenraub begangen und seine hochkarätige Beute in der Ruine der dortigen Kirche versteckt. Die ist mittlerweile wiederhergestellt. Die Ausbrecher wollen die Beute jetzt holen.
Auf der Flucht wird der Diamantendieb Harry Dombrowski (Thomas Lawinky) erschossen, und er kann seinen Kumpeln Hanno Pottek (Dirk Borchardt), Armin Wiesner (Thomas Sarbacher) und Robert Vollmer (Leonhard Carow) nicht mehr sagen, wo genau die Edelsteine in der Kirche versteckt liegen. Die drei nehmen die Pastorenfamilie als Geisel und zwingen den Pastor, ihnen bei der Suche zu helfen.
„Ich habe“, sagt Thorsten Näter, „ganz bewusst die Familie eines Pastors für die Geiselnahme gewählt. Bahnert ist ein Mann, der von seiner Haltung her, nicht nur der Vermittlung des Glaubens dient, sondern der das Schwergewicht auf die seelsorgerische Komponente setzt. Ein Mann also, der auch innerhalb seiner Familie in der Lage sein müsste, Verständnis für die Probleme aufzubringen.“

Wie begegnet man brutaler Gewalt?

Interessant fand Näter, die Frage zu beantworten: Wie kommt jemand, zu dessen Lehre es ja gehört, die andere Wange hinzuhalten, damit klar, wenn er und die Familie der Gewalt ausgesetzt sind? Bahnert will ja nicht Rächer sein, sondern er will die Gemeinschaft wiederherstellen und gerät dabei an seine Grenzen. Der Pastor löst die Eskalation in der Kirche durch passiven Widerstand und nicht durch Gewalt, wenn er sich als Geisel anbietet, die das Diamanten-Versteck verrät, unter der Voraussetzung, dass seine Familie freigelassen wird.
„Tödliche Gier“ ist kein Action-Thriller, sondern ein hochkarätiger Krimi mit einem Wunsch-Ensemble. „Es war fast ein Familientreffen“, sagt Thorsten Näter. „Mit den meisten habe ich schon mehrmals zusammengearbeitet. Sie sind jahrelange Wegbegleiter. Mit Ann-Kathrin Kramer habe ich schon in Namibia gedreht. Es war immer mein Wunsch, mit dem Ehepaar Krassnitzer/Kramer zu arbeiten. Sie ergänzen sich und blockieren sich nicht.“ Mit dabei auch seine Frau, die Schauspielerin Katrin Pollitt (Gudrun Kowalski in „Die Kanzlei“) als Lohbergerin.
 

Krimis sind heute nahe an Polizeiarbeit dran

Für Thorsten Näter hat beides seinen Reiz, der Action-Thriller, wie „Straßen von Berlin“ und das über Strecken subtile Krimi-Kammerspiel „Tödliche Gier“. Und auf die Frage, was hat sich in der deutschen TV-Krimi-Szene in den letzten Jahren geändert, sagt der Hamburger: „Wir sind noch dichter an der echten Polizeiarbeit dran. So ein Typ wie Schimanski, der gegen alle Regeln verstößt, ist heute unvorstellbar. Das Publikum erwartet, dass sich der Beamte an die Regeln hält, die in unserem Land herrschen. Das ist für einen Film nicht immer so spannend, aber nun mal Tatsache. Schade.“
Doch Thorsten Näter gewinnt der Ermittlungsarbeit auch positive Seiten ab. „Wir erzählen heute viel intensivere Geschichten und gehen mehr auf die Untiefen der Figuren ein.“ Wie bei Pastor Manfred Bahnert, der sich vor seiner Familie rechtfertigen muss. Jörg Langendorf

Thorsten Näter führte in dem Thriller „Tödliche Gier“ Regie und schrieb auch das Drehbuch. In dem Streifen geraten Pastor Bahnert (Harald Krassnitzer) und seine Familie in die Gewalt von drei brutalen Gefängnis-Ausbrechern.
Regisseur Thorsten Näter ist Spezialist für subtile oder auch actionreiche Krimis und Thriller.
Autor:

Jörg Langendorf aus Siegen

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