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Jill Heinrichs schreibt E-Sport-Thriller "Suffix of Death"
Zockerin aus Leidenschaft

Die Gaming-Welt beschrieben: Jill Heinrichs legt als Fortsetzung einen Thriller vor. Die Grundschullehrerin ist selbst begeisterte Gamerin.
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  • Foto: privat
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

jca Siegen. Stolz präsentiert Jill H. Heinrichs ein druckfrisches Exemplar ihres neuen Romans „Suffix of Death“. Ihre Leidenschaft für das Schreiben und die Gaming-Welt ist ihr nicht nur anzusehen, sondern in jedem Wort spürbar. Das Gefühl, endlich das eigene Werk in den Händen halten zu dürfen, sei „unbeschreiblich schön“. Bei der Veröffentlichung ihres Debütromans „Prefix of Death“ 2019 musste sie sogar eine Freudenträne verdrücken, erinnert sich die gebürtige Kölnerin.
Fan von "League of Legends"Die Idee zum Buch und die ersten Zeilen von „Prefix of Death“ entstanden bereits im letzten Semester ihres Lehramt-Bachelorstudiums an der Universität Siegen, erzählt die begeisterte „League-of-Legends“-Gamerin.

jca Siegen. Stolz präsentiert Jill H. Heinrichs ein druckfrisches Exemplar ihres neuen Romans „Suffix of Death“. Ihre Leidenschaft für das Schreiben und die Gaming-Welt ist ihr nicht nur anzusehen, sondern in jedem Wort spürbar. Das Gefühl, endlich das eigene Werk in den Händen halten zu dürfen, sei „unbeschreiblich schön“. Bei der Veröffentlichung ihres Debütromans „Prefix of Death“ 2019 musste sie sogar eine Freudenträne verdrücken, erinnert sich die gebürtige Kölnerin.

Fan von "League of Legends"

Die Idee zum Buch und die ersten Zeilen von „Prefix of Death“ entstanden bereits im letzten Semester ihres Lehramt-Bachelorstudiums an der Universität Siegen, erzählt die begeisterte „League-of-Legends“-Gamerin. Dabei wussten damals weder Familie noch Freunde von ihrem kreativen Schreib-Projekt, einzig ihr jetziger Mann wusste um ihr Vorhaben. „Ich wollte nicht damit angeben oder mich jemandem aufdrängen“, sagt die sehr bescheidene und sympathische Jill Heinrichs, die unter anderem 2009 den „Wortwahl“-Wettbewerb des Deutschen Bundestags gewann.

Sogar nachts Notizen machen

Schreiben ist für sie nicht nur wie Ferien, sondern ein kreativer Akt, bei dem man jedes einzelne Puzzleteil selbst kreieren, verändern und so verschieben kann, bis am Ende ein schlüssiges und realistisches Gesamtbild entsteht, schwärmt die Autorin über den Prozess des Schreibens. Dabei bezeichnet sie sich selbst als klassische „Drauflosschreiberin“, und da kann es auch mal gut vorkommen, dass sie zur Überraschung ihres Mannes mitten in der Nacht aus dem Bett aufschießt, um an den Schreibtisch zu rennen und sich Notizen für eine neue Idee zu machen. Sie sehe dann plötzlich Handlungen ihrer Roman-Figuren wie in einem Film vor dem inneren Auge abspielen.

Vorurteile gegen E-Gamerinnen

Dabei flössen natürlich immer auch Erfahrungen aus dem eigenen Leben und den eigenen Interessen mit ein, so die junge Grundschullehrerin. Als Beispiel nennt sie ihre eigenen vorurteilsbehafteten Erfahrungen als E-Gamerin. Wie es auch dem Hauptcharakter ihrer beiden Romane, Tamara alias TamBear, ergeht, habe sie selbst schon zuhauf sexistische Kommentare auf die virtuell kommunizierte Anfrage „m oder w?“ (männlich oder weiblich) erhalten und würde wie TamBear mittlerweile nur noch mit „m“ antworten. „Es ist wirklich krass, was da manchmal kommt“, berichtet die seit ihrer frühen Kindheit leidenschaftliche Zockerin.Sie betont außerdem, dass man als Frau häufig nicht ernst genommen wird. Wenn man beispielsweise als Frau einen Fehler im Spiel mache, sei das weniger schlimm und normal innerhalb der Community. Ausnahme sei selbstverständlich die eigene Gaming-Clique, die sie als vollwertiges Mitglied respektiert.

Siegen Bisons verurteilen Diskriminierung

Lisa Völkel von den Siegen Bisons, dem E-Sport-Team der Universität Siegen, berichtet der SZ auf Nachfrage von ähnlichen vorurteilsbehafteten Erfahrungen. Das Problem sei dabei nicht, dass Frauen schlechter spielen, sondern dass Computer-zockende Mädchen und junge Frauen nicht dem gesellschaftlichen Stereotyp eines Nerds entsprechen und dadurch erst viel später ins Gaming einsteigen können. Dabei „ist es gerade bei Videospielen egal, ob Frau oder Mann an Maus und Tastatur sitzt“, so Völkel. Die Siegen Bisons verurteilten jegliche Art von Diskriminierung und könnten stolz sagen, dass in ihren Uniteams einige Frauen vertreten sind, ergänzt Völkel stellvertretend für die Siegen Bisons.

Feministische Aufklärung - aber unaufdringlich

Ein leiser feministischer Aufklärungscharakter, der zu keinen Zeitpunkt aufdringlich, sondern schlicht authentisch wirkt, begleitet bereits die spannungsvolle Sprache des ersten Romans „Prefix of Death“, an dessen Höhepunkt im Verborgenen gehaltene Wahrheiten an die Oberfläche treten und ein Spiel auf Leben und Tod beginnt. Der hauchdünne Schleier von Surrealem, der die Romane begleitet, mindert dabei keineswegs den kriminalistischen Charakter der Romane, sondern untermalt letztlich ein realistisches Aufeinandertreffen vermeintlicher Absurditäten.

"Noobikon" zum Nachschlagen

Auch Begriffe aus der Gaming-Welt fließen natürlich in die Geschichte ein. Für die Zocker-Muffel unter den Lesern hat die Autorin ein „Noobikon“, ein Lexikon für Gaming-Frischlinge (Noobs), eigens entworfen und an den ersten Band angehängt. Trotz des Einbindens eigener Erfahrungen und der engen Bindung zu den Charakteren der Story sind ihre Figuren frei erfunden, um bei Eigenschaften und Namensgebung niemandem zu nahe zu treten.

Erstes professionelles Frauenteam

Beide Romane erzählen die Geschichte einer E-Gamerin, die ihren Traum einer professionellen Gaming-Karriere lebt und den Vorurteilen zum Trotz als Mann getarnt zunächst dem Team Heroes of Prefix beitritt und im zweiten Band, „Suffix of Death“, Teil des ersten professionellen Frauenteams wird. Um die damit verbundenen Gefahren, Familien-Intrigen und alltäglichen Interessenkonflikte einer Gaming-Community hautnah miterleben zu können und sich in einem Verzerren verschiedener Realitäten zu verlieren, lohnt es sich, sich in „Prefix“ und „Suffix of Death“ einzuklicken.

"James Farck is back!"

Und für alle Kenner und Fans des ersten Romans ein kleiner Spoiler für Teil zwei: „James Farck is back!“, lässt Heinrichs gegen Ende unseres Gesprächs durchblicken. James Farck, Leader der Heroes of Prefix und die Liebe der jungen Tamara, verkörpert für Heinrichs den Inbegriff der Macht eines klassischen Geschäftsmannes. Mehr sei an dieser Stelle aber nicht verraten, grinst Heinrichs mit einem Augenzwinkern.

Geht doch nichts über ein Buch

Zum Abschluss des Gesprächs mit der SZ verrät Heinrichs, sich nicht nur leidenschaftlich gerne in der E-Welt zu bewegen, sondern eine ähnliche Begeisterung für traditionelle Brett- und Kartenspiele zu haben. Auch ginge nichts über ein echtes, materielles Buch mit Einband: „Online-Lesen ist nicht dasselbe, ich muss etwas in der Hand halten und Reinkritzeln können.“ Mit diesem schönen Bekenntnis zu traditionellen Formaten verabschiedet sich die Kultur-Redaktion in der Hoffnung, auch nach „Suffix of Death“ noch einiges von ihr zu lesen.

Autor:

Redaktion Kultur

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