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Benteler-Beschäftigte bereit für Streik
100 Prozent „Ja“-Stimmen bei Urabstimmung

Der Betriebsratsvorsitzende Edgar Barkow, sein Stellvertreter Dirk Euteneuer und IG Metall-Vertreter Peter Richter (v. l.) schütten die abgegebenen Stimmzettel aus. Das Ergebnis fällt sehr eindeutig aus.
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  • Der Betriebsratsvorsitzende Edgar Barkow, sein Stellvertreter Dirk Euteneuer und IG Metall-Vertreter Peter Richter (v. l.) schütten die abgegebenen Stimmzettel aus. Das Ergebnis fällt sehr eindeutig aus.
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juka Weidenau/Siegen. Das Ergebnis ist eindeutig: Alle Benteler-Mitarbeiter, die Mitglied bei der IG Metall sind und an der Urabstimmung am Donnerstag und Freitag teilgenommen haben, sprechen sich für einen Streik aus. An der Abstimmung nahmen 97,4 Prozent der Berechtigten teil. „Wir haben darauf gehofft, aber auch damit gerechnet“, erklärte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Dirk Euteneuer am Freitag kurz nach der Auszählung der Stimmen in der Siegener Geschäftsstelle der IG Metall.
Wir wollen die Schließung
vernünftig abschließen
und nicht wie ein
schmutziger Lappen
weggeworfen werden.
Edgar Barkow
BetriebsratsvorsitzenderDer Streit um die Schließung des Werks des Automobilzulieferes in Weidenau könnte nun also die nächste Eskalationsstufe erreichen.

juka Weidenau/Siegen. Das Ergebnis ist eindeutig: Alle Benteler-Mitarbeiter, die Mitglied bei der IG Metall sind und an der Urabstimmung am Donnerstag und Freitag teilgenommen haben, sprechen sich für einen Streik aus. An der Abstimmung nahmen 97,4 Prozent der Berechtigten teil. „Wir haben darauf gehofft, aber auch damit gerechnet“, erklärte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Dirk Euteneuer am Freitag kurz nach der Auszählung der Stimmen in der Siegener Geschäftsstelle der IG Metall.

Wir wollen die Schließung
vernünftig abschließen
und nicht wie ein
schmutziger Lappen
weggeworfen werden.
Edgar Barkow
Betriebsratsvorsitzender

Der Streit um die Schließung des Werks des Automobilzulieferes in Weidenau könnte nun also die nächste Eskalationsstufe erreichen. Am Montag und Dienstag stehen die nächsten Verhandlungen des Betriebsrats und der IG Metall mit dem Unternehmen an.

Betriebsrat: Streik wohl kaum zu vermeiden

„Wir erwarten ein deutliches Zeichen in Richtung der Belegschaft“, untermauert Gewerkschaftsvertreter Peter Richter. „Wir hoffen zwar, Streikmaßnahmen vermeiden zu können, stehen aber jederzeit dazu bereit, sollte es kein Zeichen geben“, so Richter. Dass ein Streik vermieden werden kann, glaubt der Betriebsrat derweil nicht. „Es scheint so, dass der Arbeitgeber sich wünscht, dass wir in diese Richtung weitermachen“, so Betriebsratsvorsitzender Edgar Barkow, der auch mit der IG Metall am Verhandlungstisch sitzt.
„Wir stehen ganz klar hinter der Gewerkschaft und wollen die Schließung vernünftig abschließen und nicht wie ein schmutziger Lappen weggeworfen werden“, erklärt Barkow. Wann ein möglicher Streik beginnen könnte, ist noch offen. Gut möglich aber auch, dass es bereits in der kommenden Woche so weit ist.

Trotz inhaltlicher Übereinstimmung
konnte leider keine Einigung
erzielt werden.
Birgit Held
Pressesprecherin Benteler

Vorstellungen liegen weit auseinander

Bewegung in die Verhandlungen ist in den vergangenen Wochen und Monaten allerdings nicht gekommen. „Es ist uns seit dem 23. Oktober kein verbessertes Angebot mehr vorgelegt worden“, moniert Euteneuer. Man selbst habe erst kürzlich nochmal einen Schritt auf Benteler zugemacht, allerdings ohne nennenswerten Erfolg. „Das Unternehmen bewegt sich keinen Millimeter.“ Man liege mit seinen Vorstellungen unverändert sehr weit auseinander. Einen weiteren Nackenschlag habe es zudem am Donnerstag gegeben, denn ein Interessensausgleich auf Betriebsratsebene ist, auch richterlich bestätigt, gescheitert.

Unternehmen setzt weiter auf Dialog

„Trotz inhaltlicher Übereinstimmung konnte leider keine Einigung erzielt werden“, erklärte Unternehmenssprecherin Birgit Held. Daher sei der Versuch als gescheitert erklärt worden. Zudem müsse das Ergebnis des noch offenen Sozialplans vor dem Hintergrund anhaltend herausfordernder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.
Dennoch sei man weiter überzeugt davon, Lösungen durch Dialog zu erzeugen. „Wir werden weiterhin aktiv regelmäßige, intensive Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern führen“, verspricht die Sprecherin mit Blick auf die angesprochenen Gespräche Anfang kommender Woche. Sollten aber auch diese keine Einigung erbringen, obliege die Entscheidung der Einigungsstelle.
Die Schließung des Werkes in Weidenau ist für den Sommer geplant, nach Auskunft des Betriebsrates werden die ersten Kündigungen schon in absehbarer Zeit erfolgen, um die Fristen einhalten zu können.

Was ist eine Urabstimmung? In einer Urabstimmung stimmen die Gewerkschaftsmitglieder über einen Streik ab. Nach der IG-Metall-Satzung müssen mindestens 75 Prozent der für die Tarifbewegung in Betracht kommenden Mitglieder sich in geheimer Abstimmung für einen Streik aussprechen. Das nach dem Streik erzielte Tarifergebnis wird den Mitgliedern in einer zweiten Urabstimmung vorgelegt. Dann müssen 25 Prozent der Mitglieder zustimmen. Sie erklären damit zugleich ihr Einverständnis mit den ausgehandelten Tarifergebnissen und ihren Entschluss, den Streik nicht weiter fortzusetzen. Gesetzlich notwendig ist eine solche Urabstimmung als Voraussetzung für einen Streik aber nicht, es handelt sich dabei alleine um eine von der IG Metall geschaffene Voraussetzung.
Der Betriebsratsvorsitzende Edgar Barkow, sein Stellvertreter Dirk Euteneuer und IG Metall-Vertreter Peter Richter (v. l.) schütten die abgegebenen Stimmzettel aus. Das Ergebnis fällt sehr eindeutig aus.
Bei allen abgegebenen Stimmzetteln wurde „Ja“ angekreuzt.
Autor:

Julian Kaiser aus Siegen

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