Im Bann des Traums
Zum fünften Mal "Die Nacht" im Museum

Der Löwe verteilte tänzerisch und unter rhythmischen Trommelschlägen seine ostasiatischen Vibes in den Räumlichkeiten des Museums.
  • Der Löwe verteilte tänzerisch und unter rhythmischen Trommelschlägen seine ostasiatischen Vibes in den Räumlichkeiten des Museums.
  • Foto: Pauline Vollpert
  • hochgeladen von Peter Barden (Redakteur)

pav Siegen. „Es wird Glücksgeld regnen.“ Das gehört zum traditionellen Löwentanz, einem kulturellen Erbe Chinas, das seit mehreren hundert Jahren weitergetragen wird, um böse Geister zu vertreiben und Glück, Frieden, Wohlstand und Erfolg zu bringen, dazu. Das Kung-Fu- Zentrum Siegen brachte diesen alten ostasiatischen Brauch mit zur fünften „Nacht“, die am Mittwoch im Museum für Gegenwartkunst Siegen stattfand. Wieder einmal überraschte das interdisziplinäre Seminar, in dem die Veranstaltungsreihe wurzelt, mit außergewöhnlichen Text-, Tanz- und Musikperformances, die sich auch in die aktuelle Ausstellungsreihe „Der Traum der Bibliothek“ fügen.

Performance im Foyer

Wie in Siegen, so ist auch in anderen Städten und Museen das Konzept von der „jungen Nacht“ im Museum etabliert und beliebt. Zum Beispiel im Kunstpalast Düsseldorf. Dort sah Jennifer Cierlitza, Projektleiterin und Mitarbeiterin des Museums für Gegenwartkunst, vor zwei Jahren Tänzerin Clara Marie Müller und Soundkünstler Axel Pulger, die unter dem Namen „Ánima“ Tanz als sichtbaren Klang und Klang als Repräsentation von Bewegung im Raum darstellen. Zur diesjährigen "Nacht" wurden die beiden eingeladen und zogen im Foyer des Museums mit ihrer Performance, die anfangs noch mit wenigen Bewegungen und Klängen arbeitete und schließlich zusammen mit der psychedelischen Musik eine Eigendynamik entwickelte, ihr Publikum in einen Bann des Traums.

Vielschichtige  Klangflächen

Auf dem Kölner Musikfestival c/o pop trat dieses Jahr der Produzent und Wahl-Kölner Marvin Mauelshagen mit seinem elektronischen Projekt „Lunas“ auf.
Das Seminar wurde auf den Künstler aufmerksam, weil eine Studierende dort war und ihn live erleben konnte. Daraufhin wurde auch er angefragt, ob er mit seinen Produktionen, die sich durch vielschichtige Klangflächen auszeichnen und von Pop sowie Garage- und House-Musik der 90er-Jahre beeinflusst sind, bei der diesjährigen „Nacht“ dabei sein wolle. Kunst wurde dieses Jahr nicht nur durch Museumsführungen mit Studierenden des Seminars näher gebracht, sondern auch durch die Sicht einer VR-Brille der studentischen Spiele-Initiative USK57, die damit Dalís Traum-Kunst auf neuem Weg erfahrbar machte. Auch Workshops gab es dieses Jahr vermehrt, welche die Besucherinnen und Besucher zu einer praxisorientierten Erfahrung einladen sollten.

Neue Zugänge zur Kunst

So wurden Führungen beispielsweise mit einem anschließenden Buchbinde-Workshop kombiniert, bei denen Buchseitenblüten und Geschenkbücher mit japanischer Schleifenbindung entworfen werden konnten. Auch im Thater-Turm konnten die Gäste bei einem Siebdruck-Workshop von Rosa und Lü, zwei Junge-Kunst-Freundinnen, eigene T-Shirts und Jutebeutel individuell bedrucken.
Mit großem Andrang und viel Interesse wurde auch dieses Jahr die „Nacht“ im Museum für Gegenwartskunst wieder besucht, die durch die Erfahrungen, Erlebnisse, die Eigeninitiative und das Engagement der Studierenden für die Veranstaltung zu dem wird, was sie ist: ein immer wieder neues, buntes Programm, das sowohl Newcomern von außerhalb Siegens als auch lokalen Künstlern, wie dem DJ-Kollektiv Deepstahl oder der studentischen Initiative Literalisten, eine Plattform für ihre Musik, Lesungen und Slams bietet und neue Zugänge zur Kunst bereitet.

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