100-prozentige Abdeckung gibt es nicht

kk Siegen. Für Wirbel nicht nur im gestern tagenden Schulausschuss, sondern offenbar auch an Schulen, sorgte ein Antrag der UWG-Fraktion. Die Unabhängige Wählergemeinschaft wollte dem Unterrichtsausfall an Siegener Schulen nachgehen. Nach Angaben von Eltern und Schülern, so der Antrag, falle vermehrt Unterricht in den naturwissenschaftlichen Fächern – dabei besonders in Physik – aus.

Diese Anfrage nahm die zuständige Bezirksregierung zum Anlass, eine Schulbefragung einzuleiten. Joachim Pfeifer (SPD): „Aus einer einfachen Anfrage wird eine große Erhebung.“ Nicht zuletzt werde der Krankenstand abgefragt. Der Sozialdemokrat plädierte dafür, den Antrag zu canceln, da auf die Schulen immenser Arbeitsaufwand zukomme.

Nach Ansicht von Georg Sallen (CDU) verfehlte der Antrag den Adressaten. Nicht der städtische Schulausschuss sei zuständig, sondern prinzipiell die Bezirksregierung. Erste Ansprechpartner sollten bei Beschwerden aber immer Klassenlehrer oder Schulleiter sein.

Joachim Pfeifer räumte ein, dass es im naturwissenschaftlich-mathematischen Bereich durchaus Lehrermangel gebe. Allerdings hätten sich die Schulen geöffnet. Studierende, Naturwissenschaftler und Vertreter technischer Berufe könnten mittlerweile herangezogen werden, um Unterrichtsausfall zu vermeiden.

Schulrat Volker Reichel legte dar, dass gemäß einer Stichprobenerhebung des Schulministeriums der Unterrichtsausfall beispielsweise bei Grundschulen aktuell mit 1,6 Prozent beziffert werde. Damit keine Stunden ausfielen, gebe es Gegenmaßnahmen. Der Schulleiter könne Mehrarbeit anordnen, um die Mindeststundenzahl sicherzustellen. Allerdings sei dieses Instrument begrenzt. Es gebe zudem eine Vertretungsreserve. Jedoch werde ein Teil derselben dauerhaft benötigt, um die Lehrerversorgung für zu kleine Klassen sicherzustellen. Zum Hintergrund: Der für die Lehrerversorgung ausschlaggebende Klassenfrequenzrichtwert liegt bei durchschnittlich 24 Schülerinnen und Schülern. Es gebe auch Mittel für flexible Unterrichtsbedarfe. 49 Lehrkräfte stünden im Kreisgebiet unter Vertrag. Diese finanziell begrenzte Quelle sei in der Regel aber schon in der ersten Jahreshälfte erschöpft. Eine 100-prozentige Abdeckung von Unterricht könne es daher nicht geben.Nach diesen Beiträgen gab der Ausschuss der Siegener Verwaltung grünes Licht, die von Arnsberg in Gang gesetzte Befragung zum Unterrichtsausfall an Siegener Schulen zu stoppen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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