1. Orientalisches Festival

Tänzerin Sophia, international gefragt auf dem Gebiet des Experimental und Indian Fusion, zeigte ein Solo im Mata-Hari-Stil.  Foto: sib
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sib Siegen. Der Vorhang geht auf, die Bühne ist noch dunkel, rötliches Licht beginnt zu schillern, begleitet von düsteren Klängen. Zwei Tänzerinnen erscheinen aus dem Hintergrund, sie tragen Schleier und nehmen mit ihren Körpern den Rhythmus der Musik auf. Leise klirren ihre Hüftketten. Es kommen weitere Frauen dazu, werden auch eins mit der Musik. Es ist eine tolle Atmosphäre zu spüren, zauberhaft, ein wenig mystisch, verheißungsvoll.

Die Zuschauer im Apollo-Theater sahen „Tänze aus 1001 Nacht“ beim 1. Orientalischen Festival der Tanzschule Al Hamra von Yasmina el Rakkasah. Die ausgebildete Tänzerin – alias Margit Bingel – übernahm 2007 die Siegener Tanzschule von Ilka Günther, bei der sie vorher bereits als Lehrerin gearbeitet hat. Yasmina blickt bereits auf über 15 Jahre Erfahrung als Bühnentänzerin zurück, ist geprüfte Lehrerin für orientalischen Tanz und ägyptische Folklore.

Gemeinsam mit ihren Schülerinnen und befreundeten Tänzerinnen erfüllt sie das Theater mit Leben, tritt selbst natürlich auch auf, zeigt einen klassischen Tanz und ist unter anderem, begleitet von der Gruppe Tabla Amar mit „Tanoura“, zu sehen. „Tanoura“ bedeutet Rock, und es ist beeindruckend, wie sich die Solistin minutenlang in ein- und dieselbe Richtung dreht, ohne Pause, ohne erkennbare Schwierigkeiten, wobei ihre bunten, weit ausgestellten Röcke um sie herum wirbeln. Zusammen mit der Tänzerin Oksana bildet Yasmina das Duo Anima Obscura. Die beiden ertanzten sich 2009 den Vize-Weltmeistertitel beim „Bellydancer-of-the-world“-Contest in Rheinhausen und ließen die Apollo-Besucher an diesem Glanzstück des Tribal Fusion teilhaben.

Auf ganz verschiedene Arten bezauberten und becircten die Tänzerinnen ihr Publikum im fast ausverkauften Theater. Die Show am Anfang war im American Tribal Style gehalten, der meistens improvisiert, nicht choreografiert wird. Andere Gruppen der Schule wie beispielsweise der Fortgeschrittenen-Kurs mit seiner allerersten Aufführung vor Publikum, zeigten den Balady Pop, der häufig in einteiligen Kleidern getanzt wird. Fließende Arm- und Beinbewegungen kennzeichnen den Bewegungsfluss der Tänzerinnen. Der traditionelle ägyptische Tanzstil wird ergänzt durch moderne, peppige Elemente in Musik und Bewegungen.

Aus dem Süden Ägyptens kommt der Stocktanz, der ursprünglich von Männern getanzt wurde und der einen kriegerischen Hintergrund hat. Etwas koketter und frecher, nicht ganz so wild sieht die weibliche Variante aus, und das Wirbeln der Stöcke verleiht dem Dargebotenen sehr klare Konturen. Kunterbunt und voller Witz ging es bei der Bollywood-Choreografie des Ensembles Anandani zum populären Genrefilm „Om Shanti Om“ zu. Beim Auftritt des Ensembles Yasmina hatten sich die Tänzerinnen die Gesichter dunkel geschminkt, um den Teint der Nubier zu imitieren. Ein russischer Zigeunertanz, Schleierfantasien, eine Schlange, die sich häutet – die „Tänze aus 1001 Nacht“ ließen träumen und schwelgen. Immer wieder setzte das Publikum zum rhythmischen Klatschen an, begleitete die Tänzerinnen auf ihrem Pfad der fließenden Bewegungen und kraftvollen Akzente.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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