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Reitschuster-Nachfolge im Apollo-Theater: Bewerbungsverfahren läuft
Zwei Kandidaten für die Intendanz bleiben übrig

Sechs Kandidaten, die sich um die Nachfolge von Apollo-Intendant Magnus Reitschuster bewarben, stellten sich jetzt der Findungskommission vor, die u. a. von Prof. Ulrich Khuon (Bild), dem Intendanten des Deutschen Theater Berlin, geleitet wurde. Die SZ sprach mit dem renommierten Theatermann.
  • Sechs Kandidaten, die sich um die Nachfolge von Apollo-Intendant Magnus Reitschuster bewarben, stellten sich jetzt der Findungskommission vor, die u. a. von Prof. Ulrich Khuon (Bild), dem Intendanten des Deutschen Theater Berlin, geleitet wurde. Die SZ sprach mit dem renommierten Theatermann.
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  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

la Siegen. 33 Bewerber aus Österreich, der Schweiz und Deutschland haben sich um die Nachfolge von Apollo-Intendant Magnus Reitschuster, der Ende Juni 2022 in den Ruhestand geht, beworben. Sechs davon kamen jetzt, mal sportlich ausgedrückt, in die erste Runde und stellten sich in einem zweitägigen Meeting vor. Sich, ihre Visionen und ihre Konzepte, wie sie sich die Zukunft der Theaterarbeit in Siegen vorstellen. Ein bis eineinhalb Stunden standen die Kandidaten dem Findungs-Gremium unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Peter Schuster und dem Intendanten des Deutschen Theaters Berlin, Prof. Ulrich Khuon, Rede und Antwort.

la Siegen. 33 Bewerber aus Österreich, der Schweiz und Deutschland haben sich um die Nachfolge von Apollo-Intendant Magnus Reitschuster, der Ende Juni 2022 in den Ruhestand geht, beworben. Sechs davon kamen jetzt, mal sportlich ausgedrückt, in die erste Runde und stellten sich in einem zweitägigen Meeting vor. Sich, ihre Visionen und ihre Konzepte, wie sie sich die Zukunft der Theaterarbeit in Siegen vorstellen. Ein bis eineinhalb Stunden standen die Kandidaten dem Findungs-Gremium unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Peter Schuster und dem Intendanten des Deutschen Theaters Berlin, Prof. Ulrich Khuon, Rede und Antwort.

Spreu vom Weizen getrennt

Und gefragt wurde intensiv von den Intendantinnen und Intendanten Barbara Mundel (Münchner Kammerspiele), Florian Scholz (Theater Bern), Marie Bues (Theater Rampe Stuttgart), Marie Rötzer (Theater Niederösterreich) und Tobias Schuster (Dramaturg an den Münchner Kammerspielen). Die Findungsgruppe wurde komplettiert von Dr. Gabriele Barten (stellv. Kuratoriums-Vorsitzende) und Gerd Dilling (Förderkreis-Vorsitzender). Dann war die Spreu vom hochkarätigen Weizen getrennt. Der Kreis der möglichen Nachfolger/-innen wurde von sechs auf zwei reduziert.
Die Lenkungsgruppe, dem neben dem geschäftsführenden Vorstand des Trägervereins auch Landrat Andreas Müller und Bürgermeister Steffen Mues, der Hauptsponsor Sparkasse Siegen und die IHK angehören, wird an diesem Freitag das weitere Procedere für die verbliebenen beiden Kandidaten festlegen. Die Personal-Entscheidung fällt nicht leicht.

"Biennale gibt Apollo überregionales Profil"

Für Prof. Ulrich Khuon, mit dem die SZ exklusiv nach dem zweitägigen Anhörungs-Termin sprach, war die starke Bewerber-Resonanz keineswegs überraschend. „Das Apollo“, so der Berliner Intendant, „hat durch die Biennale ein überregionales Profil und befindet sich mit anderen Festivals, wie z. B. dem renommierten Theatertreffen, auf Augenhöhe.“ Khuon, dessen Ensemble immer wieder bei der Biennale zu Gast war, macht dafür einen verantwortlich: Intendant Magnus Reitschuster, der, so der Wahl-Berliner, sehr gezielt die Produktionen und Theater ausgesucht hat und über die Jahre die guten Verbindungen zu den renommiertesten deutschen Bühnen intensiviert hat. Khuon: „Es ist nicht selbstverständlich, dass eine der großen Theaterbühnen nach Siegen kommt. Darum muss man kämpfen, und das muss man sich erarbeiten.“

Ulrich Khuon: "Braucht große Liebe zu der Stadt"

Und an diesen Erfolgen wird der Nachfolger/die Nachfolgerin gemessen. Für Ulrich Khuon müssen künftig zwei Stränge verbunden werden, um das Profil des Apollo noch zu schärfen. Entscheidend sei, so der Intendant, dass der Nachfolger eine klare Konzeption entwickelt: Wie verbinde ich Bürgerbühne, junges Theater? Und: Wie kann ich mithilfe des Theaters reflektieren, was in Siegen passiert und was die Menschen bewegt? Khuon: „Dazu braucht es eine große Liebe zu der Stadt, in der man arbeitet, um auch an den Themen nahe dran zu sein.“
Für Khuon ist diese bürgerschaftliche Nähe zum Apollo deutlich zu spüren. „So etwas kenne ich bisher nur von Basel. Da ist ein Theaterbau von Großbürgerinnen forciert worden. Hier in Siegen ist die Situation noch eindrucksvoller und weiter gestreut. Da hat die Bürgerschaft das Haus gewollt und dafür auch gekämpft.“

"Möglichkeiten einer künstlerischen Aufgabe"

Die zweite Berufs-Schiene für die neue Leitung des Apollo-Theaters wird sein, auch in Zukunft Produktionen und Gastspiele nach Siegen zu holen, die Strahlkraft weit über die Region haben. Khuon: „Die Leute sind heute bereit, 50 oder 70 Kilometer zu fahren, wenn es sich lohnt, eine Theateraufführung zu besuchen, die man sonst nur in Großstädten wie München, Berlin oder Hamburg zu sehen bekommt.“
Für den Intendanten ist der Posten seines zukünftigen Kollegen kein Organisations-Job, sondern bietet alle Möglichkeiten einer künstlerischen Aufgabe. „Und deshalb“, so Prof. Ulrich Khuon, „haben sich auch so viele beworben.“

Autor:

Jörg Langendorf aus Siegen

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