1100 außer Rand und Band

 Prächtige Stimmung im nochmals erweiterten Zelt: Das Oktoberfest der „Lyra“ hat sich binnen weniger Jahre schon einen Kultstatus in der Region gesichert. Fotos: rai  Nicht nur Dirndl und Lederhosen gehörten zum Outfit, manche Damen hatte auch noch in blumigen Kopfschmuck investiert.
  • Prächtige Stimmung im nochmals erweiterten Zelt: Das Oktoberfest der „Lyra“ hat sich binnen weniger Jahre schon einen Kultstatus in der Region gesichert. Fotos: rai Nicht nur Dirndl und Lederhosen gehörten zum Outfit, manche Damen hatte auch noch in blumigen Kopfschmuck investiert.
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thor - Mehr geht nicht. Definitiv. Nicht in Sachen Stimmung, nicht in Sachen Party, und vor allem nicht in Sachen dessen, was ein relativ kleiner Musikverein überhaupt ehrenamtlich leisten kann: Das Oktoberfest der „Lyra“ hat sich innerhalb von wenigen Jahren zu einem der größten seiner Art in der Region entwickelt, zu einer echten Marke. Am Samstagabend wackelte das Zelt schon wenige Minuten nach der offiziellen Eröffnung um 20 Uhr – kaum einer der offiziell 1100 Besucher musste erst noch auftauen.

Ob nun die „Lahntaler“ perfekte Unterhaltung boten oder ob die Musik vergangenes Jahr besser war, darüber gingen am Abend die Meinungen etwas auseinander. Letztlich aber egal: Irgendwie hat man den Eindruck, dass auch ein Blockflötenensemble der Canisius-Grundschule auf der Bühne stehen könnte. Die Stimmung wäre nur unwesentlich schlechter.

Werbung muss die „Lyra“ für das Oktoberfest nicht mehr machen. Im Gegenteil. Vorsitzender Martin Zöller dürfte sich im Laufe des Jahres häufig wie der Top-Crystal-Meth-Dealer von Los Angeles vorkommen. Wann und wo er auftaucht, die ersten Fragen beziehen sich immer auf extrem begehrten „Stoff“ – die Eintrittskarten. So schwirren schon Monate zuvor Gerüchte im Dorf umher: „Angeblich sind die Karten bereits im Umlauf, dabei sind die noch gar nicht gedruckt“, erzählt Zöller von den „Schattenseiten“ des Erfolgs.

Dabei hatte alles ganz harmlos angefangen: 2010 hatten die Musiker ihr erstes Oktoberfest ausgerichtet, damals noch in der Mehrzweckhalle. 2012, zum 90-jährigen Bestehen des Vereins, beschenkte man sich und die Brachbacher gewissermaßen selbst, indem man erstmals ein großes Zelt für 900 Besucher am Feuerwehrhaus aufbaute. 2014 folgte dann Oktoberfest Nr. 3, und wieder konnte man von einem gigantischen Erfolg sprechen. Dass man die Veranstaltung in diesem Rhythmus durchführen würde, stand relativ schnell fest: „Jedes Jahr kannst du sowas nicht machen“, sagt Zöller.

Inzwischen hat man vonseiten der „Lyra“ auch davon Abstand genommen, das Zelt eigenhändig aufzubauen. Dennoch waren seit vergangenen Mittwoch immer noch 40 bis 50 Aktive des Vereins im Einsatz, um alles für die große Party vorzubereiten. Allein das stilgerechte Schmücken des Zeltes dauerte Stunden. Sieht man von der Security und den eingekauften Bedienungen ab, stemmt der Brachbacher Musikverein alles in Eigenregie. „Das geht schon an die Grenze, zumal unser Waldfest ja auch nicht ganze ohne ist“, bekennt Zöller, der ausdrücklich festgehalten haben will, dass es beim Oktoberfest nicht darum gehen, die Eigenkapitalquote auf das Niveau einer Sparkasse anzuheben. Mit einem Preis von 7 Euro für die Maß Bier bewege man sich am untersten Level: „Unser Ziel ist es, ein schönes Fest für die Bevölkerung auszurichten.“

Mit Bevölkerung meinte der Vorsitzende natürlich in erster Linie die Brachbacher selbst, doch beim Einlass bzw. schon vorher zeigte man sich durchaus großzügig: Die Feiernden kamen aus Schelden, Gosenbach, Kirchen etc. Zöller: „Und einige ausgewählte Mudersbacher.“ Und alle, auch das ist nicht selbstverständlich, feierten bis in die Nacht friedlich miteinander. Die Polizei berichtet lediglich von einer einzigen Körperverletzung: Ein 27-Jähriger hatte einen 61-Jährigen geschlagen. Da geht es andernorts schon härter zu.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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